Ein überraschender Exploit
04.08.2026 Sport, RadsportMountainbike: Shana Huber aus Muri holt sich eine Medaille in der U19-Kategorie an den Europameisterschaften
Die Mountainbike-EM im Tessin werden zu einem Schweizer Medaillenfest. Die erst 16-jährige Shana Huber aus Muri zeigt dabei ihr riesiges Talent und holt sich ...
Mountainbike: Shana Huber aus Muri holt sich eine Medaille in der U19-Kategorie an den Europameisterschaften
Die Mountainbike-EM im Tessin werden zu einem Schweizer Medaillenfest. Die erst 16-jährige Shana Huber aus Muri zeigt dabei ihr riesiges Talent und holt sich die Silbermedaille. «Das ist mein grösster Erfolg», sagt Huber und blickt positiv in die Zukunft.
Stefan Sprenger
Am Monteceneri im Kanton Tessin fand die Heim-EM im Mountainbike statt. Bei Temperaturen um die 35 Grad drehte die Gastgebernation auf. In den sechs Short-Track-Rennen gewann die Schweiz zwei Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille. Hinzu kam der Titel in der Mixed-Staffel. Und auch bei den Junioren-Kategorien sahnte das Heimland ordentlich ab. Die Freiämterin Shana Huber holte sich im U19-Short-Track-Rennen die Silbermedaille. Und dies ist ein überraschender Exploit. Auch wenn die Murianerin in Vergangenheit auch schon den Titel holte in jüngeren Kategorien an einer Junioren-EM, ist dies für sie der bislang grösste Erfolg ihrer Karriere.
Erfolg nach schwieriger Phase
«Nach einigen schwierigen Wochen ist das für mich unglaublich. Ich bin einfach nur glücklich», sagt das junge Talent. Shana Huber ging ohne grosse Erwartungen in das Rennen. Die Wochen zuvor waren mühsam, sie fühlte sich nicht wohl, die Resultate passten nicht. «Aber ich wusste, dass mir diese Strecke liegt. Aber dennoch hätte ich nie mit einem Podestplatz gerechnet.»
Nach einem hervorragenden Start auf staubiger Strecke setzte sie sich vorne fest. Sie fuhr ein taktisch sehr cleveres Rennen. «Ich habe meine Kräfte gut eingeteilt und fühlte mich richtig stark auf dem Bike», sagt Huber, die den Grossteil des Rennens mit der Ungarin Nikoletta Kiss an ihrer Seite fuhr (sie belegte am Ende den 3. Rang). Den Sieg holte sich die Tschechin Barbora Bukovska. «In der letzten Runde habe ich nochmals angegriffen. Es reichte nicht mehr ganz nach vorne.Vielleicht hätte es geklappt, wenn ich es früher versucht hätte», erklärt sie.
Sogar ein wenig Wehmut: «Titel wäre möglich gewesen»
Shana Huber ist mehr als glücklich, jedoch kam abends auch ein wenig Wehmut auf. «Es wäre gar der Titel möglich gewesen.» Die Freude über den Vize-Europameistertitel überwiegt aber klar den Gedanken, dass es auch auf den 1. Rang hätte reichen können. In der U19-Kategorie nehmen die Jahrgänge 2008 und 2009 teil. Huber – am 24. August 2009 geboren – gehörte zu den jüngsten Teilnehmerinnen in jener Altersklasse. «Ich erhielt viele Gratulationen und Nachrichten. Eine grosse Party gab es aber nicht», sagt sie. Denn einen Tag später fuhr sie noch ein zweites Rennen über die Olympische Distanz. Die Renndauer beträgt rund eine Stunde. Und in jenem Wettkampf gab es einen Dämpfer. Denn ihr Belastungsasthma meldete sich. Sie konnte das Rennen nicht beenden und musste Forfait geben. «Das war sicherlich enttäuschend für mich», erklärt die junge Spitzenathletin.
Jetzt bereitet sie sich im Tessin auf ihren nächsten grossen Einsatz vor. Ende August startet sie in Italien dann erstmals an einer Bike-Weltmeisterschaft (in der U19-Kategorie). Ihre Erwartungen: «Erfahrungen sammeln und schauen, wie es läuft.» Die Heim-EM hat gezeigt, dass bei ihr alles möglich ist. Aber eben auch ein frühzeitiges Aus. Sie blickt positiv in die Zukunft. Auf die Radquer-Rennen im Winter, auch das neue Jahr, wo sie mit dem älteren Jahrgang in der U19-Kategorie noch stärker einzustufen ist. Und irgendwann in den kommenden Jahren muss sie sich entscheiden, auf welche Disziplin sie setzt. Auf die Strasse oder das Mountainbike? «Momentan wäre der Entscheid noch sehr schwierig. In rund zwei Jahren werde ich mich aber für etwas entscheiden müssen. Ich hoffe, es wird sich von selbst ergeben.» Die Tendenz geht aktuell Richtung Strassenrennen.


