Es kribbelt vor dem Heimevent
31.03.2026 Motorsport, Wohlen, SportDie Helfer geben Vollgas
Motocross: Am 11. und 12. April pilgern wiederum Tausende Motorsport-Fans ins Freiamt
Vor rund zwei Wochen hat der Aufbau für die 69. Ausgabe des Motocross Wohlen angefangen. An den beiden Renntagen werden ...
Die Helfer geben Vollgas
Motocross: Am 11. und 12. April pilgern wiederum Tausende Motorsport-Fans ins Freiamt
Vor rund zwei Wochen hat der Aufbau für die 69. Ausgabe des Motocross Wohlen angefangen. An den beiden Renntagen werden Tausende Zuschauer und zwischen 300 und 400 Fahrer erwartet. Fast die gleiche Anzahl an Helfern wird dann ebenfalls im Einsatz sein.
Josip Lasic
Rund 300 Helfer werden (pro Tag) im Einsatz sein. Das ist ganz schön viel. «Wir sind wirklich dankbar für jeden, der uns unterstützt», sagt OK-Präsident Ueli Hilfiker. Er erwartet dieses Jahr zwischen 300 und 400 Fahrer, die am Rennwochenende vom 11. und 12. April starten. Im Schnitt kommt also auf einen Fahrer ungefähr ein Helfer. «Wir schätzen uns wirklich glücklich über all die Leute, die mit anpacken. So viel Unterstützung ist nicht selbstverständlich.»
Auch «mühsame» Arbeit
Die Vorbereitungen laufen schon seit Monaten, der Aufbau hat schon vor rund zwei Wochen angefangen. Aktuell fällt vieles an, was der OK-Chef unter «mühsame Arbeiten» zusammenfasst. Löcher graben, Wasser- und Stromleitungen verlegen. «Hier oben haben wir eigentlich nichts. Wir müssen alles auf das Gelände bringen», sagt Hilfiker. Bei diesen Tätigkeiten ist erst ein kleiner Teil der Helfer beim Schloss Hilfikon im Einsatz. «Mit fünf Personen sind wir aktuell oft schneller als mit mehr. Sonst stehen sich die Leute nur gegenseitig im Weg.» Ab Dienstag nach Ostern werden die Aufbauarbeiten intensiver. Dann unterstützt der Zivilschutz Hilfiker und sein Team. «Es ist viel Arbeit. Dabei wissen wir nie, wie viele Zuschauer überhaupt erscheinen. Aber die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Menschen gerne an unseren Anlass kommen.» Im Vorjahr waren es 14 500 Besucher.
Auch dieses Jahr bietet die Veranstaltung dem Publikum einiges. Die Kategorien «Swiss Inter MX1» und «Swiss Inter MX2» kehren nach Wohlen zurück. In diesen kämpfen die Fahrer ebenso wie bei den Seitenwagen und bei den Frauen um Punkte für die Schweizer Meisterschaft. Um Teilnehmer braucht man sich nicht zu sorgen, die kommen von selbst auf die Veranstalter zu. «Wir werben auf Social Media, ebenso mit Plakaten und Flyern, zudem schreiben es die Verbände aus. Danach ist eine aktive Suche nicht mehr nötig. Erst am Wochenende meldete sich wieder ein Motorsportler aus Frankreich und fragte, ob er starten kann.» Das Motocross Wohlen ist eine Institution, auch über die Landesgrenzen hinaus. Dafür sorgen der OK-Präsident und sein Team mit den vielen Helfern seit Jahren. Einem der grössten Anlässe im Freiamt steht auch in diesem Jahr nichts im Wege. Jetzt muss nur noch das Wetter passen.
Motorsport: Der Freiämter Tim Mäder vor dem Motocross Wohlen am 11. und 12. April
Der 24-jährige Tim Mäder ist Mitglied im Motorsport Club Wohlen (MSCW). Der Boswiler startet am Hauptevent und eine Woche später auch beim lizenzfreien Motocross. Mäder hofft auf viele Besucher, gibt aber zu: «Vor den Heimrennen bin ich immer nervös.»
Josip Lasic
Er ist immer noch stark mit dem Freiamt verbunden. Tim Mäder lebt zwar mittlerweile in Sulz im Kanton Luzern, doch er arbeitet immer noch in Boswil, wo er aufgewachsen ist und seine Eltern nach wie vor wohnen. Und Sulz ist eine Nachbargemeinde von Beinwil, wodurch er auch immer noch in der Nähe lebt. «Ich habe schlicht eine gute Wohnung dort gefunden. Abgesehen davon gibt es keinen besonderen Grund, wieso ich dorthin gezogen bin. Ich fühle mich im Freiamt immer noch sehr wohl.» Seine Verbundenheit zur Region wird am Motocross Wohlen deutlich zur Geltung kommen. Mäder ist Mitglied beim Motorsport Club Wohlen (MSCW), der den Event organisiert. «Das Heimrennen ist immer ein extrem schönes Erlebnis», erzählt der gelernte Mechaniker. Es kribbelt beim Lokalmatador vor dem Heimanlass. «Ich kenne sehr viele Leute am Anlass. Und da ich im Verein bin, helfe ich auch mit, die Strecke abzustecken. Das ist auch etwas, was ich an anderen Rennen nicht erlebe und speziell ist.»
Eltern erlauben Sport erst nicht
Dem Verein beigetreten ist er, seit er Rennen fährt. Das ist gar nicht so lange her. 2022 startete er in der Kategorie Junioren A und konnte sie gleich gewinnen. Davor startete er nicht an Rennen. «Dabei wollte ich als kleiner Junge schon Motorrad fahren», erzählt er. Beeinflusst wurde er dadurch sicher von seinem Vater, der ebenfalls im Rennsport aktiv war, allerdings mit einem Strassenmotorrad.
Trotzdem haben ihm seine Eltern zunächst nicht erlaubt, diese Sportart auszuüben. «Angefangen habe ich vor rund zehn Jahren, mit 14, als ich so langsam in die Lehre kam und mir das Ganze teilweise selbst finanzieren konnte. Es hiess aber in meiner Familie, dass ich zuerst die Lehre abschliessen soll, bevor ich an Rennen teilnehme. Deshalb hat sich alles noch ein wenig hinausgezögert.»
«Etwas Besonderes»
Trotzdem entwickelte er sich zu einem guten Fahrer. Nach dem Sieg in der Junioren-Kategorie wechselte er zu den Masters. In der Masters Open Serie erreichte er in den letzten drei Jahren zweimal die Top Ten.
In dieser Klasse startet er auch beim Motocross Wohlen am Hauptwochenende. Eine Woche später tritt er beim lizenzfreien Motocross an und startet im Yamaha Cup bei Swiss Moto. «Darauf liegt mein Hauptfokus.» Letztes Jahr belegte er in der Schweizer Meisterschaft von Swiss Moto in der Kategorie National 250 den 9. Rang, ein Jahr zuvor Rang 7.
Am lizenzfreien Motocross findet auch die Clubklasse MSCW statt, die vereinsinterne Meisterschaft der Wohler. Auch an dieser möchte er teilnehmen. «Dort holte ich letztes Jahr den 2. Platz. Das ist bisher meine beste Platzierung in Wohlen.» Mäder freut sich auf den Heimevent, ist aber auch nervös. «Es ist etwas Besonderes, vor so vielen Leuten zu fahren, die ich kenne. Und in Wohlen ist es auch schwierig, sich eine Platzierung vorzunehmen. Gefühlt starten dort immer viel mehr Fahrer im Vergleich zu anderen Rennen.» Dennoch sagt er, dass ein Top-10-Platz bei den Masters Open realistisch sein sollte. Das ist ihm letztes Jahr auch gelungen.
Bisher bestritt er in diesem Jahr nur ein Rennen in Bäretswil (Rang 7 bei den Masters Open). Wohlen wird sein zweites und drittes Rennwochenende. Bis dahin gilt es noch ein wenig zu trainieren. «Da ich Vollzeit arbeite, bleiben mir nur am Wochenende Möglichkeiten zu trainieren. Das werde ich aber jetzt über Ostern noch etwas nutzen.» Unterstützt wird er dabei in erster Linie von seiner Familie. Mechanische Arbeiten am Motorrad erledigt er selbst. «Das ist der Vorteil, wenn man eine abgeschlossene Lehre in diese Richtung hat.»
Nach Wohlen wird er noch 15 weitere Rennen bis Oktober bestreiten. Unter anderem wird er mit dem Motocross Muri und demjenigen in Waldhäusern noch zwei Anlässe in seiner Freiämter Heimat besuchen. Ein gutes Ergebnis in Wohlen könnte vielleicht ein gutes Omen für den Rest seiner Saison bedeuten. «Ich freue mich auf jeden Fall auf alle, die am Motocross Wohlen erscheinen.»



