Grösstes Bauprojekt wird vollendet
24.02.2026 Wohlen, BaugewerbeWas im laufenden Jahr für die Gemeinde ansteht: Schulbauten, Gemeindehaus, Tennisplätze, Strassenprojekte
Der Schulraum wird über Jahre hinweg für die Gemeinde Wohlen weiterhin im Mittelpunkt stehen. Halde und Farn-Kindergarten sind im Bau. Provisorien ...
Was im laufenden Jahr für die Gemeinde ansteht: Schulbauten, Gemeindehaus, Tennisplätze, Strassenprojekte
Der Schulraum wird über Jahre hinweg für die Gemeinde Wohlen weiterhin im Mittelpunkt stehen. Halde und Farn-Kindergarten sind im Bau. Provisorien im Junkholz und Bünzmatt folgen. Auch das Gemeindehaus wird erweitert und saniert. Diverse Projekte sind aufgegleist oder startklar.
Daniel Marti
Die Legislaturziele müssen noch definiert werden, sagte der neue Gemeindeammann Roland Vogt bei seinem Amtsantritt. Und er habe da seine Vorstellungen, verriet er im grossen Interview im Januar. Seine Vorstellungen müssen natürlich im Gemeinderat erst eine Mehrheit finden. Also darf man gespannt sein, wie die Legislaturziele vom neuen Gesamtgemeinderat formuliert werden.
Schulraum: Halde fertig, dann folgen Junkholz und Bünzmatt
Diverse Geschäfte und Bauprojekte gehen natürlich auch unter neuer Führung weiter. Allen voran Wohlens grösstes Bauprojekt der Geschichte. Die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Schulzentrums Halde ist in vollem Gang. Und im Endspurt. Bis zum Schuljahresstart im August wird auch der Teil der Bezirksschule (Teilprojekte 3 und 4) fertiggebaut sein. Man sei auf Kurs, hiess es kürzlich beim Bezug des Hauses Wietlisbach. Der Kredit für das gesamte Zentrum Halde beträgt 56 Millionen Franken.
Ebenfalls im Bau ist der neue Kindergarten im Farn. Dieser wird auch zu Schuljahresbeginn im August betriebsbereit sein.
Beim weiteren Schulraum werden in diesem Jahr ebenfalls wegweisende Entscheidungen gefällt – bereits im März an der nächsten Einwohnerratssitzung. Die Provisorien bei den Schulzentren Bünzmatt und Junkholz müssen raschmöglichst realisiert werden. Immerhin sind sich die Parteien nun über die Schulraumstrategie einig. Das bisherige Provisorium der Bezirksschule am Oberdorfweg wird per Ende 2026 aufgegeben und wird als neue Provisorien in die Schulzentren Bünzmatt (vier zusätzliche Abteilungen) und Junkholz (fünf zusätzliche Abteilungen) verlegt. Kostenpunkt: 3,6 Millionen Franken fürs Bünzmatt, 3,375 Millionen Franken fürs Junkholz (siehe Ausgabe vom vergangenen Freitag).
Grossprojekt Freiämterstrasse voraussichtlich ab Sommer
Auch diverse Strassenbauprojekte sind aufgegleist oder bald an der Umsetzung. Die Arbeiten bei der Umlegung des Büttikerbachs gehen weiter. Die Freiämterstrasse und die Friedhofstrasse stehen vor einer umfassenden Sanierung. Auf Gemeindeebene ist der Budgetprozess längst abgeschlossen, der Kredit in der Höhe von 2,9 Millionen Franken wurde im November 2021 bewilligt. Dies ist der finanzielle Anteil der Gemeinde Wohlen. Die Gesamtkosten werden 8,94 Millionen Franken betragen. Die Sanierung von Freiämterstrasse und Friedhofstrasse ist ein kantonales Projekt. Und der Kanton hat den Baustart, einst vorgesehen für Mitte 2024, im letzten Jahr frühestens auf Sommer 2026 neu festgesetzt.
Anschliessend an das Projekt Freiämterstrasse/Friedhofstrasse erfolgt dann die Sanierung vom Postplatz bis zur Zentralstrasse (Kostenpunkt gemäss Finanzplan: 2,9 Millionen Franken).
Gemeindehaus-Anbau: Bald sollte Baugesuch erfolgen
Ebenfalls beschlossen ist der Kauf eines Occasionmodulbaus, der als Erweiterung für das Gemeindehaus dient. Dieses Geschäft hat der Einwohnerrat bereits bewilligt. Das Baugesuch sei weit fortgeschritten, sagte der scheidende Gemeindeammann Arsène Perroud am Ende des letzten Jahres. Allerdings lässt die öffentliche Auflage noch auf sich warten. Sie wird wohl bald präsentiert.
Für Bau und Realisation wurde ein Kredit in der Höhe von 3,93 Millionen Franken vom Einwohnerrat im vergangenen September abgesegnet. Gemäss Zeitplan sollte die Lieferung der Module im April erfolgen, die Fertigstellung ist für Juni vorgesehen, so wurde in der Vorlage prognostiziert. Inzwischen ist dies ein sportlicher Zeitplan.
Eine Occasionlösung ist wesentlich günstiger als ein vergleichbarer Neubau. Die gesamte Nutzfläche der vier Geschosse umfasst 820 Quadratmeter. Die Realisation des Occasionmodulbaus als Erweiterung des Gemeindehauses hat Auswirkungen auf die geplante Asbestsanierung der Decken und der Toilettenanlagen im Gemeindehaus (Kredite ebenfalls bereits bewilligt). Der Start der Asbestsanierung verzögert sich bis zur Fertigstellung des Occasionmodulbaus und dem Umzug einzelner Abteilungen in den Neubau.
Im Zusammenhang mit der Gemeindehaus-Erweiterung wird auch die Zukunft der Liegenschaft Bankweg 2 mit der Gemeindebibliothek geregelt – vielleicht. Im aktuellen Finanzplan sind in der Zeitspanne von 2025 bis 2028 für Sanierung und Umnutzung 2,2 Millionen Franken vorgesehen. Wie es definitiv weitergehen wird, will der neue Gemeinderat nach seinen strategischen Diskussionen entscheiden. Legislaturprogramm und Finanzplan werden auch hier Konkretes verraten.
Sportzentrum Niedermatten: Tennisvorlage jetzt, dann FCW
Diverse Geschäfte fürs Jahr 2026 sind geplant und die jeweiligen Kredite bewilligt. Die erste grössere Vorlage in diesem Jahr – ausserhalb der Schulbauten – betrifft die Sanierung der Tennisplätze des Tennisclubs Wohlen Niedermatten. Dieses Geschäft wurde im vergangenen Herbst kurzfristig vom Gemeinderat zurückgezogen. Der Gemeinderat hielt darauf sein Wort. Die Sanierung der Tennisplätze wird im März nochmals vor den Einwohnerrat kommen. Die neue Vorlage erfüllt die Wünsche des Vereins. Die Plätze 1 bis 4 sollen mit einem Hartplatz versehen werden, der Rest (Plätze 5 bis 9) wird in einer zweiten Etappe später erneuert. Das Parlament entscheidet in der kommenden Sitzung.
Das Sportzentrum Niedermatten ist über 20 Jahre alt und rückt ins Zentrum von bevorstehenden Erneuerungsarbeiten. Es stehen grössere Sanierungen an. Die Tennisanlage macht den Anfang. Beim FC Wohlen steht allenfalls das mögliche Kunstrasenprojekt im Stadion auf dem Programm. Hier gilt schon jetzt eine gewisse Weitsicht.
Denn es gibt bekanntlich ein kantonales Projekt mit finanzieller Beteiligung. Das Programm sieht vor, Kunstrasenprojekte, die bis ins Jahr 2027 eine Baubewilligung erhalten, mit einem Maximalbeitrag von bis zu 400 000 Franken aus dem Swisslos-Sportfonds Aargau zu unterstützen. Elf Gemeinden wurden im Schwerpunktprogramm «Kunstrasenplätze» berücksichtigt: Aus dem Freiamt sind dies Hägglingen, Sarmenstorf und Wohlen. Wenn 2027 eine Baubewilligung vorliegen sollte, dann muss sich die Politik bald mit dem Thema befassen.
Aber auch beim Kunstrasen müsse man sich die Frage stellen, «ob denn die Gemeinde Wohlen genügend Geld hat, um den neuen Kunstrasen zu bezahlen, oder ob man beim Naturrasen bleiben soll», so Gemeindeammann Roland Vogt. «Uns ist sehr wohl bewusst, dass die Vereine weitere Sorgen haben betreffend Wachstum und Finanzen. Das Sportzentrum Niedermatten ist eine tolle Anlage, dieser werden wir Sorge tragen. Aber es gibt Grenzen, die es zu berücksichtigen gilt.» Damit meint er hauptsächlich die finanziellen Grenzen der Gemeinde.
Wohlen müsse den Gürtel enger schnallen, hat der Gemeindeammann am Jahresanfang verlauten lassen. Nun darf man also gespannt sein, wie die neue Strategie aussehen wird. Klarheit darüber, wo und wie viel der Gemeinderat künftig investieren will, wird die neue Regierung zeitnah kommunizieren – wie bereits erwähnt mit dem Legislaturprogramm und mit dem neuen Finanzplan.


