Manege frei für vier Jahreszeiten
12.04.2024 BremgartenVon Montag bis Freitag führten die Trainingsteams des Zirkus Arabas in den Bremgarter Turnhallen eine Übungswoche durch und erprobten ihren ersten gemeinsamen Durchlauf für das Programm 2024 unter dem Titel «Jahruus, Jahrii».
Jede Menge ...
Von Montag bis Freitag führten die Trainingsteams des Zirkus Arabas in den Bremgarter Turnhallen eine Übungswoche durch und erprobten ihren ersten gemeinsamen Durchlauf für das Programm 2024 unter dem Titel «Jahruus, Jahrii».
Jede Menge Räder, Pyramidenformationen und Handstände: Während die jungen Akrobatinnen und Akrobaten ihre Nummer durchspielen, eilen weitere Kinder herbei, um sich gespannt die Vorführung anzusehen. Nina Hegnauer ist sehr zufrieden. Die Co-Präsidentin leitet dieses Jahr das Basistraining und ist in der Leitung und Unterstützung der Disziplinen Akrobatik und Luft-Ring aktiv. «Sie haben jetzt nochmals richtig Gas gegeben», berichtet sie stolz über den Fortschritt in den Trainingseinheiten und freut sich auf den geplanten Durchlauf.
Den Teamgeist wecken
Normalerweise sei der Zirkus ein kleiner Teil des Alltags der Kinder, welche aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen und Bezirken stammen. Während sie in den Wochenproben jeweils nur eineinhalb Stunden zur Verfügung haben, um sich auszutauschen, kennenzulernen, in die Proben zurückzufinden und Fortschritte zu machen, verliere man in der Übungswoche während der Schulferien viel weniger Zeit. «Das Einzige, was sie hier haben, ist das Training und einander. Das ist eine ganz andere Art von Fokus», so Hegnauer.
Neben dem Fortschritt in den Trainings hat die Probewoche viel Bedeutung für den Gruppenzusammenhalt. Während in der Mehrfachturnhalle Isenlauf zwei Teams trainieren, springen andere mit Elan durch den Gang, spielen Karten und versorgen sich gegenseitig mit Snacks. Als anstrengend empfinden sie die Intensivproben nicht. Auch wenn die meisten ihre eigene Nummer für das Highlight der Woche halten, so sind sie sich doch einig: Am schönsten ist es, einmal alle beisammen zu sein, die Gemeinschaft geniessen zu können. Auch die Proben sind auf diese Gemeinschaft ausgerichtet: So legen sie in diesen Tagen ihre einzeln erprobten Fähigkeiten zusammen und erstellen daraus ein Gesamtbild in Form einer Zirkusnummer.
Vielversprechendes Programm
Ein ganzes Jahr, verdichtet auf die Länge eines Zirkusprogramms; das verspricht der Arabas 2024 mit «Jahruus, Jahrii». Bewusst entschied man sich bei der Themenwahl gegen einen ausgebauten Plot. Nachdem im letzten Jahr eine abstrakte Geschichte in der fantastischen Süssigkeiten-Fabrik erzählt wurde, war es der Regie wichtig, dass diese Saison ein realitätsnäherer roter Faden durch die unterschiedlichen Nummern führt. Unter dem Thema des Jahreszyklus sollen kleinere Geschichten erzählt werden, welche sich alljährlich in den unterschiedlichen Perioden ereignen.
Ein Verein voller Eigeninitiative
Die Zirkusnummern, welche die Rahmenhandlung umspannen soll, werden momentan von Trainerinnen und Trainern, basierend auf dem Stand ihrer Gruppe, sorgfältig zusammengestellt. Je nach Alter und Eigeninitiative können die Kinder das Programm selbst mitbeeinflussen.
Der Arabas sei in den letzten Jahren immer mehr zu einem Verein geworden, in dem junge Leute Verantwortung übernehmen und sich kreativ miteinbringen können, so Hegnauer. Auch setze der Zirkus mehr und mehr auf Alteingeschworene statt Externe, wenn es um das Trainieren der Neumitglieder geht. «Es waren früher Ausnahmen, als die ersten Eltern anfingen, Trainings zu leiten. Mittlerweile unterrichten bei uns in allen Nummern ehemalige Artisten und Artistinnen, die selbst schon auf der Bühne standen und wissen, wovon sie reden», erzählt die Co-Präsidentin. Zu ihnen gehört auch Jamie Schmidlin, Trainer für Jonglage und Feuer. Er ist seine siebte Saison beim Arabas, auch er hat als Artist begonnen. «Momentan gehen wir hauptsächlich die Nummer durch, die einzelnen Tricks sollen dann noch ausgefeilt werden bis zu den Sommerferien», erklärt er. Schmidlin ist auch Teil der Zirkusband, welche dieses Jahr zum ersten Mal ihre Musik selbst komponiert. In der Pause wird er von den Kindern belagert, welche die Erstversionen für die unterschiedlichen Nummern hören wollen.
Ein herausforderndes Hobby
Eine der grössten Herausforderung des jungen Teams ist die Koordination zwischen den Artistinnen und Artisten, um eine Balance der fairen Arbeitsteilung zu finden. Auf unterschiedliche Kapazitäten Rücksicht zu nehmen, ist nicht immer leicht. Der Verein mit Sitz in Bremgarten ist daher auch auf tatkräftige Eltern angewiesen, die während der verschiedenen Trainingsphasen unterstützen.
Nach den Frühlingsferien folgen Probewochenenden und das Sommerlager auf dem Zirkusgelände, bevor im Spätsommer die Aufführungen beginnen. Nicht jedes Jahr stehe in den Frühlingsproben bereits der fertige Ablauf in den meisten Zirkusnummern, meint Hegnauer, zufrieden mit dem Probenstand. In den einzelnen Trainings sowie im Gesamtkonzept gehe es nun an den Feinschliff. Neben den Nummern wird auch am Bühnenbild und den Kostümen intensiv gearbeitet. So üben die Tuch-Artistinnen bereits in ihren blauen Anzügen und warten gespannt darauf, was die Kostümbildnerin noch ausbessern wird. Mit Musik, Kostümen sowie der energiegeladenen Stimmung gesellt sich zu den routinierten Trainings langsam auch die Zirkusmagie. --gsp

