Freiämter Regionalzeitungen zu Besuch bei Tamedia im Druckzentrum Zürich (DZZ)
Einen eindrücklichen Einblick in die Welt des Zeitungsdrucks erhielten kürzlich Abonnentinnen und Abonnenten der Freiämter Regionalzeitungen bei einer exklusiven ...
Freiämter Regionalzeitungen zu Besuch bei Tamedia im Druckzentrum Zürich (DZZ)
Einen eindrücklichen Einblick in die Welt des Zeitungsdrucks erhielten kürzlich Abonnentinnen und Abonnenten der Freiämter Regionalzeitungen bei einer exklusiven Führung durch das Druckzentrum Zürich.
Begrüsst wurden die Gäste von Verleger Martin Nietlispach sowie Jürg Mosimann, Leiter Premium Print und E-Paper von Tamedia.
Mosimann gab einen Überblick über die Geschichte und Bedeutung des Druckzentrums: 1984 eröffnet, hat es sich über Jahrzehnte zur grössten Zeitungsdruckerei der Schweiz entwickelt. Das Druckzentrum DZZ übernahm immer mehr Druckaufträge anderer Verlage, wie der «Basler Zeitung», der «NZZ», des «Blick» und ab 2018 auch die Titel der Freiämter Regionalzeitungen, also den «Wohler Anzeiger», «Bremgarter Bezirks-Anzeiger» sowie «Freiämter».
Gleichzeitig informierte Mosimann über die Schliessung des Druckzentrums auf Ende 2026 und die geplante Verlegung der Produktion nach Bern. Die Gründe dafür seien die zunehmenden Herausforderungen der Druckbranche, darunter sinkende Auflagen, die Digitalisierung sowie die Konsolidierung des Markts, weshalb man entschieden habe, die Produktion künftig in Bern zu konzentrieren. Ein schwerer Einschnitt für das Team und die Branche.
Über hundert Platten pro Zeitungsausgabe
Anschliessend übernahm mit Stefan Abbt ein Freiämter und der Betriebsleiter des DZZ das Wort. Gleich im Eingangsbereich erklärte er anhand eines detailgetreuen Modells die Funktionsweise der riesigen Druckmaschine, die über mehrere Stockwerke gebaut ist.
Besonders bewegend war seine persönliche Geschichte: Vor 40 Jahren war er beim Aufbau dieser Maschine beteiligt – und nun begleitet er den Abbau, bevor die Produktion nach Bern verlagert wird.
Nach der theoretischen Einführung der eindrücklichen Rollenoffset-Druckmaschine, die viele Tausend Zeitungen pro Stunde herstellt, durften die Besucherinnen und Besucher die Produktionsstätte besichtigen und bekamen die einzelnen Produktionsschritte zur Entstehung der Zeitung erklärt.
Zunächst werden die fertig gestalteten Zeitungsseiten direkt aus den Redaktionen und den Zeitungsvorstufen des Landes digital ins Druckzentrum übermittelt. Dort werden die Daten auf Aluminiumplatten übertragen. Für jede Druckfarbe – Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz – wird dabei eine eigene Druckplatte erstellt. Für eine grosse Zeitungsausgabe entstehen so über hundert Platten.
Im nächsten Schritt gelangen diese Platten in die gewaltigen Drucktürme. Die Teilnehmenden durften den Mitarbeitern des DZZ über die Schultern schauen und diesen Ablauf live mitverfolgen. Beeindruckt waren die Teilnehmer auch von den riesigen Papierrollen, die im untersten Stockwerk eingespannt werden und mehrere Tonnen wiegen.
Mehrstöckige Anlage
Um 21 Uhr kam dann der grosse Moment: Die gewaltigen Maschinen liefen an, der Boden fing an zu vibrieren und der typische Geruch von Druckfarbe lag in der Luft. Mit atemberaubender Geschwindigkeit rasten die Papierbahnen durch die mehrstöckige Anlage. Innerhalb von Sekunden entstanden vollfarbige Zeitungsseiten, die im weiteren Prozess getrocknet, geschnitten, gefalzt und zur Zeitung zusammengelegt wurden. Worauf Abonnenten meinten, dass sie eine Zeitung nie mehr gleich würden lesen können wie bis anhin und dass eigentlich jede Zeitungsleserin und jeder Zeitungsleser dies eigentlich einmal gesehen haben müsste. Den Abend liessen die Teilnehmenden bei einem gemütlichen Apéro ausklingen – mit vielen neuen Eindrücken und einem vertieften Verständnis dafür, wie ihre Zeitung vom Druck bis zum Briefkasten gelangt. --red