Gemeinsam ganz viel bewirken
27.02.2026 Wohlen, VereineDoppelte Wohler Führung
Rotary Clubs im Freiamt
Ein Jahr dauert die Amtszeit für einen Präsidenten eines Rotary Clubs. Im Freiamt gibt es gleich zwei Clubs. Da ist es nur schwerlich möglich, dass beide Präsidenten aus einer ...
Doppelte Wohler Führung
Rotary Clubs im Freiamt
Ein Jahr dauert die Amtszeit für einen Präsidenten eines Rotary Clubs. Im Freiamt gibt es gleich zwei Clubs. Da ist es nur schwerlich möglich, dass beide Präsidenten aus einer Gemeinde kommen. Zwei Wohler sind nun für diese Ausnahme verantwortlich: Matthias Angst ist Präsident des Rotary Clubs Reusstal, Max Knoblauch präsidiert den Rotary Club Freiamt. Weil beide Freiämter Rotary Clubs vor allem junge Menschen unterstützen möchten, erfüllen die beiden ihre präsidiale Aufgabe noch so gerne. --dm
Rotary Clubs Freiamt und Reusstal: Max Knoblauch und Matthias Angst, zwei Wohler Präsidenten
Es ist ein Novum in der Rotary-Geschichte der Region Freiamt: Beide Clubs werden von je einem Wohler präsidiert: Max Knoblauch ist für Rotary Freiamt zuständig, Matthias Angst für Rotary Reusstal. Die beiden fühlen sich wohl in ihrer Rolle. Zudem vertreten Rotarier stets die gleichen Werte.
Daniel Marti
Gewiss, sie treten nicht dominant auf. Denn für beide stehen der Gemeinschaftssinn und der Einsatz für eine gute Sache im Vordergrund. Und trotzdem: Matthias Angst und Max Knoblauch geniessen die gegenwärtige Situation. «Das hat es eben noch nie gegeben», sagen beide. Die zwei Wohler stehen aktuell an der Spitze des Rotary Clubs Freiamt und des Rotary Clubs Reusstal. Weil das Präsidentenamt jeweils von einer Person nur ein Jahr lang ausgeführt werden muss oder darf, ist eine solche Konzentration schon eine seltene Ausnahme. Die Rotary-Spitze im Freiamt konzentriert sich auf Wohlen. Und das noch bis Mitte Jahr. Diese Zeit gilt es noch gut zu gestalten. Das Duo Angst und Knoblauch versteht sich jedenfalls bestens.
«Für eine bessere Welt von morgen»
Der Rotary Club Freiamt wurde 1970 gegründet, der Rotary Club Reusstal wurde 20 Jahre später, also 1990, aus der Taufe gehoben. Und man versteht sich bestens, pflegt ein freundschaftliches Nebeneinander. Konkurrenzdenken gibt es nicht. «Es gibt auch keine geografische Abgrenzung», sagt Matthias Angst. «Rotary ist weltweit ein gigantischer Serviceclub, der ganz viel bewirken kann.»
Rotary ist ein internationales Netzwerk aus über 1,2 Millionen engagierten Männern und Frauen. Das Engagement ist lokal und international ausgerichtet. «Für nachhaltige positive Veränderungen — für eine bessere Welt von morgen», wie es offiziell heisst.
Es gibt für die Mitglieder von Rotary verschiedene Schwerpunktbereiche: Friedensarbeit, Krankheitsbekämpfung, Wasser- und Hygieneprobleme, Gesundheit für Mutter und Kind, Bildungsförderung, Wirtschaftsförderung, Umweltschutz. «Beim Rotary Club Reusstal steht vor allem die Unterstützung der Jugend im Fokus», sagt Matthias Angst. Dem kann Max Knoblauch nur zustimmen. Der Rotary Club Freiamt vergibt jährlich den Rotary-Preis an der Kantonsschule Wohlen für herausragende Maturarbeiten. Dieser Preis hat Tradition, er wurde schon 20 Mal verliehen. Und die Auszeichnung ist begehrt. Ein Anlass, bei dem sich die Wege der Präsidenten kreuzen. Matthias Angst ist Kanti-Rektor.
Und Mitte 2023 wurde, ebenfalls vom Rotary Club Freiamt, der Berufsbildungspreis erstmals vergeben. Damit werden besondere Leistungen in der beruflichen Ausbildung ausgezeichnet. «Wir erbringen diese zusätzlichen Leistungen sehr gerne», so Knoblauch. «Zudem nehmen wir auch Anträge, um Jugendliche zu unterstützen, gerne entgegen. Solche Anträge werden von uns geprüft und müssen letztlich natürlich erfüllbar sein.» Es liegt den Rotariern am Herzen, «dass vor allem junge Menschen von uns profitieren können», betont Knoblauch.
Als 17-Jähriger in Texas
Und ausgerechnet Matthias Angst konnte in jungen Jahren vom Rotary Club Freiamt profitieren. Als 17-Jähriger durfte er als Austauschstudent ein Jahr lang in den USA, genauer Texas, weilen. «Damals begann bereits der wertvolle Austausch mit den Rotariern», sagt der heutige Präsident des Rotary Clubs Reusstal. Die Unterstützung von Austauschstudenten ist zur wertvollen Tradition geworden. «Das bringt viel, das ist unsere tiefe Überzeugung», betont Knoblauch, Angst nickt zustimmend. Der Effekt sei spürbar – für Club und Studenten.
Es gibt also etliche Gemeinsamkeiten, die beide Präsidenten mit ihren Clubs pflegen. Jeder Club hat sein eigenes Vereinsleben. Und die gleichen Pflichten. Gemeint ist die Präsenzpflicht für die wöchentlichen Treffen, die sollte zu 50 Prozent erfüllt werden. «Zudem ist jedes Treffen wie eine kleine Weiterbildung», betont Matthias Angst. «Wir sind zwar ein ländlicher Club, aber mit erstaunlich vielen jungen Menschen», so Max Knoblauch. Für beide Präsidenten ist es faszinierend, dass Rotary Clubs auch Generationen miteinander verbinden. Zudem ist man als Präsident verantwortlich für das Jahresprogramm. «Das macht es lebendig und unterhaltsam», sagt Knoblauch.
Vier Fragen als Leitlinie
Die beiden Präsidenten haben einen unterschiedlichen Werdegang bei den Rotariern. Max Knoblauch ist seit über 30 Jahren Mitglied, Matthias Angst seit 2017. Als Angst sein Berufsfeld von Luzern nach Wohlen an die Kanti verlegte, wurde der Rotary Club Reusstal ein Thema. «Für mich war bereits die Anfrage eine Ehre.» Ähnlich war das für Knoblauch, als Unternehmer war er sehr gerne dabei. «Aber erst seit ich pensioniert bin, kann ich mir so richtig Zeit nehmen», erklärt er.
Und in all den Jahren stellte Knoblauch fest, «dass sich zwei Rotarier immer gut verstehen. Und sie helfen auch stets einander.» Das kann Matthias Angst nur bestätigen: «Wir sind alles Berufsleute, die aus einer privilegierten Position agieren können. Und wir wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben. Zudem teilen Rotarier immer die gleichen Werte.» Das gilt übrigens über die Landesgrenzen hinaus.
Weltweit orientiert sich jeder Rotary Club bei jeder Unterstützung an vier Fragen: Ist es wahr? Ist es fair für alle Beteiligten? Wird es Freundschaft und guten Willen fördern? Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen? «Diese vier Maximen sind für uns selbstverständlich», sagt Knoblauch.
«Wichtig ist uns der Dienst an der Allgemeinheit»
Zurück zum doppelten Wohler Präsidium. «Die beiden Clubs sind sich dadurch etwas nähergekommen», sagt Knoblauch. «Jede Begegnung ist noch sympathischer», so Angst, «und letztlich wollen wir Präsidenten zur Sichtbarkeit unseres Clubs beitragen.» So wie im letzten Sommer, als eine Sitzbank aus Holz im Areal der Kanti platziert wurde. Zum 35-Jahr-Jubiläum des Rotary Clubs Reusstal und zum Amtsantritt von Präsident Angst.
Beide wollen ihr Präsidentenjahr pflichtbewusst und unkompliziert zu Ende führen. «Sodass wir alle Spass an unserem Club haben», sagen beide. Eine Frage drängt sich trotz Unterstützergeist doch noch auf: Oft werden Rotary Clubs als elitär wahrgenommen. Was ist da dran? Das sei vielleicht der Eindruck von früher, antwortet Matthias Angst, wichtig sei die Wertschätzung, die sämtliche Rotary Clubs mittlerweile erfahren. Auch Max Knoblauch erklärt, dass halt noch viel Unwissen verbreitet sei. «Wichtig ist uns der Dienst an der Allgemeinheit. Nur das zählt», und es stecke Spass und ganz viel Sinnvolles hinter den Engagements. Frei nach dem Motto «Tue Gutes und sprich darüber».


