Klare Abweisung
11.03.2025 WohlenLüthi-Tschiemer-Haus
Im Einwohnerrat wurde auch über die Zukunft des Lüthi-Tschiemer-Hauses entschieden – und somit auch indirekt über das Projekt «Reach 17» der Raiffeisenbank. Denn damit der Neubau entstehen kann, muss das 200-jährige ...
Lüthi-Tschiemer-Haus
Im Einwohnerrat wurde auch über die Zukunft des Lüthi-Tschiemer-Hauses entschieden – und somit auch indirekt über das Projekt «Reach 17» der Raiffeisenbank. Denn damit der Neubau entstehen kann, muss das 200-jährige Doppelbauernhaus an der Friedhofstrasse 7 und 9, das nicht unter kommunalem oder kantonalem Schutz steht, weichen. Dagegen wehrt sich der Verein «Schöner Wohlen» und verlangt eine sachlich-saubere Analyse, ob die Gebäudesubstanz gut ist und ob dieses einen historischen Wert hat. Gegebenenfalls soll dann dem Einwohnerrat ein Antrag auf Substanzschutz unterbreitet werden. Für die Dauer des Auftrags sei ein Abbruchmoratorium für das Gebäude zu verfügen. Das Lüthi-Tschiemer-Haus aus dem Jahr 1820 ist eines der ältesten Gebäude in Wohlen. Es repräsentiert laut Philipp Simka vom Verein «Schöner Wohnen» die bauliche Tradition und die historische Entwicklung der Gemeinde.
Der Gemeinderat rät klar, die Motion abzuweisen. Er anerkenne die Absichten der Motionäre, sich für den Erhalt eines identitätsstiftenden Ortsbilds einzusetzen. «Die Eigentümerschaft hat, basierend auf den geltenden rechtlichen Vorgaben, geplant», erklärt Gemeindeammann Arsène Perroud. Eine so kurzfristige Einflussnahme durch eine Änderung des Schutzstatus eines einzelnen Gebäudes widerspricht den Grundsätzen der Planungssicherheit sowie der Planungsbeständigkeit und nehme direkt auf ein laufendes Verfahren Einfluss. «Das ist nicht zulässig.»
Eine Chane für Wohlen
Gleicher Meinung war auch die Mehrheit des Einwohnerrates. Was er auch mit 33 Nein- zu 6 Ja-Stimmen bezeugt hat. Die Kehrtwende des Vereins «Schöner Wohnen» konnte die GLP nicht nachvollziehen. Vor einem Jahr hätten sie sich noch geäussert, dass von Vereinsseite her keine Opposition zu erwarten sei, und nun komme eine grobe Grätsche. «Auch wenn die Absichten gut sind, dürfen wird diese Motion nicht unterstützen», findet Olivier Parvex. Es habe die Signalwirkung auf andere Investoren, lieber einen grossen Bogen um Wohlen zu machen. «Es würde das Vertrauen in rechtsstaatliche Prozesse untergraben», findet auch die FDP-Fraktion. Zustimmung zu dieser Haltung gab es auch von der SVP. Die Mitte war zweigeteilt. «Einige sehen das Gebäude als wertvolles Zeugnis der Wohler Geschichte und finden, es soll einem Fachgutachten unterzogen werden», so Michelle Gregor. Die knappe Mehrheit der Partei sehe jedoch das Projekt der Raiffeisenbank als absolute Chance für Wohlen. «Es hat einen grösseren Nutzen für unsere Gemeinde als der Erhalt dieses alten Gebäudes.» --sab
