Das rückt bis 2029 in den Fokus
30.06.2026 MuriGemeinderat präsentiert neues Legislaturprogramm – Weiterentwicklung statt Richtungswechsel
Der neu zusammengesetzte Gemeinderat hat sich mit der Zukunft der Gemeinde auseinandergesetzt. Das neue Legislaturprogramm zeigt, welche Themen prägend sein werden ...
Gemeinderat präsentiert neues Legislaturprogramm – Weiterentwicklung statt Richtungswechsel
Der neu zusammengesetzte Gemeinderat hat sich mit der Zukunft der Gemeinde auseinandergesetzt. Das neue Legislaturprogramm zeigt, welche Themen prägend sein werden und wie sich die Gemeinde als attraktive, verlässliche, vorausschauende und kultivierte Zentrumsgemeinde weiterentwickeln will.
Muri wächst, entwickelt sich weiter und übernimmt als Zentrumsgemeinde im Freiamt wichtige Aufgaben für die Region. Der Gemeinderat hat das erste Halbjahr der neuen Amtsperiode deshalb bewusst genutzt, um sich in der neuen Zusammensetzung zu finden, gemeinsame Haltungen zu klären und die strategischen Prioritäten für die Jahre 2026 bis 2029 festzulegen. Die Legislaturplanung knüpft an die bisherige Arbeit an.
Sie steht nicht für einen Richtungswechsel, sondern für eine gezielte Weiterentwicklung. Viele Themen, die Muri bereits in den vergangenen Jahren beschäftigt haben, bleiben wichtig und werden konsequent weitergeführt. «Es ging nie darum, alles neu zu erfinden», hält Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger fest. «Die Legislaturplanung ist für uns Evolution, nicht Revolution. Wir bauen auf dem auf, was in den letzten Jahren erarbeitet wurde, setzen aber dort neue Akzente, wo sich die Anforderungen verändern.»
Sorgfältiger Prozess mit Gemeinderat und Verwaltung
Der Erarbeitung ging ein mehrstufiger Prozess voraus. Der Gemeinderat orientierte sich an der Struktur des bisherigen Legislaturprogramms und entwickelte diese weiter. Grundlage bildeten eine fundierte Lagebeurteilung, eine repräsentative Bevölkerungsbefragung sowie mehrere Workshops mit dem Gemeinderat und allen Abteilungsleitenden. Dabei wurden Stärken und Herausforderungen analysiert, Zukunftsbilder geschärft, Leitsätze überprüft und politische Schwerpunkte priorisiert.
Nach der gemeinsamen Vorarbeit mit der Verwaltung hat der Gemeinderat das Legislaturprogramm schliesslich verabschiedet. Budmiger blickt auf den Prozess zurück: «Gerade für einen neu zusammengesetzten Gemeinderat ist es wertvoll, sich zu Beginn vertieft mit der Gemeindeentwicklung auseinanderzusetzen. Wir haben viel Zeit investiert, von der Vision über das Leitbild bis zu den Schwerpunkten. Das schafft ein gemeinsames Verständnis für die Aufgaben, die vor uns liegen.»
Bewährte Schlüsselprojekte
Das Legislaturprogramm bestätigt mehrere langjährige Schlüsselprojekte. Dazu gehören die Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof, die Förderung der 15-Minuten-Gemeinde mit attraktiven Fuss- und Veloverbindungen, moderne Infrastruktur für Vereine, Kultur, Sport und Freizeit sowie Grünräume und ökologische Aufwertungen im Siedlungsgebiet. Auch die Schulraumplanung bleibt ein zentrales Entwicklungsfeld. Sie schafft die Grundlage für einen zeitgemässen Schulbetrieb, gute Lernbedingungen und passende Betreuungsangebote.
Ergänzend dazu gewinnt die digitale Bildung weiter an Bedeutung. Der Gemeinderat will eine klare Haltung zum digitalen Lernen entwickeln und gleichzeitig bewährte Lernformen erhalten. «Die Schulraumplanung bleibt eines der wichtigsten Schlüsselprojekte für Muri», unterstreicht Budmiger. «Sie betrifft nicht nur die Schule, sondern auch Familien, Betreuung, Infrastruktur und das Wachstum unserer Gemeinde. Gleichzeitig müssen wir die Frage beantworten, wie digitales Lernen sinnvoll in einen zeitgemässen Schulalltag eingebettet wird.»
Neue Akzente
Neben der Weiterführung bewährter Projekte setzt der Gemeinderat neue Akzente. Ein besonderes Gewicht erhält die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Muri will regionale Aufgaben partnerschaftlich angehen, Synergien nutzen und dort Dienstleistungen anbieten, wo gemeinsame Lösungen für alle Beteiligten Mehrwert schaffen. Weitere Akzente liegen bei der konsequenten Umsetzung von «Energiestadt», bei der aktiven Standortförderung sowie bei guten Rahmenbedingungen für das einheimische Gewerbe. Damit stärkt Muri seine Rolle als Zentrumsgemeinde, die Verantwortung übernimmt und die Entwicklung der Region mitgestaltet. «Muri will die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden aktiv anbieten und vertiefen», erklärt Budmiger. «Viele Herausforderungen enden nicht an der Gemeindegrenze. Wenn wir Synergien nutzen, Dienstleistungen gemeinsam denken und regionale Lösungen ermöglichen, stärken wir nicht nur Muri, sondern den ganzen Raum Freiamt.»
Mobilität, Alterspolitik und Lebensqualität
Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt die Mobilität. Der Gemeinderat bekennt sich weiterhin klar zum Langsamverkehr und zur Förderung attraktiver Fuss- und Veloverbindungen. Zusammen mit der Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof, einem verträglichen Durchgangsverkehr und einer regional abgestimmten Mobilitätsstrategie soll Muri im Alltag gut erreichbar und lebenswert bleiben.
Auch die Alterspolitik erhält in der neuen Legislatur besonderes Gewicht. Die demografische Entwicklung stellt Gemeinden vor zentrale Fragen: beim Wohnen, bei Betreuung und Pflege, bei Begegnungsmöglichkeiten, bei der gesellschaftlichen Teilhabe und bei der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Budmiger ordnet ein: «Der Langsamverkehr ist kein Nebenthema. Gute Fuss- und Veloverbindungen machen Muri zugänglicher, stärken die Lebensqualität und passen zu einer modernen Zentrumsgemeinde.» Zur Alterspolitik ergänzt er: «Wir wollen dieses Thema bewusst und strategisch angehen, damit Muri auch für ältere Menschen eine verlässliche, lebenswerte und gut vernetzte Gemeinde bleibt.»
Von der Strategie zur Umsetzung
Das Legislaturprogramm verbindet die langfristige Vision Muri 2040 mit konkreten Schwerpunkten für die Jahre 2026 bis 2029. Es dient dem Gemeinderat und der Verwaltung als strategische Orientierung und zeigt, wo in den nächsten Jahren Prioritäten gesetzt werden. Die Schwerpunkte werden nun in Massnahmenplänen konkretisiert. Diese bilden die Grundlage für Projekte, Jahresprogramme und die Budgetierung.
Damit bleibt das Legislaturprogramm nicht bei strategischen Absichten stehen, sondern wird Schritt für Schritt in die Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung überführt. «Muri soll sich verlässlich, vorausschauend und mit Augenmass entwickeln», fasst Budmiger zusammen. «Das Legislaturprogramm hilft uns, die vielen Aufgaben zu ordnen, Ressourcen gezielt einzusetzen und die Zukunft unserer Gemeinde aktiv zu gestalten.»
--red
Das vollständige Dossier «Vision und Leitbild, Legislaturplanung 2026 bis 2029» steht ab sofort bereit unter: www.muri.ch.

