Fasnachtsmontag neu beleben
16.01.2026 Villmergen, Region UnterfreiamtIn exakt einem Monat findet in Villmergen die Premiere des Fätzemändig statt
In Villmergen hat die Fasnacht ganz viel Tradition, dies nicht zuletzt dank dem Brauch des Güüggens. Das schliesst aber nicht aus, dass man ab und zu Neues wagt. Mit dem neuen ...
In exakt einem Monat findet in Villmergen die Premiere des Fätzemändig statt
In Villmergen hat die Fasnacht ganz viel Tradition, dies nicht zuletzt dank dem Brauch des Güüggens. Das schliesst aber nicht aus, dass man ab und zu Neues wagt. Mit dem neuen Fätzemändig sollen vor allem die Beizen belebt werden.
Chregi Hansen
Gut möglich, dass die Idee bei einem Bier in einer Beiz entstanden ist. Aber da entstehen oft die besten Einfälle. Und einen solchen hatten die drei Villmerger Otto Sorg, René Schmidli und Rogerio Ferrao. Alle drei überzeugte Fasnächtler. Und voller Motivation, in ihrer Gemeinde etwas ganz Neues auf die Beine zu stellen.
«In Villmergen läuft viel während der Fasnacht. Nur am Montag war in den letzten Jahren wenig los», sagt Otto Sorg. Früher fand am Montag der Turnerball statt. Inzwischen herrscht an diesem Tag tote Hose. «Das ist nicht nur in Villmergen so. Auch in anderen Gemeinden ist am Montag wenig los», ergänzt Rogerio Ferrao. Für René Schmidli hat dies auch mit einer Veränderung der Gesellschaft zu tun: «Es sind immer weniger, die extra Ferien nehmen in dieser Zeit. Wer aber am Dienstag zur Arbeit muss, der bleibt eher am Montag daheim.»
Keine Zeit lassen zum Ausruhen
Und so klafft in Villmergen ein Loch zwischen dem Sonntag mit der grossen Strassenfasnacht und dem Dienstag mit dem Abhösle und der Uslumpete. Dieses Loch wollen die drei jetzt überbrücken. Nicht zuletzt für die Jahrgänger. Sonst kommt es noch so weit, dass die noch einen Tag zum Ausruhen haben, wie sie schmunzelnd erklären. In diesem Jahr findet am Fasnachtsmontag, 16. Februar, erstmals der Fätzemändig statt. «Unser Ziel war es, einen möglichst unkomplizierten Anlass auf die Beine zu stellen, der keinen grossen Aufwand mit sich bringt und trotzdem zum Mitmachen animiert», erklärt Schmidli. Ein Event auch, der nicht wie so viele andere von der Heid-Heid organisiert wird – auch wenn alle drei zu den Ehrenheiden gehören. Und erst noch ein Anlass, den es in dieser Form noch nicht gab.
Das Prinzip ist einfach. Der neue Fätzemändig findet in den Beizen statt. Diese werden am Abend von verschiedenen musikalischen Formationen besucht, die abwechselnd für Unterhaltung sorgen. «Es soll richtig fätzen in den Lokalen», macht Sorg deutlich. Dabei werde bewusst auf kleine Formationen gesetzt, auch wenn die Meinung der drei Initianten unterschiedlich sind, was noch unter klein geht. Zudem gibt es unterschiedliche Musik zu hören. «Wir wollen aber keine Auftritte von Guggenmusiken, die sind schon an anderen Orten präsent», schränkt Ferrao ein. Dadurch, dass die Lokale dekoriert sind und die Gäste hoffentlich verkleidet kommen, soll es aber trotzdem fasnächtlich zu und her gehen.
Das Ganze wurde sehr spontan aufgegleist. «René und ich haben schon länger über so etwas nachgedacht. Mit Rogerio haben wir den richtigen Mann für die Umsetzung», schmunzelt Otto Sorg. Schliesslich ist dieser auch für den Tourplan der Heid-Heid zuständig und weiss, wie man so etwas genau taktet. Weil nur wenig Zeit für die Vorbereitung blieb, sind bei der Premiere nur drei Lokale und vier Formationen dabei. Bei den Beizen sind es das Wirtshaus zur Brauerei, der Freihof sowie Kaiser&Korn. Für die Unterhaltung sorgen Blechreiz aus Muri, die Bänkli-Clique Senioren-Musig aus Oberrohrdorf, das Duo Hudi & Gägeler sowie die einheimischen Peaky Brass (wo auch Otto Sorg mitspielt).
Ganz viel los
Bislang war der Anlass noch geheim. Ausser den drei Organisatoren, den drei Beizern und den musikalischen Gästen weiss noch niemand Bescheid. Jetzt, exakt ein Monat vor dem betreffenden Datum, dem 16. Februar, soll auch die Bevölkerung vom Fätzemändig erfahren. Dabei müssen bis dahin noch etliche Details geklärt werden. Welche Formation wann, wo und wie lange spielt, das gilt es noch auszuknobeln. «Aber wir können garantieren, dass an diesem Abend an allen drei Orten ganz viel los ist. Es lohnt sich also zu kommen, und wir hoffen, dass die Beizen brechend voll sind», schaut Sorg voraus. «Wir fangen jetzt im eher kleinen Rahmen an. Lieber in eher weniger Beizen, dafür sind die dann wirklich voll», ergänzt Schmidli.
Dabei geht der Blick der drei schon in Richtung Zukunft. Der Fätzemändig soll keine einmalige Sache bleiben. Man kann sich vorstellen, diesen in einem Jahr zu wiederholen. Dann vielleicht mit mehr Formationen und mehr Lokalen. Wobei: Ganz so viele Beizen wie früher gibt es auch in Villmergen nicht mehr. Ob es eine Wiederholung gibt, hängt auch davon ab, wie gross die Resonanz ist. «Fasnacht hat ganz viel mit Tradition zu tun. Aber es braucht zwischendurch auch etwas Neues», findet René Schmidli. Dass dies in Villmergen durchaus möglich ist, zeigt die Strassenfasnacht, die vor einigen Jahren aus den Quartieren auf den Dorfplatz verlegt wurde. Und seither jeweils einen Grossteil der Bevölkerung anzieht.
Beste Voraussetzungen
Warum also sollte nicht auch der Fätzemändig ein Erfolg werden? Otto Sorg, René Schmidli und Rogerio Ferrao sind jedenfalls überzeugt, dass die Neuerung ihr Publikum finden wird. Und dafür, dass es so richtig fätzt, dafür sorgt die Musik ganz sicher an diesem Abend. «Alle vier Formationen freuen sich auf die Auftritte in diesem Rahmen. Und auch die Beizer wollen etwas bieten», versichert das Trio. Das sind doch beste Voraussetzungen für einen tollen Abend.

