Der Akt – mit aller Konsequenz
19.09.2023 WohlenAusstellung im Schlössli: Larissa-Katharina Frei zeigt ihre Werke
Am liebsten kreiert und malt sie Aktbilder. Diese Werke stellt Larissa-Katharina Frei noch bis am 8. Oktober im Schlössli aus. Die Vernissage lebte nicht nur von den Bildern, sondern auch von ...
Ausstellung im Schlössli: Larissa-Katharina Frei zeigt ihre Werke
Am liebsten kreiert und malt sie Aktbilder. Diese Werke stellt Larissa-Katharina Frei noch bis am 8. Oktober im Schlössli aus. Die Vernissage lebte nicht nur von den Bildern, sondern auch von tollen Saxofon-Klängen von Rafael Frei und den fachmännischen Worten von Kunsthistorikerin Sabine Arlitt.
Daniel Marti
Das kommt ziemlich selten vor. Erst kürzlich hatte Hans Furter, Präsident der Kunstkommission, ein Werk von Larissa-Katharina Frei in den Händen. Denn vor elf Jahren stellte die Künstlerin bereits in Wohlen im Gemeindehaus aus. Und die Gemeinde – das waren noch Zeiten – kaufte den ausstellenden Kunstschaffenden damals ein Bild ab. Aus Interesse, aus Respekt. Und genau dieses Bild landete bei Hans Furter. Und der staunte: «Sie bleibt mit grosser Konsequenz beim Thema. Aktzeichnungen.» Er gab auch zu, dass sich die Qualität steigerte, eine Entwicklung festgestellt werden darf, so Experte Furter.
Es ist aber nicht so, dass sich Larissa-Katharina Frei nur dem Akt zuwendet. Sie zeichnet auch Porträts und dreidimensionale Figuren. Trotzdem: Der Akt steht im Mittelpunkt ihres Schaffens und im Mittelpunkt der Ausstellung. «Sie mag die Natur und die Bewegungen», liefert Furter den Grund dazu.
Dagegen mag sie Häuser, wie etwa das alte und sanierte Schlössli, wo die Ausstellung stattfindet, eher weniger. Aber hier im Schlössli sei vieles anders. «Hier ergibt sich nun eine Symbiose zwischen Raum und Ausstellungswerken», folgerte Furter, übrigens ein Schlössli-Retter.
Die Geschlechter verbinden sich
Sabine Arlitt machte den umgekehrten Weg. Sie ging zur Künstlerin nach Hause. Bei ihrem Besuch in Wohlen entdeckt die Kunsthistorikerin auch Porträts, Skizzen und Keramiken. Freies künstlerisches Schaffen ist eben vielfältig. «Und viele Werke scheinen darauf zu drängen, an die Öffentlichkeit zu gelangen», so Arlitt in ihrer Laudatio. «Für Larissa-Katharina Frei ist es eben wichtig, das eigene Schaffen präsentieren zu können und mit dem Publikum in persönlichen Gedankenaustausch zu treten.» Diese Sehnsucht und das Miteinander seien auch die Themen ihrer Arbeit.
Zurück zum Akt. Dieser wird laut Arlitt äusserst vielfältig dargestellt. «Die Geschlechter vermischen und verwandeln sich.» Oft wandeln sie sogar zwischen Vereinigung und Trennung.
Mit diversen Weiterbildungskursen hat sich Larissa-Katharina Frei ihr Können angeeignet und es entwickelt. Seit 1998 ist sie als Künstlerin tätig, und zwar im Bereich der figurativen Malerei mit grossformatigen Aktbildern in Acryl sowie mit figürlichen Plastiken aus Keramik. Dazu kommen andere Techniken wie Aquarellieren, Zeichnen, Filzen.
Gefühlsfarben und Ruhe
Larissa-Katharina Frei besuchte die Freie Kunstschule in Bad Cannstatt bei Stuttgart und von 1989 bis 1992 die Universität Regensburg, Studium der Kunstgeschichte und Pädagogik; von 1992 bis 1998 die Fachhochschule Düsseldorf, Studium der Innenarchitektur im Fach Architektur mit Abschluss als Diplom-Ingenieurin FH. All dies führte dazu, dass man in ihrem Kunstatelier für zeitgenössische Kunst in Wohlen Kunst betrachten, vermitteln und auch kaufen kann.
Oft steht Larissa-Katharina Frei auch im Wettstreit mit den Farben. «Sie lässt die Farben in den Vordergrund drängen», so Sabine Arlitt. «Körperfarben werden durch Gefühlsfarben ersetzt.» Stets auf der Suche nach dem verbindenden Element. Und neben der Dynamik wolle die Künstlerin immer auch die Ruhe suchen.
Der Hang zu den Farben ist natürlich nicht zufällig. Larissa-Katharina Frei bietet bei sich, bei «ArtLara», auch Farbkonzepte und Zeichenkurse an. Die vielen Skizzen der Künstlerin bezeichnet die Kunsthistorikerin übrigens als eine «Art Übergangslösung». Übergangslösungen zu den Aktbildern? «Im Grunde steht nicht das Abbild im Vordergrund, sondern die Persönlichkeit», so eine weitere Erkenntnis von Sabine Arlitt.
Die Ausstellung im Schlössli dauert bis am 8. Oktober. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 17 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 11 bis 15 Uhr. Die Künstlerin ist jeweils am Sonntag anwesend.