Jetzt kann es losgehen
24.07.2026 Tennis, Vereine, WohlenSanierung der Tennisplätze
Der Tennisclub Wohlen hat seine Halle abgebaut. Nun könnte der Einbau des neuen Belags erfolgen. Noch heisst es aber warten. Die Gemeinde erklärt, warum es noch nicht losgeht.
Tennisclub Niedermatten hat seine ...
Sanierung der Tennisplätze
Der Tennisclub Wohlen hat seine Halle abgebaut. Nun könnte der Einbau des neuen Belags erfolgen. Noch heisst es aber warten. Die Gemeinde erklärt, warum es noch nicht losgeht.
Tennisclub Niedermatten hat seine Traglufthalle abgebaut – bald startet die Sanierung der Plätze
Wo eben noch ein weisser Ballon in die Höhe ragte, liegen jetzt nur noch Blachen. Die Halle des Tennisclubs kommt in die Reinigung, dafür sollen jetzt vier der neun Plätze einen neuen Belag erhalten. Der Zeitplan ist eng. Aber es gibt zum Glück einen Plan B.
Chregi Hansen
Sie haben extrem geschwitzt, die 18 freiwilligen Helfer des Clubs, die beim Abbau der Traglufthalle mitgeholfen haben. Nicht nur draussen war es heiss, in der Ballonhülle selber war es noch heisser und schwül. Einen Tag waren sie unter Anleitung an der Arbeit. Dann war es endlich geschafft. Die Traglufthalle, die seit Herbst 2018 auf den Plätzen 1 und 2 stand, wurde verpackt und abtransportiert. Die Hülle wird nun gereinigt und getrocknet.
Der Abbau der Halle war der erste Schritt zur geplanten Sanierung der Anlage. Seit über 20 Jahren spielt der TC Wohlen Niedermatten, einer der grössten Tennisclubs der Schweiz, auf den neun Sandplätzen. Seit acht Jahren steht auf zwei der Plätze eine Traglufthalle. In dieser Zeit wurde jeweils nur der nötige Unterhalt geleistet. Inzwischen sind die Plätze in die Jahre gekommen und drängt sich eine Sanierung auf. Weil die Anlage im Besitz der Gemeinde ist, braucht es dafür auch eine Zustimmung durch den Einwohnerrat. Die ist im Frühling dieses Jahr nach einem Umweg doch noch erfolgt. Der Gemeinderat legte erst eine Vorlage vor, welche die Sanierung aller neun Plätze vorsah. Der Club bevorzugt aber, erst einmal die Plätze 1 bis 4 umzubauen. Diese Variante wurde dann vom Einwohnerrat bewilligt, der Kredit über 320 000 Franken genehmigt.
Ausschreibung läuft noch
Die vier Plätze sollen aber nicht nur saniert werden, sie erhalten auch einen neuen Belag. Bisher spielte der Club ausschliesslich auf Sand. Die neuen Plätze erhalten nun einen modernen Acrylbelag. Dieser kann sowohl drinnen wie draussen genutzt werden, benötigt weniger Unterhalt und keine Bewässerung. Zudem kann im Frühling früher und im Herbst länger gespielt werden auf solchen Plätzen, die Saison wird also verlängert. Für den Einbau des neuen Belags war es aber nötig, die bestehende Traglufthalle abzubauen. Diesen Umstand nutzt man jetzt, um sie auch gleich zu reinigen.
Vorgesehen war, dass die Arbeiten an den Plätzen unmittelbar nach dem Abbau der Halle beginnen. Dies hätte es ermöglicht, die Sanierung bis im Oktober abzuschliessen und die Halle wieder aufzustellen. Damit wäre die Wintersaison für den Verein gesichert gewesen. Doch bisher wurde mit den Arbeiten noch nicht begonnen. Mehr noch: Bisher wurde noch nicht einmal der Auftrag dafür vergeben. «Die öffentliche Ausschreibung auf der Ausschreibungsplattform Simap läuft zurzeit, daher hat noch kein Unternehmen den Zuschlag erhalten», heisst es dazu aus dem Gemeindehaus.
Baustart vermutlich erst im September
Das erstaunt, war doch bekannt, dass der Verein die Halle in den Sommerferien abbaut und dann der Platz frei ist für die Arbeiten. Wieso ist man jetzt nicht bereit? Die Ausschreibung laufe gemäss öffentlichen Vergaberichtlinien im «offenen Verfahren», dies bedingt einen entsprechenden Vorlauf, auch der Vergabeprozess selber bedingt die Einhaltung bestimmter Termine der Ausschreibung, heisst es dazu. Gleichzeitig hält man aber fest, dass der effektiv benötigte Zeitraum der Sanierungsarbeiten überschaubar sei, sodass der Zeitplan aller Voraussicht nach eingehalten werden kann. Aktuell sieht es aber so aus, dass die Arbeiten erst im September starten.
Im Club selber nimmt man dies mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. Einerseits hat man gehofft, dass die Sanierung so schnell wie möglich über die Bühne geht. «Wir haben unseren Teil erledigt», sagt Co-Präsidentin Maja Meier. Anderseits ist man froh, dass es überhaupt vorwärtsgeht und die neuen Plätze kommen. «Wir sind vom Verein zu zweit in der Planungsgruppe vertreten und sind informiert über die Verzögerungen», so Meier weiter. Man sei nicht gerade erfreut, aber könne damit leben. «Wir sind in Kontakt mit der Gemeinde und hoffen, dass es nun zügig vorwärtsgeht», sagt die Co-Präsidentin.
Beginnt die Wintersaison mit Verspätung?
Das grosse Problem: Mitte Oktober sollte im Verein der Winterbetrieb in der Halle starten. Dieser Termin ist nur noch schwer einzuhalten. Darum wurde bereits ein Plan B entwickelt. «Nach Gesprächen mit Vorstandsvertretern wäre es auch möglich, im Fall einer schlechten Witterungslage die demontierte Halle im Herbst wieder aufzubauen und witterungsgeschützt die beiden Plätze innen für den Winterbetrieb mit einem Acrylbelag auszustatten», erklärt der Gemeinderat. Zuvor müsste einfach der neue Untergrund bereits gemacht sein. Der Einbau des Belags wäre dann in der Traglufthalle selber möglich. «Das haben uns die angefragten Tennisplatzbauer so bestätigt», erklärt Meier. Die beiden nicht überdachten Plätze könnten anschliessend im Frühjahr nach entsprechender Witterung mit dem Allwetteracrylbelag ausgestattet werden.
Plan B hätte aber zur Folge, dass die Halle wohl erst im November zur Verfügung steht. Das ist ärgerlich für alle, die einen Fixplatz mieten in den Wintermonaten, aber auch für die geplanten Trainings. Dies hat auch Einfluss auf die Einnahmen des Vereins. «Wir hätten es lieber anders gehabt», gibt die Co-Präsidentin zu, «aber wir nehmen das jetzt in Kauf und hoffen, dass keine weiteren Verzögerungen mehr vorkommen.» Wichtig sei, dass der Einbau dann auch tatsächlich in der Halle klappe. Denn sie nächstes Jahr nochmals abbauen, das möchte vorerst niemand.
Dies ist eine der wichtigen Erkenntnisse dieser Aktion. Den Ballon jeden Frühling ab- und im Herbst wieder aufzubauen, wie es ursprünglich einmal geplant war, das ist viel zu aufwendig. Dafür würden sich dann wohl auch nicht die 18 Helfer hergeben, die jetzt dabei waren. «Ihnen gebührt ein ganz grosser Dank», sagt denn auch Maja Meier.
Der lange Weg zu neuen Plätzen
Die Chronologie des Sanierungsprojekts des Tennisclubs
Die Sanierung der Sandplätze beschäftigt den Verein schon länger. Schon im Herbst 2021 stellte der Tennisclub dazu einen Antrag an die Gemeinde.
Seit 2004 spielt der damals neu gegründete Tennisclub Niedermatten auf neun Sandplätzen. 2018 baute der Verein eine Traglufthalle über zwei Plätze, welche er selbst finanzierte. Der Verein zählt viele Mitglieder, viele Interclub-Teams, organisiert regelmässig Turniere und Meisterschaften. Und mit der Zeit kamen die Plätze trotz des regelmässigen Unterhalts ans Ende ihrer Lebensdauer.
Im Herbst 2021 beschloss der Verein an einer ausserordentlichen GV, das Thema anzupacken. Und wenn man die Plätze schon saniert, so soll man die Gelegenheit nutzen und einen neuen Belag einbauen. Der Verein beantragte darum beim Gemeinderat den Umbau von vier und fünf Plätzen auf Allwetterplätze. Für den Club war klar: Aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde können nicht alle neun Plätze gleichzeitig saniert werden, braucht es eine Aufteilung in zwei Etappen.
Eigentlich sollte die Sanierung im Jahr 2023 angegangen werden. Doch dann der Schock: Der Gemeinderat schob dieses Projekt im Finanzplan weit nach hinten. Vorgesehen waren die Arbeiten erst für die Jahre 2028 und 2029. Doch so lange konnte der Tennisclub nicht warten. Es folgten diverse Gespräche mit der Gemeinde, damit ein Kompromiss gefunden werden konnte. «Der Handlungsbedarf ist anerkannt. Wir versuchen jetzt, zumindest die Sanierung der Tennisplätze 1 bis 4 schon ins Jahr 2025 vorzuziehen», erklärte Gemeinderat Roland Vogt an der GV des Vereins.
Im zweiten Anlauf erfolgreich
Doch auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden. Roland Vogt informierte an der GV im April 2025, dass der Antrag für die neuen Plätze zwar in Bearbeitung sei, aber erst nach den Sommerferien an den Einwohnerrat gehen würde und die Plätze nach Annahme und Submissionsverfahren frühestens im Frühling 2026 eingebaut werden könnten. Im Herbst 2025 legte der Gemeinderat dann den Bericht und Antrag vor. Zur Überraschung aller sah dieser nun den Einbau eines Acrylbelags auf allen neun Plätzen für 735 000 Franken vor. Damit erwischte er alle Beteiligten auf dem falschen Fuss. Es drohte eine Ablehnung des Kredits, der Verein sprach sich erneut für eine Etappierung aus, der Gemeinderat zog darum den Antrag an der Einwohnerratssitzung selber zurück.
Schliesslich präsentierte der Gemeinderat im Februar dieses Jahres eine angepasste Vorlage. Diese entspricht weitgehend den Vorstellungen des Tennisclubs und konzentriert sich auf die erste Etappe mit vier Plätzen. Im März fand der Antrag nun eine Mehrheit und wurden der Kredit über 320 000 Franken und ein Kostenanteil des Clubs von 15 Prozent angenommen. Diesen Herbst soll die Sanierung nun endlich über die Bühne gehen. Die Erleichterung im Club ist gross. --chh




