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09.01.2026 Dottikon, Region UnterfreiamtUnterkunft wird weiter genutzt
Die unterirdische Notunterkunft in Dottikon wird auch weiterhin durch den Kanton betrieben. Die Zahl des Asylbewerber ist unverändert hoch, die oberirdischen Möglichkeiten sind fast komplett ausgeschöpft, heisst es.
Unterkunft wird weiter genutzt
Die unterirdische Notunterkunft in Dottikon wird auch weiterhin durch den Kanton betrieben. Die Zahl des Asylbewerber ist unverändert hoch, die oberirdischen Möglichkeiten sind fast komplett ausgeschöpft, heisst es.
Notunterkunft für Flüchtlinge bleibt weiterhin in Betrieb
Am 1. Juli 2024 nahm der Kanton die Geschützte Sanitätshilfsstelle (GSS) in Dottikon als unterirdische Notunterkunft in Betrieb. Die Bewilligung wurde damals für zwei Jahre erteilt. Jetzt ist klar: Sie bleibt wohl länger in Betrieb.
Seit Juli 2024 betreibt der Kantonale Sozialdienst in Dottikon eine von sieben unterirdischen Notunterkünften für Flüchtlinge im Kanton Aargau. In der Anlage in Dottikon sind im Schnitt 90 Personen untergebracht – der Höchststand wurde Anfang November mit 115 Personen erreicht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei neun Monaten.
Ursprünglich wurde die Bewilligung für zwei Jahre erteilt. Aufgrund der anhaltend hohen Zahlen im Asylwesen und der damit verbundenen Herausforderungen wird die Notunterkunft aber auch 2026 weiter betrieben. Die vom Regierungsrat am 11. Januar 2023 ausgerufene Notlage im Asylbereich gilt weiterhin. Eine Trendwende bei den Flüchtlingszahlen ist nicht in Sicht. Am 1. Dezember 2025 lebten 9894 Personen aus dem Asylbereich im Kanton Aargau in Kantons- und Gemeindeunterkünften. «Die regulären Familien- und Männerunterkünfte sind mit 95 respektive 99 Prozent voll ausgelastet» erklärt Michel Hassler, Leiter Kommunikation beim Departement Gesundheit und Soziales. Der Kantonale Sozialdienst (KSD) betreibt zurzeit 76 Asylunterkünfte und nimmt in Bremgarten am 19. Januar eine weitere unterirdische Notunterkunft in Betrieb. «Schliessungen sind derzeit nicht absehbar» macht Hassler deutlich. «Der Kanton entscheidet selbst über die Fortführung des Betriebs. Wir als Gemeinde haben da wenig Einfluss», erklärt auch Lukas Jansen, der Dottiker Gemeindeschreiber. Wobei allen klar sei, dass eine unterirdische Unterkunft nicht optimal sei.
Verhalten positive Bilanz
Trotzdem: Nach eineinhalb Jahren Betrieb zieht der Gemeinderat gemeinsam mit der eingesetzten Begleitgruppe eine verhalten positive Bilanz. Die No-go-Zonen beim Schulhaus und beim Alterswohnheim haben sich bewährt und werden eingehalten. Die Securitas konnte als bisherige Betreuerin einen geordneten und ruhigen Betrieb der Unterkunft gewährleisten und die Polizei stellt keinen erheblichen Anstieg von Einsätzen rund um die Notunterkunft fest. Dennoch haben sich die Beschwerden gegenüber der Gemeinde im Zusammenhang mit den Flüchtlingen aus der Unterkunft gehäuft. Teile der Bevölkerung fühlen sich unsicher und stören sich beispielsweise daran, dass sich Personengruppen aus der Asylunterkunft im Park aufhalten. In diesem Zusammenhang wird auch der Alkoholkonsum kritisch betrachtet Gemeinderat und Kanton nehmen diese Rückmeldungen aus der Bevölkerung ernst und suchen nach Lösungen, beispielsweise durch Beschäftigungsprogramme innerhalb der Unterkunft oder Teilnahme an Freiwilligenangeboten. «Beispiele für interne Beschäftigungsprogramme sind die Reinigung der Unterkunft, die Unterstützung bei der Essensausgabe sowie der Unterhalt und die Reinigung der Aussenbereiche. Zu den externen Freiwilligenangebote gehören Sportnachmittage in Wohlen. Weitere Angebote sind jederzeit möglich», erklärt Michel Hassler.
Anwohner dürfen ihre Anliegen einbringen
Ein wichtiges Gremium im erfolgreichen Betrieb der Unterkunft ist die Begleitgruppe, die mit der Inbetriebnahme der Unterkunft gegründet wurde. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderats, Freiwilligenorganisationen, der Betreiberin der Unterkunft, Polizei, Zivilschutz sowie den Kantonsvertretern zusammen und trifft sich regelmässig zum Austausch. In diesem Gremium hat es auch Platz für Vertreterinnen und Vertreter der Anwohnerschaft. Wer sich einbringen möchte, darf sich gerne bei der Gemeindekanzlei melden. Der Gemeinderat setzt sich weiterhin für eine offene Information und den Dialog mit der Bevölkerung ein. Für Fragen steht die Gemeindeverwaltung gerne zur Verfügung.
Neuer Betreuungsdienstleister
Der Kantonale Sozialdienst beauftragt für die Betreuung und Verpflegung von Personen aus dem Asylbereich in Notunterkünften externe Dienstleister. Im Sommer des vergangenen Jahres hat die Convalere AG im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Erfüllung dieser Betreuungsaufgabe erhalten und am 1. Januar den Dienst von der Securitas AG übernommen. Die Betreuung bei einer unterirdischen Notunterkunft erfolgt im 24-Stunden-Betrieb – es sind immer mindestens zwei Personen anwesend. Betreuungsaufgaben sind unter anderem die Auszahlung des Taschengelds, die Organisation der Verpflegung (in der Unterkunft gibt es keine Kochmöglichkeiten), die Unterstützung bei der Terminkoordination (z. B. für den Besuch von Kursen oder für Arzttermine) sowie die Anleitung bei der Reinigung in der Unterkunft.
Die Securitas AG wird weiterhin für den Sicherheitsdienst in und um die Notunterkunft zuständig sein. Mit dem Wechsel des Betreuungsdienstleisters ändern sich sowohl die Hotline-Nummer als auch die E-Mail-Adresse (Telefon: 061 512 98 47, E-Mail: kudottikon@convalere.ch. --chh
