Staatskundetag an der Bezirksschule Wohlen
Für die 3. Klassen der Bezirksschule stand am Donnerstag der alljährliche Staatskundetag auf dem Programm. Im Fokus war ein Blick auf die Schweizer Armee und ob sie noch nötig ist.
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Staatskundetag an der Bezirksschule Wohlen
Für die 3. Klassen der Bezirksschule stand am Donnerstag der alljährliche Staatskundetag auf dem Programm. Im Fokus war ein Blick auf die Schweizer Armee und ob sie noch nötig ist.
Josip Lasic
Der Musiksaal in der Bezirksschule Wohlen ist voll. Die sechs dritten Klassen haben sich alle eingefunden für das Podiumsgespräch am Nachmittag. Vertreter von sechs Jugendparteien diskutieren zum Thema, mit dem sich die Schüler dieses Jahr auseinandersetzen. «Der Ukrainekrieg zwingt der Schweiz Fragen auf: Ist die Schweizer Armee nötig und richtig aufgestellt für die künftigen Bedrohungen von innen und aussen? Braucht es auch die Frauen im Militär- oder Zivildienst? Schafft die Schweiz einen Alleingang oder sollte sie sich unter den Schutzschirm der Nato begeben? Und: Ist Neutralität noch sinnvoll und vertretbar?»
Ja zur Armee, aber …
Bereits am Morgen lernen die Schüler die Vertreter der Jungparteien kennen und erhalten einen Einblick in ihre Standpunkte zur Thematik. Mit dabei sind die JSVP, die Jungfreisinnigen, die Juso, die Junge Mitte, die Jungen Grünen und die JGLP. Bevor die Jungpolitiker aber ihre Argumente untereinander austauschen, stellt sich der Jugendrat der versammelten Schülerschaft vor. Dabei erfahren sie, wie sie sich selbst in der Gemeinde Wohlen politisch einbringen können und welche Projekte der Jugendrat schon umgesetzt hat. Beispielsweise eine Glasentsorgungsstelle beim Skatepark oder Hygieneartikelspender für Mädchen und Frauen, die an der Jugendsession gewünscht wurden und vom Jugendrat an den Toiletten der Wohler Schulen umgesetzt wurden. Bei der Podiumsdiskussion im Anschluss fungiert Fabian Schambron, Prorektor der Kantonsschule Wohlen, als Moderator, um eine faire Diskussion zu gewährleisten. Erstaunlicherweise sind sich die Vertreter der Jungparteien aber grösstenteils einig.
Einzig Alessio Porriciello von der Juso spricht sich deutlich gegen eine Armee aus. «Die Schweiz ist finanziell so wichtig. Gelder aus diversen Ländern sind bei Schweizer Banken angelegt. Insofern ist es unrealistisch, dass uns ein Land wie Deutschland angreift.»
Die anderen Parteien sind der Ansicht, dass eine Armee notwendig ist. Wie diese aussehen soll, darüber bestehen aber unterschiedliche Vorstellungen. Während sich Lukas Abt von der JSVP und Tim Voser von den Jungfreisinnigen für eine konventionelle Armee aussprechen, weil diese abschreckend wirkt und man auch eine Feuerwehr behalte, auch wenn man sie nicht braucht, weil man froh ist, dass sie da ist, wenn sie benötigt wird, war Anna-Lena Drahts von den Jungen Grünen da etwas anderer Ansicht. «Benötigt es eine Armee mit Soldaten, oder ist es nicht sinnvoller, sich gegen Cyber-Kriegsführung und biologische und chemische Angriffe zu wappnen?»
Für die Schüler, die sich mit Fragen an der Diskussion beteiligen konnten, eine spannende und informative Runde.