«Ich setze auf meine Qualitäten»
04.07.2025 WohlenInterview mit Gemeindeammann Arsène Perroud: Zum Duell mit Roland Vogt (SVP) und zur Steuerfussdebatte
Arsène Perroud strebt eine dritte Amtszeit als Gemeindeammann an. Nun hat er mit Roland Vogt einen Gegner. Mit einer Herausforderung habe er gerechnet, sagt ...
Interview mit Gemeindeammann Arsène Perroud: Zum Duell mit Roland Vogt (SVP) und zur Steuerfussdebatte
Arsène Perroud strebt eine dritte Amtszeit als Gemeindeammann an. Nun hat er mit Roland Vogt einen Gegner. Mit einer Herausforderung habe er gerechnet, sagt Perroud. Sollte er nur als Gemeinderat gewählt werden, würde er sich zurückziehen, erklärt er.
Sie haben Ihre erneute Kandidatur im November bekannt gegeben, nun erfolgte die Nomination. Wie lauten die Gründe für Ihre Kandidatur?
Arsène Perroud: Die SP Wohlen hat bereits im März 2025 meine Kandidatur als Gemeindeammann bestätigt. Ich will Wohlen in die Zukunft führen. Die angelaufenen Projekte der Wirtschaftsförderung, die Überarbeitung der Nutzungsplanung mit dem räumlichen Entwicklungsleitbild, die zweite Etappe des Bahnhofumbaus oder die Digitalisierungsprojekte auf Gemeindeebene erfordern Erfahrung, Weitsicht und Engagement, sich reinzuhängen. Dazu bin ich bereit und kann mit meiner Kandidatur einen Beitrag leisten.
Inzwischen hat sich die Ausgangslage verändert. Auch Roland Vogt kandidiert als Gemeindeammann. Wie sehen Sie diesem Duell entgegen und wie sind die Erwartungen?
An der Ausgangslage hat sich nichts geändert. Es war davon auszugehen, dass es eine Gegenkandidatur geben wird. Ich setze auf meine Qualitäten. Ich habe aus den vergangenen acht Jahren als Gemeindeammann und davor fünf Jahre als Gemeinderat einen grossen Leistungsausweis vorzuweisen. Der Neubau des Bushofs, die regionale Wirtschaftsförderung oder die Einführung der neuen Führungs- und Verwaltungsstrukturen sind nur einige der grossen Projekte. Ich kenne alle Dossiers bestens und habe meine Führungsqualitäten in einem schwierigen Umfeld und nach einer politisch sehr bewegten Phase bewiesen. Es ist Ruhe eingekehrt, die Diskussionen konnten auf der sachlichen Ebene geführt werden. Diese Leistungen sind breit anerkannt. Natürlich hat es auch Gegenwind oder Fehler gegeben. Aber nur wer nichts tut, macht keine Fehler.
Sie werden als Gemeinderat gewählt, aber nicht als Gemeindeammann. Was machen Sie dann?
Zu Roland Vogt habe ich ein gutes Verhältnis. Aber es wäre für eine neue Führung nicht gut, wenn ein abgewählter Gemeindeammann weiterhin im Gremium sitzt, ganz unabhängig der politischen Couleur. Dementsprechend würde ich mich aus dem Gemeinderat zurückziehen, falls ich nicht als Gemeindeammann gewählt würde.
Wie lauten Ihre Ziele für die weiteren vier Jahre als Gemeindeammann?
Klare und effiziente Führung des Gemeinderats, der Verwaltung und der Schule, Digitalisierung der Verwaltungsdienstleistungen weiterbringen, regionale Wirtschaft stärken, nachhaltige Raumplanung, Verkehrsfragen lösen, Schulraum voranbringen, Zentrum attraktiver machen und qualitative städtebauliche Entwicklung fördern.
Ein finanzieller Aspekt steht immer wieder im Mittelpunkt des Polit-Geschehens: Diverse Parteien sagen, dass es in Wohlen unbedingt eine weitere Steuerfusserhöhung braucht. Und das ausgerechnet in einem Wahljahr. Wie lautet Ihre Haltung zu diesem Thema?
Als Mitglied des Gemeinderats trage ich die Entscheide des Gremiums kollegial mit, der Budgetprozess ist im Gang. Der Gemeinderat zeigt seit Jahren auf, dass es zur Finanzierung der zwingenden Aufgaben der Gemeinde Wohlen eine Steuerfusserhöhung brauchen wird. Auch wenn dies nicht populär ist. Eine andere Haltung in dieser Frage wegen des Wahljahrs einzunehmen, wäre unehrlich, illoyal gegenüber dem Gemeinderatskollegium und nicht verantwortbarer Opportunismus, um auf Stimmenfang zu gehen. --dm

