Grosse Fragen des Lebens klären
28.04.2026 Region Oberfreiamt, MusikUnterhaltsamer Konzertabend mit Kabarett des Kirchenchors Aristau
Ihr eigentlicher Auftrag sei, in der Kirche zu singen, sagt Präsident Werner Müller. In den Proben singt der Chor zwischendurch auch weltliche Lieder. Eine Auswahl dieser Titel präsentierten ...
Unterhaltsamer Konzertabend mit Kabarett des Kirchenchors Aristau
Ihr eigentlicher Auftrag sei, in der Kirche zu singen, sagt Präsident Werner Müller. In den Proben singt der Chor zwischendurch auch weltliche Lieder. Eine Auswahl dieser Titel präsentierten sie unter der Leitung von Daniel Staubli. Das Programm wurde durch pointierte Kabaretteinlagen ergänzt. Der Chor unterhielt damit die ausverkaufte Halle in Aristau.
Verena Anna Wigger
Der Mundartsong «Jede weiss, wos aneghört» vom bekannten Komponisten Hardy Hepp drückte aus, wie unterhaltsam und gefällig der Abend verlief. Immer wieder applaudierten die begeisterten Zuhörenden nach den Beiträgen, die ihnen dargeboten wurden. Wie schön der Chorklang ist, wird bei einem kleinen Missgeschick zwischen Dirigenten und Chor klar. Doch dies war eher ein Lob als eine Störung.
Lieder fürs Herz und fürs Gemüt
Die in unifarbigen Oberteilen auftretenden Chormitglieder bestachen optisch und auch gesanglich. Mit dem von Stephan Eicher und Martin Suter geschriebenen Lied «Ich weiss ned, was es isch» verdeutlichten sie dies. Beatrice Matter sprach bei ihrer Ansage davon, dass es um die grossen Fragen im Leben gehe, auf die niemand eine Antwort habe. Weniger melancholisch, dafür dialektmässig klar zuordenbar ist das Lied «Weisches dü», bei dem es sich um ein gefühlvolles Liebeslied handelt. Dass es Walliserdeutsch ist, wurde mit einem Raunen durch den Saal sofort erkannt. Auch anderssprachige Lieder wie «Là-haut sur la montagne» und «Monday Monday» und «La sera sper il lag» sangen sie. Dazu kam das Lied «Adiemus», welches einer Kunstsprache entsprungen ist. Wie hatte es Präsident Werner Müller in seiner Ansprache gesagt: «Lassen Sie die Seele etwas baumeln.» Genau so kam es.
Der Abend bot die Voraussetzungen und liess die zahlreichen Besucher dies geniessen.
Spitze Feder, begleitender Gesang
Geniessen konnte das Publikum auch den Kabarett-Teil. Er bereicherte auf gekonnte Art und Weise den Abend. Wer den Murianer Louis Wicki kennt, dem war sofort klar, dass er da in die Tasten gegriffen hat. Zusammen mit Chorleiter Daniel Staubli, der sowohl den Chor wie das Kabarett mit feiner Linie führte, haben sie einen unterhaltsamen Beitrag in Wort und Ton geschaffen. Dieser hat die Lachmuskeln der Besucher ausgiebig gefordert. Themen wie «Mann sein» oder was es heisst, wenn Kinder heute ins Lager gehen, brachten herzhafte Lacher hervor. Zum Mannsein war zu vernehmen, dass diese eine aussterbende Rasse sei. So werde im Zoo Zürich ein Gehege gebaut, direkt neben dem Affenhaus. – Manch ein Spiegel der Gesellschaft wurde hier gezückt. Doch blieb die eine oder andere Pointe auch im Hals stecken. Denn da gab es auch sehr spitze Ansagen im Programm.
Doch ging es heiter weiter. Therapie, und das in vielerlei Hinsicht, war ein weiteres Thema. Das Fazit der Nummer: «Ohne Therapie geht es nicht.» Aber auch Nutzen und Aussagen von Lyrik in unserem Leben wurden nicht verschont. «Wenn Sie jetzt nicht drauskommen, kommen Sie dran», versprachen Storch und Krähe den amüsierten Besuchern. Wohl eine der prägendsten Nummern im starken Programm war die Oma mit dem Rap, welche die Jugend versteht. Wortgewandt erzählte sie, wie sie sich mit der Jugend verständigt.
Das gemeinsame Konzert
Das Konzert, welches unter dem Titel «Schön, send Sie do» stand, war gleichzeitig ein Willkommensgruss. Zu den Klängen des Liedes «So easy, wenn du do bisch» von Dabu Bucher begrüsste der Konzertchor seine Gäste. Denn zu den 23 Chormitgliedern sangen 16 Gastsängerinnen und -sänger mit. Sie bereicherten den Chorklang und traten als Gesamtchor auf. Zum einen war das Dargebotene von harmonischer gesanglicher Qualität. Zum anderen war nicht zu merken, wer Gast und wer Chormitglied ist. Sie haben über den Winter wirklich fleissig gearbeitet, um einen so gefälligen Abend vorzubereiten.



