Keine nachhaltige Lösungen
11.04.2025 WohlenAntwort zur Anfrage betreffend Verkauf gemeindeeigener Liegenschaften
Schützenhaus-Areal, Brockenstuben-Land, Schulhausreserve in Anglikon. Wie sieht deren Zukunft aus, können sie allenfalls verkauft werden? Das fragen zwei Dorfparlamentarier. Die Ausgangslage ...
Antwort zur Anfrage betreffend Verkauf gemeindeeigener Liegenschaften
Schützenhaus-Areal, Brockenstuben-Land, Schulhausreserve in Anglikon. Wie sieht deren Zukunft aus, können sie allenfalls verkauft werden? Das fragen zwei Dorfparlamentarier. Die Ausgangslage ist jeweils nicht ganz einfach.
Die beiden GLP-Einwohnerräte Olivier Parvex und Matthias Angst wollten es genau wissen: Was hält der Gemeinderat grundsätzlich von der Veräusserung gemeindeeigener Liegenschaften oder Grundstücke? Dies vor allem zur Deckung laufender Investitionen respektive zur Tilgung aufgelaufener Schulden?
Schützenhaus-Areal: Einfach wäre ein Verkauf nicht
Der Gemeinderat hält nicht so viel davon. «Zum Ausgleich von strukturellen Defiziten, wie es jetzt zum Beispiel für das Jahr 2025 aufgrund des nicht ausgeglichenen Budgets zu erwarten ist, ist das Veräussern von Tafelsilber sicher keine nachhaltige Lösung», schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort auf den Vorstoss der beiden Einwohnerräte. Er lässt jedoch eine Hintertür offen. Zur Mitfinanzierung von Investitionen respektive der daraus entstandenen oder entstehenden Schulden könne eine Veräusserung der Liegenschaften oder Beteiligungen gerechtfertigt sein, so der Gemeinderat, «sofern kein strategisches kurz-, mittel- oder langfristiges Interesse absehbar ist».
In der Anfrage werden ein paar explizite Areale angesprochen. Beispielsweise das Schützenhaus-Areal. «Es bestehen derzeit keine Pläne zur Änderung der Nutzung», schreibt der Gemeinderat. Das Areal mit einer Gesamtfläche von 9393 m2 befindet sich im Verwaltungsvermögen. Es wird gut zur Hälfte als Fläche für Veranstaltungen, als Parkplatz oder für militärische Zwecke genutzt. Der Verein Standschützen Wohlen hat ein selbstständiges und dauerndes Baurecht für den Schiessstand inklusive Schützenhaus.
Das Areal sei einerseits die letzte Fläche im Gewerbegebiet, die im Besitz der Gemeinde Wohlen ist und die für temporäre Nutzungen zur Verfügung steht. «Bei einer Veräusserung der Parzelle müssten andererseits Alternativen für die aktuelle Nutzung sowie eine Lösung mit dem Baurechtsnehmer gefunden werden.»
Land für den Betrieb der Brockenstube
Der Gemeinderat verweist zudem auf die Erschliessung, die kaum mehr genügen würde, «wenn das Areal beispielsweise durch einen Gewerbebetrieb intensiver genutzt werden soll». Bei einer Veräusserung müsste die Erschliessung vertieft geprüft werden.
Der Preis würde, sofern zeitgemäss erschlossen, bei 500 bis 600 Franken pro Quadratmeter liegen.
Für gewisse Emotionen hat das Landstück am Bünzweg gesorgt, also dessen Thematisierung durch die beiden GLP-Einwohnerräte. Auf dem 1400 Quadratmeter grossen Grundstück steht die Brockenstube. Der Gemeinderat sieht dort keine Nutzungsänderung vor. Es stelle sich einzig die Frage, «ob der Weiterbetrieb des gemeinnützigen Brockenhauses politisch auch in Zukunft gewünscht ist und diese Nutzung die Belegung dieser Parzelle rechtfertigt», so der Gemeinderat, der mit einem Quadratmeterpreis von 1000 Franken rechnet. Die Einhaltung des Gewässerabstands würde allerdings den Verkaufserlös «erheblich reduzieren».
Reserve für die Schule Anglikon
Ein weiterer Landflecken im Visier der beiden Einwohnerräte ist die Landreserve an der Raimattstrasse in Anglikon mit mehr als 4500 Quadratmetern. Eine Fläche von rund 1000 bis 1500 Quadratmetern müsse für das Schulhausprovisorium respektive für einen allfälligen An- oder Neubau reserviert und in die ÖBA-Zone umgezont werden, legt der Gemeinderat die Ausgangslage dar. «Den Rest kann man grundsätzlich veräussern.»
Die aktuellen Diskussionen zur weiteren Schulraumentwicklung seien allerdings abzuwarten, warnt der Gemeinderat. Der Landpreis wird auf rund 800 bis 1000 Franken pro Quadratmeter geschätzt. --dm

