Freiämter stürmen Solothurn
07.05.2024 Sport, SchwingenJoel Strebel siegt am 127. Solothurner Kantonalschwingfest – zwei weitere Freiämter Kränze
Joel Strebel verliert den ersten Gang, Andreas Döbeli wusste nicht, ob er überhaupt starten kann, und Pascal Joho ist aktuell im Militär. Trotzdem ...
Joel Strebel siegt am 127. Solothurner Kantonalschwingfest – zwei weitere Freiämter Kränze
Joel Strebel verliert den ersten Gang, Andreas Döbeli wusste nicht, ob er überhaupt starten kann, und Pascal Joho ist aktuell im Militär. Trotzdem kann das Freiämter Schwinger-Trio am Solothurner Kantonalschwingfest in Kestenholz überzeugen.
Erstes Kantonalschwingfest im Jahr, erster Festsieg. Der Auftakt in die Saison ist Joel Strebel geglückt. Dabei sah es für den zweifachen Eidgenossen aus Aristau zunächst nicht danach aus, als könnte er in Kestenholz reüssieren. Den ersten Gang verliert Strebel gegen Sinisha Lüscher. «Ich muss zugeben, dass er das gut gemacht und wirklich gut geschwungen hat», so der Freiämter. Er liess sich davon auf jeden Fall nicht unterkriegen. «Mir war klar, dass es reichen kann, wenn ich ein paar Zehner-Wertungen hole. Das ist mir gelungen. Und die Konkurrenz hat auch einige Gänge gestellt. Es lief auch viel für mich. Das muss ich zugeben.»
Der Freiämter steht im Schlussgang gegen Patrick Räbmatter. Der Uerkheimer ist wie Strebel Eidgenosse. Dem Freiämter scheint er aber als Gegner zu liegen. Wie schon am Guggibad-Schwinget vor einigen Wochen gewinnt der 27-jährige Aristauer. «Es ist nie einfach gegen Räbmatter. Wenn er mit seiner Masse erst einmal in Gang kommt, ist er schwierig aufzuhalten. Letztes Jahr habe ich am Homberg-Schwinget gegen ihn verloren. Es fängt immer bei null an. Aber dieses Mal konnte ich den Schlussgang für mich entscheiden. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung – mit Ausnahme des ersten Gangs.»
Döbeli: «Hätte Ergebnis so sofort genommen»
Nicht weit hinter Strebel findet man in der Schlussrangliste einen weiteren Freiämter Eidgenossen. Andreas Döbeli beendet das Schwingfest auf Rang 3a. Dabei war beim Sarmenstorfer lange nicht klar, ob er überhaupt starten kann. Der 26-Jährige kommt frisch von einer Verletzung zurück. «Es hat mich zu Beginn der vergangenen Woche noch ziemlich lange im Bein gezwickt. Wenn mir jemand ein solches Ergebnis vor dem Schwingfest angeboten hätte, hätte ich es sofort so genommen.»
Den ersten Gang gegen den Baselbieter Eidgenossen Adrian Odermatt stellt Döbeli. Aus den nächsten fünf Gängen resultieren für ihn vier Siege und ein weiterer Gestellter. Der Gegner heisst dabei erneut Odermatt. Diesmal ist es Jonas Odermatt, der Bruder von Döbelis erstem Gegner. «In diese beiden Gänge bin ich mit der Einstellung rein, alles zu geben. Ich wollte mir im Anschluss sagen können, dass ich mein Bestes getan habe, ohne weitere Erwartungen zu haben. Mit dem Resultat bin ich zufrieden.» Womit der Sarmenstorfer ebenfalls zufrieden ist: Er hatte keine Schmerzen mehr im Bein im Anschluss an das Schwingfest. «Nur die Schmerzen, die man sonst so hat im Anschluss an einen Schwinget», ergänzt er mit einem Augenzwinkern.
Pascal Johos zweiter Kranz
Punktgleich mit Döbeli, auf Rang 3b, ist ein weiterer Sarmenstorfer zu finden. Pascal Joho konnte in Kestenholz seinen zweiten Kranz gewinnen. «Ich bin sehr glücklich darüber. Aktuell bin ich im Militär und konnte länger nicht trainieren. Umso schöner, dass es trotzdem geklappt hat.»
Am Freitag musste der 19-Jährige noch einen 50-km-Marsch absolvieren. «Ich konnte mich am Samstag aber gut erholen. Am Schwingfest lief dann alles nach Plan. Gegen die Eidgenossen konnte ich stellen. In den Gängen, die ich gewinnen sollte, konnte ich den Sieg auch einfahren. So gab es am Ende ein sehr gutes Ergebnis für mich.»
Wermutstropfen: Weitere Freiämter
Das Kranz-Trio ist glücklich mit seiner Ausbeute. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass bei allen drei Schwingern im Vorfeld nicht alles nach Plan lief. Insgesamt waren 13 Mitglieder des Schwingklubs Freiamt im Einsatz. Weitere Kränze gab es nicht. «Schade. Wäre schön, wenn die Jungen langsam nachrücken», sagt Joel Strebel. «Wir werden ja auch nicht mehr ewig schwingen. Immerhin war Niklas Stocker bis zum letzten Gang im Rennen um einen Kranz. Es sollte aber auch ihm ganz knapp nicht reichen. Aber halb so wild. Die nächste Chance für die jungen Schwinger kommt ja sehr bald.»
Und mit drei Kränzen war der Schwingklub Freiamt trotz allem einer der erfolgreichsten Vereine am Solothurner Kantonalen. Nur die Baselländer vom Schwingclub Binningen konnten mit vier Kränzen mehr einfahren als die Freiämter.
Baselstädtischer Schwingertag am Auffahrtsdonnerstag
Schon übermorgen Donnerstag sind die Freiämter wieder im Einsatz. Diesmal am Baselstädtischen Schwingfest in Basel. Strebel, der zum Start seiner Saison neben dem Solothurner Kantonalschwingfest auch das Hallenschwinget Lenzburg und das Guggibad-Schwinget gewinnen konnte, gibt sich ehrgeizig. «Nach Möglichkeit möchte ich schon wieder den Sieg», sagt er lächelnd. Immerhin geht er als Titelverteidiger ins Rennen. Neben den Schwingern des Nordwestschweizer Schwingerverbandes werden auch Mitglieder des Bernisch Kantonalen Schwingerverbandes, des Innerschweizer Schwingerverbandes und des Südwestschweizer Schwingerverbandes mit dabei sein. «Am Baselstädtischen sind immer sehr starke Gäste vor Ort. Ich nehme Gang für Gang und dann schauen wir, wozu es reicht.»
Ähnlich sieht es Andreas Döbeli. «Es werden sicher viele gute Schwinger vor Ort sein. Aber ich möchte meine Leistung vom Solothurner Kantonalen jetzt bestätigen und sicher einen Kranz anvisieren.» Man darf gespannt sein, ob die Freiämter in Basel wieder zu einem solchen Exploit in der Lage sind, wie am vergangenen Wochenende im Kanton Solothurn. --jl

