Der Rückkehrer
27.03.2026 Fussball, Sport1. Liga classic: Djordje Komatovic vor dem Spiel Wohlen – Muttenz (Samstag, 17 Uhr, Niedermatten)
Djordje Komatovic ist seit dieser Rückrunde wieder beim FC Wohlen. Zuletzt konnte der 21-jährige Offensivspieler mit zwei Toren auf sich aufmerksam machen. ...
1. Liga classic: Djordje Komatovic vor dem Spiel Wohlen – Muttenz (Samstag, 17 Uhr, Niedermatten)
Djordje Komatovic ist seit dieser Rückrunde wieder beim FC Wohlen. Zuletzt konnte der 21-jährige Offensivspieler mit zwei Toren auf sich aufmerksam machen. Aus seiner Sicht haben die Freiämter in den letzten Spielen zu wenige Punkte geholt. Das möchte er morgen Samstag gegen Muttenz ändern.
Josip Lasic
450 Zuschauer jubeln auf den Niedermatten, als Djordje Komatovic am vergangenen Samstag den Ball im Tor der U21 von GC versenkt. Er erzielt den zwischenzeitlichen Ausgleich im Spiel des FC Wohlen gegen den Leader. Am Ende verlieren die Freiämter trotzdem mit 1:4. «Schade. Wir hatten weitere Torchancen. Wenn wir eine nutzen, nimmt das Spiel vielleicht einen anderen Verlauf», sagt der Torschütze. «Aber für mein Selbstvertrauen war es wichtig, dass ich getroffen habe.»
Schon im Spiel davor gegen Besa Biel ist der 21-Jährige erfolgreich. Dort erzielt er in der Nachspielzeit das Tor zum 6:3-Endstand. In den fünf Spielen seit seiner Rückkehr ins Freiamt trifft er zweimal. Mit Kaltblütigkeit vor dem Tor begann auch sein Aufstieg beim FC Wohlen. Nach Stationen beim FC Kulm und FC Suhr wechselt er mit 14 Jahren in die Juniorenabteilung der Wohler. Im März 2023 wirft ihn der damalige Fanionteam-Trainer Ryszard Komornicki gegen Rotkreuz ins kalte Wasser. Der damals 19-Jährige dankt es, indem er in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt und Wohlen einen Punkt sichert. Eine Woche später wiederholt sich das, als er in Dornach kurz vor Schluss eingewechselt wird, zum 2:1 trifft und den Freiämtern den Sieg beschert.
Komatovic erhält einen Vertrag in der ersten Mannschaft. In der ersten Saison unter Trainer Piu erzielte er in 28 Spielen nur fünf Tore und drei Assists. Sein Potenzial bleibt sichtbar. Die U21 des FC Luzern holt ihn in die Promotion League.
Blitzstart in der Innerschweiz
In Luzern trifft Komatovic in den ersten sieben Spielen fünfmal. «Es fing für mich als Aussenseiter extrem gut an», erzählt er. «Ich kam aus dem Breitenfussball, hatte keine Ausbildung in U-Teams von Spitzenvereinen, wie die meisten meiner Mitspieler. Trotzdem konnte ich mich behaupten.» Doch seine Karriere stagniert. Die U21 der Luzerner gibt Super-League-Spielern Spielpraxis, weshalb seine Einsatzzeiten abnehmen. Er wechselt zu Kriens und bleibt in der Promotion League. Der Trainer der Krienser ist der Waltenschwiler Michael Winsauer.
Einen Freiamt-Bonus gibt es für Komatovic nicht. Zum Saisonstart kommt er selten zum Einsatz – und verletzt sich anschliessend. «In dieser Zeit hat das Team einen Sieg nach dem anderen geholt. Irgendwann hatte der Trainer seine Stammspieler.»
Ein bewusster Schritt zurück
Kriens nimmt Kurs auf den Aufstieg. Komatovic spielt dabei keine Rolle. In diesem Winter kehrt er zum FC Wohlen zurück. «Das ist ein Schritt zurück aus der Promotion League in die 1. Liga classic. Aber ich mache ihn bewusst, um wieder Anlauf zu holen.» Während seiner Zeit in Luzern und Kriens lebte er in einer WG auf dem Campus des Super-League-Clubs. Jetzt wohnt er wieder bei seiner Familie in Unterkulm.
Früher konzentrierte er sich nur auf den Fussball. Heute arbeitet der gelernte Polymechaniker in einem Fitnessstudio in Aarau. Ob er eines Tages wieder in die Promotion League will und einen Versuch unternimmt, in einer höheren Liga Fuss zu fassen oder beim FCW bleibt, kann er noch nicht sagen. «Wichtig ist, dass ich wieder spiele und Freude am Fussball habe. Die habe ich bei Wohlen wiedergefunden. Ich hatte im Winter auch andere Angebote. Aber in Wohlen kenne ich den Verein, die grossartige Infrastruktur und auch die meisten Spieler.» Er erzählt, dass ihn das Team grossartig aufgenommen hat. «Der Mannschaftsgeist ist super.»
Die Leistungen stimmen aus seiner Sicht, aber die Resultate noch nicht. «Gegen Zug müssen wir drei Punkte holen, spielen aber unentschieden, weil wir zu wenig effizient sind. Gegen Besa Biel zeigen wir offensiv ein gutes Spiel, kassieren aber viele Gegentore. Und gegen GC U21 waren wir lange ebenbürtig. Insgesamt haben wir aus drei guten Leistungen zu wenige Punkte geholt.»
Morgen Samstag, 17 Uhr, haben die Freiämter das vierte Heimspiel in Folge. Gegner ist Muttenz, der aktuelle Tabellenvierte. «Ein starkes Team. Wir haben den nötigen Respekt vor ihnen. Im letzten Heimspiel dieser Serie wollen wir aber drei Punkte holen. Ich konzentriere mich darauf. Und darauf, weitere Tore zu erzielen.»

