Ein kleines Märchen zum Abschied
27.05.2026 Sport, Fussball1. Liga classic: FC Wohlen – Concordia Basel 3:0 (1:0)
Tolle Tore. Starker Einsatz. Und ganz viel Freude. Das letzte Heimspiel des FC Wohlen ist eine wunderbare Abschiedsgeschichte für den abtretenden Trainer Piu. Sein Sohn Luca Nascimento trifft herrlich zum ...
1. Liga classic: FC Wohlen – Concordia Basel 3:0 (1:0)
Tolle Tore. Starker Einsatz. Und ganz viel Freude. Das letzte Heimspiel des FC Wohlen ist eine wunderbare Abschiedsgeschichte für den abtretenden Trainer Piu. Sein Sohn Luca Nascimento trifft herrlich zum 1:0. Ein Augenblick, der den Papa zu Tränen rührt.
Stefan Sprenger
Der Moment in der 16. Minute könnte aus einem romantischen Film stammen. Luca Nascimento löst sich von seinem Gegenspieler. Der Eckball von Bijan Dalvand kommt perfekt auf den ersten Pfosten. Der 18-Jährige steigt sprunggewaltig hoch und trifft herrlich zum 1:0. Es ist fast schon kitschig. Der Sohn trifft bei der Dernière des Papas. Die Emotionen, die sich im Stadion Niedermatten entladen, sind einfach nur harmonisch. «Ich war kurz vor den Tränen», sagt Trainer und Papa Piu. «Aber ich habe es kontrolliert, schliesslich gab es noch ein ganzes Spiel zu coachen.» Für seinen Sohn Luca Nascimento ist sein zweites Tor in dieser Spielzeit ebenfalls besonders. Schon das erste war emotional, im August 2025 erzielt er das 1:0 gegen den FC Aarau im Schweizer Cup (am Ende 1:3). Jetzt sagt er: «Das war natürlich ein sehr schöner Moment. Es ist das letzte Heimspiel meines Vaters, ich treffe, wir gewinnen. All das wird in Erinnerung bleiben.»
Abschiedsspiel wird zur kleinen Gala
In Erinnerung bleiben wird allen Matchbesuchern – und vor allem Gegner Concordia Basel – auch die Dominanz des FC Wohlen. In der ersten Halbzeit kommt der Gast eigentlich nie gefährlich vors Tor. Wohlen kontrolliert die Partie. Das Tor von Nascimento nach einer Viertelstunde hilft und gibt weiter Auftrieb. Ausnahme bilden die 10 Minuten kurz vor der Pause, da kommt «Congeli» besser auf. Doch jener Aufschwung verfliegt in der zweiten Halbzeit. Die Wohler spielen stark, verteidigen hervorragend, kommen zu Torchancen. «Überzeugender geht nicht. Wir haben grösstenteils total dominiert und gepowert», sagt Trainer Piu, dessen Abschiedsspiel in den Niedermatten zu einer kleinen Gala wird.
Goalie-Bock und Sissoko-Wucht
Eine Gala, die nach einer Stunde entschieden ist. 56. Minute: Milo Minder, letztes Jahr Schweizer Meister mit der U19 von Basel, leistet sich im Tor von Concordia Basel einen Riesenbock. Der Goalie wartet zu lange, will dann den Ball weghauen, doch schiesst den heranbrausenden Nicola Peter an. Die Kugel fliegt direkt ins Tor. 2:0. 58. Minute: Stürmer Dramane Sissoko wird von Luca Nascimento optimal lanciert und setzt sich wuchtig gegen mehrere Basler durch – und er schliesst eiskalt ab. 3:0. «Dann haben wir die Partie souverän durchgezogen», so Piu. Nach der Partie ist er happy. «Ein schöner Tag.
Ein schönes Spiel. Ein schöner Abschluss. Es ist sogar besser, als ich es mir gewünscht hätte», so Piu. Mit diesen drei Punkten ist klar: Nach dem 11. Rang in den Saisons 2023/24 und 2024/25 wird es nun eine bessere Klassierung sein. Erst recht, wenn es am Samstag (16 Uhr) auswärts in Bassecourt zum Abschluss noch einen Sieg gibt. Dann liegt gar der 6. Rang drin. Jener Fakt und das Gezeigte gegen Concordia Basel bringen Piu zur Aussage: «Heute haben wir bewiesen, dass in dieser Saison mehr möglich gewesen wäre.» Der Unterschied zu den meisten anderen Partien der Vergangenheit: Gegen Concordia kann Piu auf fast alle Topspieler zurückgreifen, einzig Edison Golaj und Javi Gabathuler fehlen. Man erkennt, was im Team stecken würde, wenn die besten Akteure dabei sind. Die Abwehr um Boss Alban Pnishi ist sackstark. Die Offensivabteilung ist kreativ und effizient – und erzielt die Tore im richtigen Moment. Dazu gibt das Team grossen Einsatz und versprüht Spielfreude. So macht es Spass. Die erneut gut gezählten 300 Zuschauer erlebten einen tollen Fussballnachmittag. Und Piu erhält sein kleines Fussballmärchen an seiner Dernière in den Niedermatten. Und dies auch dank einer Klasse-Leistung seines Sohnes Luca Nascimento, der mit einem Tor und einem Assist zum Mann des Spiels wird.
Einfach Pnishi
Er fehlte verletzungsbedingt oft, absolvierte bislang nur fünf Spiele in der Rückrunde. Captain und Abwehrboss Alban Pnishi bewies in den letzten beiden Spielen gegen die Black Stars (1:0-Sieg) und Concordia (3:0) seine Wichtigkeit. «Mit ihm geht alles einfacher», meint Trainer Piu. Pnishis Präsenz ist für die Sicherheit des Teams von enormer Bedeutung. Er selbst sagt zum 3:0-Sieg: «Das war wohl eines unserer besten Saisonspiele. Und es zeigt: Wir konnten unser Potenzial viel zu selten beweisen.» Der Hauptgrund für Pnishi: Es fehlten immer wieder wichtige Spieler. «Wenn alle – oder der Grossteil – fit sind ist wie heute gegen Basel, dann sieht man unsere grosse Qualität», so Pnishi.


