Härtetest bestanden, kuriose Szene am Ende
02.06.2026 Sport, Fussball2. Liga: FC Muri – FC Schönenwerd-Niedergösgen 2:0 (1:0)
Der FC Muri gewinnt gegen einen harmlosen Gegner verdient mit 2:0 und erledigt damit seine Hausaufgaben. Bei Hitze und vor fast leeren Rängen siegt das Heimteam souverän, auch wenn es bis ...
2. Liga: FC Muri – FC Schönenwerd-Niedergösgen 2:0 (1:0)
Der FC Muri gewinnt gegen einen harmlosen Gegner verdient mit 2:0 und erledigt damit seine Hausaufgaben. Bei Hitze und vor fast leeren Rängen siegt das Heimteam souverän, auch wenn es bis zur 87. Minute dauerte, ehe der Mann für alle Fälle seine Farben erlöste. Der Aufstieg jedoch dürfte ausser Reichweite liegen – aufgeben will man aber noch nicht.
Kuriose Szenen am Ende der Partie: Nachdem Tihomir Grabovica, der Mann für alle Fälle, das Spiel mit seinem Tor zum 2:0 entschieden hat, will Trainer Alain Schultz zwei junge Spieler noch etwas 2.-Liga-Luft schnuppern lassen. Er wechselt in der 91. Minute die beiden Junioren Scott Müller und Tymo Meier für die völlig ausgepumpten Nermin Saric und Fabian Burkard ein.
Gegner bittet darum, auf Nachspielzeit zu verzichten
Doch just nach dem Doppelwechsel beendet der Unparteiische die Partie – sehr zur Verwunderung der Murianer Bank. Offenbar hatten die Gäste nach dem K.-o.-Schlag von Grabovica und angesichts der herrschenden Temperaturen den Schiedsrichter gebeten, auf eine Nachspielzeit zu verzichten. Eine solche wäre aber durchaus angezeigt gewesen. Doch trotz Trinkpause und mehrerer verletzungsbedingter Unterbrüche liess der Mann in Gelb Gnade vor Recht walten und entliess die Spieler frühzeitig unter die Dusche. «Schon extrem, dass der Schiri einfach abpfeift, obwohl ich soeben zwei Junioren eingewechselt habe», lässt Alain Schultz seine Verwunderung über das sehr zeitige Spielende durchblicken.
Chancenwucher
Mit dem Auftritt seiner Mannschaft ist er aber durchwegs zufrieden: «Vor allem die erste Halbzeit war hervorragend. Wir haben aggressiv gespielt, hatten aber trotzdem eine gute Absicherung und haben hinten nur ganz wenig zugelassen.» Was er aber auch zugibt: «Natürlich war die Chancenauswertung mangelhaft, und dadurch wurde die Partie bei diesen Bedingungen dann irgendwann auch zum Charaktertest.» Sowohl Edison Imeri als auch Leonit Rexhaj vergeben in der Startphase beste Chancen aus aussichtsreicher Position. Auch Rückkehrer Miguel Ferreira scheitert mit seinem Distanzschuss nur knapp, und als der Ball nach einer Ecke und Kopfball von Simone Parente dann endlich im Netz liegt, geht am Spielfeldrand die Fahne hoch. Abseits. Es dauert beinahe bis zur Halbzeit, bis der überfällige Treffer fällt. Es ist einmal mehr Fidan Tafa, der in klassischer Mittelstürmer-Manier eine Hereingabe von links verwertet und Muri doch noch jubeln lässt. Schönenwerd-Niedergösgen hat während den gesamten 45 Minuten so gut wie keine Torchance.
Grabovica wird nach vorne geschickt – und trifft
Das ändert sich auch nach dem Pausentee kaum, zumal die äusseren Bedingungen beiden Teams zu schaffen machen. Auch Muri kann nicht mehr an die Leistung der ersten Hälfte anknüpfen und das Spielgeschehen verlagert sich zunehmend ins Mittelfeld. Dort haben die Klosterdörfler zwar ein deutliches Übergewicht und sie führen auch die technisch feinere Klinge. Doch viel Zählbares resultiert daraus nicht, und so steht es auch eine Viertelstunde vor Schluss immer noch 1:0, als Coach Alain Schultz seinen Mann für alle Fälle, Tihomir Grabovica, aus der Abwehr in die Sturmspitze beordert.
Fast augenblicklich wirken die Murianer danach gefährlicher und die Gäste kommen ins Schwimmen. Wenig erstaunlich ist er es dann auch, der in der 87. Minute mit einem Energieanfall die Schönenwerder Abwehr überläuft und mit dem 2:0 der Partie den Stecker zieht. «Unsere Chancenauswertung war schlecht, und wir haben uns das Leben selber schwer gemacht», beurteilt der Matchwinner den Auftritt seines Teams kritisch, um sogleich anzufügen: «Am Ende haben wir das umgesetzt, was wir wollten, und unsere Ziele auch erreicht – das ist das Wichtigste.»
Baden II siegt, Aufstieg wohl nicht mehr zu packen
Die beiden letzten Partien der Saison bestreitet der FC Muri nun noch auswärts gegen das zweitplatzierte Lenzburg (Samstag, 17.30 Uhr) und eine Woche später gegen Mutschellen, ein Heimspiel-Derby zum Abschluss. «Wir wollen am Ende noch vorne dabei sein», so Schultz. Der Aufstieg dürfte für die Klosterdörfler nach dem Sieg des FC Baden II in Lenzburg ausser Reichweite liegen.
--pf

