Erste «Usestuehlete» in Uezwil lockt weniger Publikum an als erhofft
Den eigenen Stuhl oder eine andere kreative Sitzgelegenheit mitbringen und auf dem Schulhausplatz einen gemütlichen Tag verbringen. Das Konzept versprach einen tollen Anlass. Bis auf den ...
Erste «Usestuehlete» in Uezwil lockt weniger Publikum an als erhofft
Den eigenen Stuhl oder eine andere kreative Sitzgelegenheit mitbringen und auf dem Schulhausplatz einen gemütlichen Tag verbringen. Das Konzept versprach einen tollen Anlass. Bis auf den Abend blieben die Gästezahlen aber unter den Erwartungen. Die «Oberholzhäxe» geben aber nicht auf.
Annemarie Keusch
Vielleicht waren die Temperaturen zu hoch. Vielleicht war die Masse an anderen Veranstaltungen in der Region der Grund. Vielleicht hatten die Leute aus dem Dorf schlicht und einfach andere Pläne. «Wir wissen es nicht», sagt Susanne Hausherr. Die Enttäuschung verbergen kann sie am frühen Abend der ersten «Usestuehlete» nicht ganz. «Ja, wir hatten mit mehr Leuten gerechnet», gesteht sie. Gerade auch, weil sie für die Idee und das Konzept im Dorf durchaus Komplimente erhielten. Gegen Abend dann kamen die Leute. «Genau so sollte es sein», meint sie mit Blick auf einen Besucher, der im Veloanhänger zwei Stühle mitführt. «Ein nächstes Mal werden wir sicher nicht schon um 11 Uhr beginnen.» Dafür wäre vielleicht eine Verlängerung über 22 Uhr hinaus ein Thema.
Hinter der «Usestuehlete» stehen die «Oberholzhäxe». Seit acht Jahren ist die Fasnachtsgruppierung wieder reaktiviert. «Es gab uns früher schon», weiss Susanne Hausherr. Eine der einstigen Gründerinnen ist Vreni Koch, mittlerweile 80-jährig und natürlich Gast am «Häxe»-Anlass – samt passender Verkleidung. 17 Erwachsene bilden die «Häxen». An den verschiedenen Umzügen kommen Kinder und Erwachsene hinzu. Bisher beschränkte sich die Gruppierung auf die fünfte Jahreszeit. «Nun wollen wir mit einem Anlass für die Bevölkerung das Dorfleben bereichern», sagt Susanne Hausherr, die sich eine Zeit lang als «Oberhäx» engagierte und immer noch mit viel Herzblut dabei ist.
Etwas Kreatives, etwas «Häxiges»
Etwas Kreatives sollte es sein. Etwas Schräges. «Etwas Häxiges», so sagt es Susanne Hausherr. Die eigene Sitzgelegenheit mitbringen – so lautete die Idee. Natürlich stellten die «Oberholzhäxe» einige Festbänke auf, aber die Besucherinnen und Besucher nahmen die Aufforderung durchaus ernst. Eine Familie kam mit ihrer Holzbank auf Rollen. Andere nähten aus alter Bettwäsche schrille und bunte Hussen für über ihre Stühle. «Diese Kreativität zu sehen, das war eine schöne Wertschätzung», sagt Susanne Hausherr.
Für den ganzen Rest sorgten die «Häxe». Für Musik, die Stimmung aufkommen lässt. Für Verpflegung. Für Getränke. Für die Dekoration. Natürlich mit Hexenhüten, -besen und weiterem Passendem. Das einfache Konzept war wohl nicht der Grund, weshalb die Besucherzahlen unter den Erwartungen blieben. «Denen, die hier waren, gefiels.» Und gegen Abend füllte sich der Schulhausplatz dann doch noch. Darum denken die «Oberholzhäxe» überhaupt nicht daran, aufzugeben – im Gegenteil. «Es wird wieder eine «Usestuehlete» geben», verspricht Susanne Hausherr.