Die Schweizer Nati im Rekordspiel mit 14:27 unterlegen, SHV-Präsident Jenny enttäuscht
Weltrekord. 53 000 Zuschauer sind beim EM-Auftaktspiel im Düsseldorfer Fussballstadion dabei und sehen, wie die Schweiz von Gastgeber Deutschland demontiert wird. Der ...
Die Schweizer Nati im Rekordspiel mit 14:27 unterlegen, SHV-Präsident Jenny enttäuscht
Weltrekord. 53 000 Zuschauer sind beim EM-Auftaktspiel im Düsseldorfer Fussballstadion dabei und sehen, wie die Schweiz von Gastgeber Deutschland demontiert wird. Der Wohler Verbandspräsident Pascal Jenny sagt: «Das war schmerzhaft.»
Die Bühne war so gross wie nie zuvor. Deutschland spielt gegen die Schweiz zum Auftakt in die Handball-Europameisterschaft. Und die Partie vor der Rekordkulisse von 53 586 Fans absorbierte grosse mediale Aufmerksamkeit. «Der Tag in Düsseldorf war von A bis Z eindrücklich. Ich hatte Gänsehaut-Feeling. Die Nationalhymne, die Stimmung – und bis zur 10. Minute im Spiel war es ein Glücklichmacher», sagt der Wohler Pascal Jenny, früherer Nati-Spieler und heutiger Präsident des Schweizerischen Handballverbandes (SHV). Auch besonders an diesem Tag: Jenny feierte gemeinsam mit Hans-Peter Strebel aus Muri, Erbauer des «OYM» in Cham (das auch von Handballern genutzt wird) und EV-Zug-Präsident, dessen Geburtstag in Düsseldorf.
Jenny, Strebel und die Handballwelt sehen dann zu, wie die Schweiz ab der 10. Minute untergeht. Deutschland führte zu diesem Zeitpunkt 3:2. Die Schweiz mit Superstar Andy Schmid hielt einigermassen mit. Doch dann riss der Faden komplett. Im Angriff ging gar nichts mehr. 13:8 zur Pause, 27:14 am Ende. Eine Klatsche für die Schweiz. «Der Anlass top. Das Schaufenster so gross wie nie zuvor. Umso ärgerlicher ist der Auftritt von Team und Staff. Eine Reaktion gab es nicht», sagt Jenny.
«Trainiert ihr gleich viel wie die Deutschen?»
Eigentlich wollte man «eine Euphorie entfachen», wie Jenny gegenüber dieser Zeitung im Interview letzte Woche sagte. Daraus wurde nichts. Im Gegenteil. Und das ärgert den Freiämter Verbandsboss gehörig. «Selten schauen so viele Nicht-Handballer zu. Es war ein Rekordspiel, das Medieninteresse riesig. Wenn man dann derart krass unterlegen ist, dann irritiert dies Zuschauer und Interessierte ausserhalb der Community doppelt.»
Es sei nicht üblich, dass auf höchstem Niveau so grosse Qualitätsunterschiede zutage kommen. Dies zeigt sich in den Reaktionen, die Jenny miterlebte: «Trainiert ihr gleich viel wie die Deutschen?», lautete eine Frage. Oder: «War es von Anfang an eigentlich klar, dass ihr hier nur Sparring-Partner seid?» Und dies ist für Jenny – der im Vorfeld den Schweizern reelle Siegeschancen einräumte – ebenfalls enttäuschend. «Weil wir nie so viele gute Spieler in der besten Liga der Welt hatten. Das Niveau wäre also da gewesen. Aber wir konnten es nicht abrufen. Wir müssen sicher intern nachfragen, ob es eine Kopfsache war – die Rekordkulisse war natürlich beeindruckend. Aber auch taktisch müssen wir uns hinterfragen. Die Deutschen haben die Achse Schmid-Kreisläufer mit unglaublicher Konstanz und Fokus von der ersten Sekunde an zugestellt. Wir hatten keine Lösungen dagegen.»
«Am Ziel halten wir fest»
Trotz Klatsche in diesem Rekordspiel geht es weiter an dieser EM. Am Sonntag (18 Uhr) geht es gegen die Topnation Frankreich, am Dienstag (18 Uhr) gegen Nordmazedonien. Gespielt wird in Berlin, SHV-Präsident Pascal Jenny ist natürlich dabei. «Am Ziel halten wir fest. Wir wollen mindestens ein Spiel der Gruppe gewinnen, Gruppendritter werden und dann eine gute Auslosung für die WM-Quali erhalten.» --spr