Gemischte Gefühle bei den «Huskies»
27.02.2026 Sport, Eishockey3. Liga: Der HC Wohlen-Freiamt zieht eine durchzogene Bilanz der Saison
Trotz ansprechenden Leistungen wurden die ambitionierten Ziele des HC Wohlen Freiamt in der bereits zurückliegenden Saison nicht erreicht. Der Trend zeigt aber nach oben.
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3. Liga: Der HC Wohlen-Freiamt zieht eine durchzogene Bilanz der Saison
Trotz ansprechenden Leistungen wurden die ambitionierten Ziele des HC Wohlen Freiamt in der bereits zurückliegenden Saison nicht erreicht. Der Trend zeigt aber nach oben.
Durch einen Forfait-Sieg endete Anfang Februar die Meisterschaft des HC Wohlen Freiamt früh. Zum Saisonabschluss kamen Spieler, Staff, Helfer und Sponsoren zu einem gemütlichen Abend zusammen – und zogen Bilanz. Grosses Thema war die abgelaufene Saison. Einerseits waren Fortschritte erkennbar, anderseits wurde mit den verpassten Play-offs das hochgesteckte Ziel nicht erreicht.
Präsident: «Mehr erhofft»
So lautet das Fazit des Cheftrainers Patrick Siegwart: «Gemessen an den Leistungen und den Resultaten konnten wir die Lücke zu den Spitzenteams verkleinern, leider hat es aber für einen Punktgewinn noch nicht gereicht.» Seine Aussage stimmt jedoch nur teilweise, denn in der Tabelle ist die Punktedifferenz zu den ersten vier Plätzen nach wie vor unverändert gross. Präsident Bernard Devaud sagt: «Insgeheim habe ich mir schon mehr von dieser Mannschaft erhofft.» Um den Ambitionen nachzukommen, sieht er punktuelle Verstärkung im Kader als notwendig. Zwar konnte sich Wohlen für die abgelaufene Spielzeit in der Defensive mit dem Rückkehrer Joel Nietlisbach und dem Talent Noel Burket verstärken, aber man musste ohne die Topskorer der vorangegangenen Saison auskommen. Auf die beiden Abgänge von Arrigo Burgener und Kain Lazar gelang mit der Verpflichtung von Kadri Presheva immerhin ein kleiner Transfer-Coup. Co-Trainer Simon Strebel verspricht der Forderung des Präsidenten nachzukommen, ist er doch bereits im Gespräch mit diversen Spielern für kommende Saison.
Zwei Routiniers treten zurück
Weil auch am Ende dieser Spielzeit das Team mit Abgängen nicht verschont bleibt, ist so oder so neues Spielermaterial zwingend. Mit dem 40-jährigen Michael Frei (10 Saisons) und dem 35-jährigen Christian Streuli (5 Saisons) geben zwei langjährige Teamstützen den Rücktritt bekannt. Es ist zwar nicht der grosse Umbruch, aber schmerzhaft werden diese beiden Abgänge für das Team dennoch sein. Die beiden frischgebackenen Väter möchten in Zukunft etwas mehr Zeit der Familie widmen und im Eishockeysport etwas kürzertreten. Michael Frei meint bescheiden: «Es ist nun Zeit, den jüngeren und frischeren Spielern Platz zu machen.» Christian Streuli sagt: «Die Reise mit diesem Verein in den letzten fünf Jahren war schon eindrücklich, kam ich doch mit 30 Jahren als einer der Jüngeren, verlasse ich nun dasselbe Team als Drittältester.»
Captain: «Irgendwo im Nirgendwo»
Wenn man sich am Abschlussabend in gemütlicher Runde so herumhörte, war es auffällig, wie positiv die Spieler der Zukunft entgegensehen. Auch Captain Robin Liniger meint: «Wir sind in dieser Saison irgendwo im Nirgendwo gelandet, aber in der Defensive haben wir uns massiv verbessert. Mit den richtigen Massnahmen im Training und rund um die Mannschaft sollte es möglich sein, die Lücke nach vorne zu schliessen.» In der Tat sprechen die Statistiken Bände, denn Wohlen hat die Meisterschaft zwar auf dem 6. Rang beendet, ist aber gefühlt allein auf weiter Flur mit grossem Abstand nach vorne und nach hinten. Während man aber in der Anzahl erhaltener Tore mit den Top 4 mithalten konnte, gehörte die Offensive zu den Schlusslichtern der Liga. Der frühere Captain Pascal Gnepf sagt: «Im Team wurde es deutlich ruhiger und wir sind näher zusammengerückt. Dies hat uns mental stabiler gemacht, sodass wir nach einem Negativerlebnis nicht auseinandergefallen sind.»
In sämtlichen 17 Spielen waren die Freiämter zu Beginn des Schlussabschnitts noch im Rennen um die Punkte. Die schwächeren Zeiten des HC Wohlen-Freiamt scheinen überwunden zu sein. Alles in allem ist man sich also einig, trotz dem enttäuschend frühen Saisonende darf man erhobenen Hauptes auf die Leistung zurückschauen. Wenn die Chefs an der Bande ihre Strategie noch etwas optimieren und intern einen gesunden Konkurrenzkampf anregen, kann man aus den Spielern noch ein paar Prozent herausholen und ihr maximales Potenzial abrufen. Mit dem positiven Eindruck will man nun in der nächsten Spielzeit wieder angreifen – und auch gegen die Favoriten gewinnen. --crs
