Die Sägen sind im Zentrum
10.04.2026 Region Oberfreiamt, Boswil, Kommende EventsFräs-, Säge- und Spaltertag am 16. und «Altiseträff» am 17. Mai auf dem Lärchenhof Boswil
Selbst fahrende Sägen. Es ist eine von verschiedenen Sammlerleidenschaften von Christian Keusch. Die älteste hat Jahrgang 1899. An einem ...
Fräs-, Säge- und Spaltertag am 16. und «Altiseträff» am 17. Mai auf dem Lärchenhof Boswil
Selbst fahrende Sägen. Es ist eine von verschiedenen Sammlerleidenschaften von Christian Keusch. Die älteste hat Jahrgang 1899. An einem Fräs-, Säge- und Spaltertag soll dieses alte Handwerk aufleben. «Alles, was raucht und fährt» ist dann am «Altiseträff» willkommen.
Annemarie Keusch
Christian Keusch grinst. «Ich sammle alles, was nicht jeder in seiner Werkstatt stehen hat.» Bei den selbst fahrenden Sägen trifft das ganz sicher zu. Zehn besitzt er mittlerweile. Viele davon sind aktuell in seinem hofeigenen Museum oder noch in einer Lagerhalle untergebracht. «Die meisten sind funktionstüchtig», sagt er und lacht. Im Einsatz sind sie aber im Alltag nie. «Höchstens mal an einem Oldiwägeler-Tref fen.»
Bei den Oldiwägelern stehen aber alte Traktoren im Fokus. Alle drei Jahre organisiert der Verein ein grosses Treffen – ebenfalls auf Keuschs Lärchenhof in Boswil. Er ist ebenfalls Teil des OKs. An einem Anlass der Oldiwägeler Freiamt war es denn auch, als die Idee zum nun bevorstehenden Anlass entstand. «Aber die Organisation hat nichts mit dem Verein zu tun», betont Keusch. Es ist ein anderes, fünfköpfiges OK am Werk. Aber es war zu vorgerückter Stunde unter Oldtimer-Freunden, als die alten Sägen zum Thema wurden. Christian Keusch weiss: «Früher hab es bereits ein solches Treffen im Kanton Bern.» So erzählten es ihm andere Sägensammler. Man kennt sich. Die Szene ist klein. Und im ganzen Land verteilt. Das zeigt sich, wenn Keusch erzählt, wo er seine Sägen überall abgeholt hat: am Genfersee, im Berner Oberland.
Einst waren Störsäger in Dörfern unterwegs
Diese Sägen in den Einsatz zu nehmen, zu präsentieren. Das war die Grundidee. Angedacht war, die Freunde einzuladen. Daraus wurde nun ein grosses zweitägiges Fest. Am Fräs-, Säge- und Spaltertag am Samstag, 16. Mai, stehen dabei die Sägen klar im Vordergrund. «Normalerweise gibt es an Oldtimer-Ausstellungen eine, die irgendwo in einer Ecke steht», weiss Christian Keusch. Jetzt liegt der Fokus auf ihnen. Er ist überzeugt: «Dabei kommen sicher viele Erinnerungen hoch.» Erinnerungen, als längst noch nicht auf jedem Hof oder in jedem Haus eine Fräse stand. «Störsäger waren mit ihren Gefährten unterwegs, um auf Auftrag Holz zu sägen – vom einen Haushalt zum nächsten.» In seiner Sammlung hat Keusch ein Exemplar, das im ganzen Haslital bekannt ist.
Was ihn an den Sägen fasziniert? «Das alte Handwerk, die damalige Ingenieurskunst, die noch immer funktioniert.» Kurzum, er habe einfach Freude daran. Und diese Freude will er teilen. Das geht, dank vier anderen, die er für das OK begeistern konnte. Dazu gehört Martin Wyrsch. «Nein, ich selbst habe keine Säge, aber einen alten Traktor. Ich liess mich anstecken von seiner Begeisterung», sagt Wyrsch mit Blick auf Christian Keusch.
Schwierig vorauszusehen
Um 9 Uhr startet der Event. Festwirtschaft, musikalische Unterhaltung, Attraktionen für Kinder – all das gehört dazu. Und um 16 Uhr wird Holz versteigert, das zuvor gefräst, gesägt und gespalten wurde. Wie viele Maschinen vor Ort sein werden, das ist für die Organisatoren schwierig zu sagen. «Wie gesagt, die Sammlerszene ist klein.» Auf wie viel Interesse der Anlass stösst, sei ebenfalls schwer vorherzusagen. «Wir lassen es auf uns zukommen. Es soll ein gemütlicher Anlass werden, ganz im Zeichen des vergangenen Holzer-Handwerks.» Sägen, Seilwinden, Motorsägen, Spaltmaschinen, Fräsen. «Wir sind selbst gespannt», gestehen Keusch und Wyrsch. «Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen, das macht mir grossen Spass», nennt Christian Keusch seine Motivation. Für das Fest nimmt das OK einiges an Aufwand auf sich. «Auch darum dachten wir, dass es doch schade wäre, wenn der Anlass nur einen Tag dauert», sagt Martin Wyrsch. Zu noch vorgerückterer Stunde wurde dem Fräs-, Säge- und Spaltertag der «Altiseträff» angehängt. Am Sonntag, 17. Mai, wird von Velotöffli bis Autos alles da sein, was alt ist, aber noch raucht und fährt. «Die drei originellsten Fahrzeuge werden wir prämieren», sagt Christian Keusch. Eine fahrbare Badewanne vielleicht. «Auch hier wissen wir nicht, was kommt. Und für den Sonntag muss man sich auch nicht anmelden.»
Auf tausend Besucherinnen und Besucher über die beiden Festtage hinweg hofft das OK. Und auch darauf, dass die Faszination für altes Handwerk, noch konkreter für alte, fahrbare Sägen, auch andere begeistert.
Mehr Infos: www.saegmaehlfaest.ch.

