Emotionen, die berühren
03.07.2026 SchuleAbschlussfeier der Heilpädagogischen Schule im Schulhaus Junkholz
Wie in anderen Schulen werden die Schulabgänger an der Heilpädagogischen Schule (HPS) gebührend verabschiedet. Mit der Beendigung ihrer Schulzeit haben sie bereits eine riesengrosse ...
Abschlussfeier der Heilpädagogischen Schule im Schulhaus Junkholz
Wie in anderen Schulen werden die Schulabgänger an der Heilpädagogischen Schule (HPS) gebührend verabschiedet. Mit der Beendigung ihrer Schulzeit haben sie bereits eine riesengrosse Hürde geschafft und sind bereit für den nächsten Abschnitt ihres Weges.
Die Abschlussfeiern der HPS sind immer mit vielen Emotionen verbunden. Umso mehr, wenn die zu verabschiedenden Schülerinnen und Schüler praktisch ihre ganze Schulzeit im Junkholz verbracht haben. Besonders für Schüler mit Autismus ist der Abschied etwas Einschneidendes. «Jede Änderung ihres täglichen Ablaufs ist eine grosse Herausforderung», erklärt die Schulleiterin Marcelle Tschachtli. Doch nicht nur die Schüler haben mit den Emotionen zu kämpfen. Auch den Lehrpersonen und den pädagogischen Mitarbeitenden geht die Verabschiedung nahe.
An der HPS gehören sie viel mehr zum Alltag als bei Regelklassen. Dies hat auch Elisabeth Abbassi zu spüren bekommen. Sie übernahm vorübergehend während rund einem Jahr die Schulleitung der HPS. «Es ist ganz anders als an einer Regelschule», erklärt sie, «die HPS ist eine sehr emotionale Schule.» Als Abbassi damals Ariane Gregor für die Vertretung zusagte, wusste sie nicht, was sie erwartet.
Während ihrer Zeit als stellvertretende Schulleiterin wurde sie immer wieder überrascht und stand vor Herausforderungen. Für sie war die Zeit im Junkholz schön und häufig auch sehr berührend. «Die Schüler sind ehrlicher, und wenn sie etwas sagen, ist es so, wie sie es empfinden.» Als pensionierte Lehrerin und ehemalige Präsidentin des Aargauer Lehrerverbandes hat sie grossen Respekt vor der Arbeit an dieser Schule. «Ich habe hier sehr viel gelernt und werde zahlreiche wunderschöne Bilder mitnehmen.» Sie hat den Entscheid nicht bereut und würde es auf jeden Fall wieder tun.
«Elisabeth war die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort», verabschiedet sich Marcelle Tschachtli herzlich von ihrer Stellvertretung. «Du warst da, als ich nicht mehr konnte, und bist geblieben, bis ich vollständig genesen bin.»
Tränen und Standing Ovations
Neun Schülerinnen und Schüler verlassen die HPS. Sie haben ihre reguläre Schulzeit beendet und werden in Othmarsingen und Lenzburg einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Bei der Verabschiedung merkt man die entstandene Bindung. Die HPS ist nicht nur eine Schule. Sie ist für die Schüler zugleich auch ein Zuhause, ein Anker und Familie. So verwundert niemanden, dass die Stimme von Melanie Flury bei der Verabschiedung zittert. Und auch Valentino Scussel versucht, seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. «Ich bedanke mich bei euch für das wunderschöne letzte Jahr, in dem wir zusammenwachsen konnten», meint er, «ich würde mich freuen, von euch zu hören.»
Mit Standing Ovations werden die Schulabgänger von der Lehrerschaft und den Eltern gefeiert. Lachend winken sie von der Bühne in den Saal, umarmen sich oder klopfen sich auf die Schulter. Eine weitere Hürde wurde gemeistert und es wird bestimmt nicht die letzte sein. Doch dank der liebevollen Unterstützung der Lehrer und Mitarbeitenden können sie zuversichtlich einen Schritt weitergehen.
Doch nicht nur Schüler verlassen die HPS. Renata Vrankovic feiert gleichzeitig ihr 20-Jahr-Jubiläum und ihre Verabschiedung. Mit einem 25-Jahr-Jubiläum wird Susanne Braun verabschiedet. «Wir müssen sie beide in den Ruhestand entlassen», meint Marcelle Tschachtli bedauernd. Die HPS ist bekannt dafür, dass Lehrer und Mitarbeitende hohe Jubiläen feiern dürfen. So gibt es einmal mehr Standing Ovations für Ursula von Burg Rohr. Sie darf einen Blumenstrauss zum 30-Jahr-Jubiläum entgegennehmen.
Ebenfalls werden Eddy Hürlimann und René Schober aus dem Elternrat verabschiedet. Der Elternrat unterstützt die HPS seit drei Jahren in vielen Belangen. «Ich weiss nicht, wie wir es vor dem Elternrat geschafft haben», meint die Schulleiterin schmunzelnd. Auch Nadja Alluisetti wird die HPS wegen einer Weiterbildung verlassen. Doch bevor sich die Wege endgültig trennen, stehen alle nochmals gemeinsam auf der Bühne. «Eine berührende Feier», meint Jonas Meier, Leiter der Integra, «wenn dich das nicht mitnimmt», und streicht sich über den Arm. --mo

