GV der Elektra Jonen: Preissignale notwendig
Die 114. Generalversammlung der Elektra Jonen fand mit 48 Anwesenden im Restaurant La Rotonda statt.
«Dank dem Solarzubau und den laufenden AKWs in Frankreich schlägt sich der Iran-Krieg nicht so ...
GV der Elektra Jonen: Preissignale notwendig
Die 114. Generalversammlung der Elektra Jonen fand mit 48 Anwesenden im Restaurant La Rotonda statt.
«Dank dem Solarzubau und den laufenden AKWs in Frankreich schlägt sich der Iran-Krieg nicht so stark auf die Strompreise nieder», erklärt Präsident Roland Di Gregorio. Mit der Wiederinbetriebnahme des AKW Gösgen wird der Sommerüberschuss markant verstärkt. Die Spotmarktpreise sind im Sommer tagsüber meistens negativ, dafür muss im Winter Energie importiert werden. «Es läuft vermutlich auf Gas-/Öl-Kombikraftwerke hinaus», ist der Präsident pessimistisch – nach Ablehnung von Windparks und alpinen Solaranlagen. Neue AKWs, die im Sommer unflexibel Grundlast produzieren, könnten ein «Fass ohne Boden» werden.
Roland Di Gregorio zeigte ein mögliches Tarifmodell auf, das mithilfe von künstlicher Intelligenz auf Basis des erwarteten Spotmarktpreises erstellt wurde. Das Modell soll die Preissignale an Bezüger und PV-Produzenten weitergeben. Ein ähnliches Modell wurde an der letzten GV von den Genossenschaftern abgelehnt.
Smart-Meter-Roll-out in Rekordzeit abgeschlossen
«Die Strommarktliberalisierung sollten wir auch ohne den Druck der EU umsetzen», betont der Präsident Di Gregorio. «Wir sind alle mündige Bürger.» Auch der Konstruktionsfehler bei der Mindestvergütung sollte korrigiert werden – diese ist nicht auf der Grundversorgungsenergie, sondern solidarisch auf dem Netztarif zu finanzieren.
Der Präsident bedauert, dass noch kein geeigneter Batteriestandort gefunden wurde. Seine Empfehlung ist, dass PV-Produzenten ihre Anlagen immer mit Batteriespeicher, intelligenter Steuerung und Notstromfunktion realisieren sollten. In einem Vorprojekt wird aktuell eine Batteriesteuerung evaluiert. Diese soll möglichst die Prognose nachfahren und teure Ausgleichsenergie vermeiden. Zudem sollen der «Dorf-Eigenverbrauch» erhöht und der Export von PV-Strom vermieden werden. Der Dorf-Überschuss beträgt aktuell rund zwei bis drei Megawattstunden an einem sonnigen Tag.
Die 1200 Stromzähler wurden letzten Frühling in gerade mal zweieinhalb Monaten durch Smart Meter ersetzt. «Dank effizienter Planung konnte das Budget unterschritten werden», präsentierte Geschäftsführer Christian Schmidmeister erfreut die Schlussrechnung – rund 85 000 Franken unter dem Budget. Die detaillierte Planung und Pilotierung der Prozesse waren ausschlaggebend für diesen Erfolg.
Verabschiedung des Präsidenten nach 20 Jahren
Am Ende der Generalversammlung wurde Präsident Roland Di Gregorio nach 20 Jahren im Vorstand verabschiedet. Die Stabsübergabe erfolgte an den bisherigen Vize-Präsidenten Leandro Perugini. --red