Es geht wieder aufwärts
10.02.2026 Beinwil/Freiamt, Region OberfreiamtMarco Lütolf ist seit 14 Jahren Präsident der TCS-Untersektion Freiamt
Sicherheit – es ist das grosse Thema des TCS. Schweizweit, aber auch im Freiamt. Dieses Jahr wird speziell die Schulwegsicherheit in Auw unter die Lupe genommen. Präsident Marco ...
Marco Lütolf ist seit 14 Jahren Präsident der TCS-Untersektion Freiamt
Sicherheit – es ist das grosse Thema des TCS. Schweizweit, aber auch im Freiamt. Dieses Jahr wird speziell die Schulwegsicherheit in Auw unter die Lupe genommen. Präsident Marco Lütolf blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Und auch im neuen Jahr bietet der TCS einiges – auch gesellschaftlich.
Annemarie Keusch
Belächelt. Das wurde der TCS. Dass er neu auch angerufen werden kann, wenn jemand handwerkliche Unterstützung braucht, das stiess auch auf Skepsis. Marco Lütolf, Präsident der Untersektion Freiamt, macht aber genau hier einen der Gründe aus, weshalb der TCS wieder wächst. «Gerade ältere Leute sind froh, sich auch mit solchen Themen an uns wenden zu können», weiss Lütolf. Und eben, das schlägt sich in den Mitgliederzahlen nieder. Per Ende Oktober waren schweizweit über 1,6 Millionen Menschen Teil des TCS, im Aargau sind es über 135 000, in der Untersektion Freiamt über 24 000 – mehr als drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor, nachdem die Zahlen in den letzten Jahren eher sanken. Stolz sagt Lütolf: «Wir sind die zweitgrösste Sektion im Aargau, obwohl die Bevölkerungsdichte im Freiamt nicht so hoch ist wie in anderen Regionen.»
Der TCS hilft. Vor allem im Strassenverkehr. Ob Panne oder Unfall, ob mit dem Auto, mit dem Motorrad oder mit dem Velo. Das weiss Lütolf auch aus eigener Erfahrung. «Seit ich mein erstes Auto gekauft habe, bin ich Mitglied. Kurze Zeit später war ich froh darum, als bei meinem alten Karren das Kupplungskabel riss und mir geholfen wurde.» Im TCS dabei ist der 63-Jährige also schon lange, seit 14 Jahren ist er Präsident der Untersektion. «Eine sinnstiftende Aufgabe», sagt er. Einen Club mit über 20 000 Mitgliedern zu präsidieren, davor habe er anfänglich schon grossen Respekt gehabt. «Aber es macht auch Freude und gibt mir viel.» Die positiven Rückmeldungen jener etwa, denen dank dem TCS geholfen werden konnte. «Wir erleben viel Dankbarkeit.»
Wieder über 200 Mitglieder an Versammlung
Und Lütolf macht es Spass, einen Verein mitzugestalten, auf regionaler Ebene, aber auch auf kantonaler, wo er als Präsident ebenfalls Vorstandsmitglied ist. Gerade auf kantonaler Ebene war im vergangenen Jahr einiges los. Am bisherigen Standort in Birr wurde das Prüfzentrum geschlossen und parallel zentralere Standorte in Baden und Aarau eröffnet. «Ein wichtiger Schritt, um näher bei den Mitgliedern zu sein», sagt Marco Lütolf. Die Nähe zu den Mitgliedern schaffen aber primär die Untersektionen. So ist es auch im Freiamt. Mit der Generalversammlung, an der vor rund einem Monat wiederum über 200 Mitglieder teilnahmen. Vor allem aber mit einem abwechslungsreichen Jahresprogramm, das der gesamte Vorstand miterarbeitet: Schlittenfahrt in Davos, Fronleichnamsausflug in die Erlebniswelt am Bodensee, Brunch auf dem Hallwilersee, Besuch des Weihnachtsmarktes in Freiburg – diese Aufzählung ist nicht abschliessend. «Ja, das Gesellschaftliche wird bei uns grossgeschrieben», betont Lütolf.
Der TCS bringt die Leute zusammen. Aber er macht viel mehr. Der Strassenverkehr und alles, was mit ihm im Zusammenhang steht, ist nach wie vor das Hauptthema. Sicherheit ist ein entsprechend gewichtiger Faktor – die Sichtbarkeit einer der vielen Aspekte. «Eine einfache, aber effektive Massnahme, um Unfälle zu vermeiden.» Lütolf zitiert dabei aus einer erschreckenden TCS-Zählung von 2023: Ein Drittel der Velos und fast zwei Drittel der E-Scooter fahren nachts ohne Licht. «Diese Zahlen dürften sich seither leider nicht verbessert haben.»
Niederwil, Villmergen, jetzt Auw
Überhaupt, die Zahlen zeigen deutlich, dass die Anzahl Unfälle zwar abnimmt, aber jene, die tödlich enden, zunehmen. Besonders frappant bei jungen Motorradfahrern. «Die Anpassung an die EU-Norm betreffend Herabsetzung der Altersbeschränkung ist unsinnig», wird Marco Lütolf deutlich. Mit 16 Jahren könne man Gefahren schlicht weniger einschätzen, Tempo ebenfalls. «Auch das weiss ich aus eigener Erfahrung.» Sicherheitsbedenken macht der Präsident der TCS-Untersektion Freiamt aber auch geltend, wenn es um Elterntaxis geht. «Ein leidiges Thema, weil gerade bei Schulhäusern die Sicherheit noch zentraler ist.»
Aufklären, informieren und wenn nötig auch politisch aktiv werden – das macht der TCS. Und er setzt sich vor allem bei Kindern und Jugendlichen für die Verkehrssicherheit ein. Mit den Infotafeln zum Schulanfang, mit Warnwesten, mit Velohelmkontrollen. Hinzu kommen seit einiger Zeit Audits in Bezug auf Schulwegsicherheit. Nur 13 davon macht der TCS jährlich in der Schweiz. Zum dritten Mal hintereinander nun in einer Freiämter Gemeinde. «Wie mir das geglückt ist? Wir Freiämter sind eben schnell», sagt Marco Lütolf und lacht. 2024 in Niederwil, 2025 in Villmergen – wo die Erkenntnisse gleich beim Schulhausneubau miteinbezogen werden – und 2026 nun in Auw. Lütolf weiss: «Das sind sehr aufwendige Projekte.» Unter anderem mit Drohnen und Bewegungssensoren werden die Wege der Schülerinnen und Schüler ermittelt und die Daten akribisch ausgewertet. Wo braucht es zusätzliche Massnahmen zur Stärkung der Sicherheit? Wo sind Sperrungen notwendig? Auf solche Fragen erhalten die Gemeinden Antworten und Empfehlungen.

