Das Präsidium bleibt in Wohlen
12.06.2026 Dintikon, Region UnterfreiamtDernière für Perroud
Repla Unteres Bünztal tagte in Dintikon
Die Wahlen waren das eine grosse Thema an der Abgeordnetenversammlung der Repla Unteres Bünztal. Präsident Arsène Perroud und Peter Wyss traten nicht mehr an, ...
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Repla Unteres Bünztal tagte in Dintikon
Die Wahlen waren das eine grosse Thema an der Abgeordnetenversammlung der Repla Unteres Bünztal. Präsident Arsène Perroud und Peter Wyss traten nicht mehr an, Roland Vogt wurde neu in den Vorstand gewählt. Er übernimmt auch das Präsidium. Der andere Schwerpunkt: Ein neues Instrument zur koordinierten Entwicklung der Sportinfrastruktur. --tst
Die Abgeordnetenversammlung der Repla Unteres Bünztal stand im Zeichen der Verabschiedung von Arsène Perroud
Die Abgeordneten der Repla Unteres Bünztal tagten in Dintikon. Die Wahlen zur Gesamterneuerung des Vorstands erfolgten einstimmig, aus den Arbeitsgruppen gab es viel zu berichten.
Thomas Stöckli
«Roland, ich gratuliere dir herzlich zur einstimmigen Wahl.» Die Aussage von Arsène Perroud, seit 2018 Präsident des Regionalplanungsverbands (Repla) Unteres Bünztal, markiert einerseits den Führungswechsel, hält andererseits aber auch fest, dass Wohlen als Zentrumsgemeinde in der Verantwortung bleibt: Roland Vogt, der Perroud als Gemeindeammann beerbt hat, tritt nun auch seine Nachfolge als Repla-Präsident an.
Weit über Raumplanung hinaus
Von «turbulenten Zeiten» spricht Repla-Vizepräsident Roland Polentarutti, zurückblickend auf den Amtsantritt Perrouds vor acht Jahren. Dem nun abtretenden Präsidenten attestiert er, sich im Vorstand für die Interessen Wohlens eingesetzt, dabei aber auch auf die kleineren Gemeinde gehört zu haben. Die Regionalplanung sei eine der grössten Herausforderungen, so Polentarutti weiter, gelte es doch die Interessen von elf Gemeinden, 46 000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie unterschiedlicher Anspruchsgruppen unter einen Hut zu bringen. Dabei habe Perroud nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet, mit Weitblick Weichen für die Zukunft gestellt. Als Beispiele nennt er die Einführung der Geschäftsstelle, die Lancierung der regionalen Wirtschaftsförderung und jüngst die Zusammenarbeit mit der Repla Oberes Freiamt. «Arsène Perroud hat das Schiff auf Kurs gebracht und übergibt es in bestem Zustand.»
Arsène Perroud gibt die Lorbeeren weiter an seine Vorstandskollegen, die Arbeitsgruppen und weitere Weggefährtinnen und -gefährten. Entsprechend appelliert er an seinen Nachfolger, den engagierten Leuten Sorge zu tragen. «Die Arbeit der Repla geht weit über die Raumplanung hinaus», so der abtretende Präsident weiter. Diese Vielfalt an Themen sei es denn auch, was die Arbeit so spannend mache. «Es war mir eine grosse Ehre und Freude, der Repla Unteres Bünztal in all diesen Jahren vorzustehen. Ich durfte immer sehr viel Wohlwollen erfahren, und für das bin ich sehr dankbar.»
Zwischen Lenzburg und Wohlen
Nebst Arsène Perroud kehrt auch Peter Wyss dem Vorstand den Rücken. Zum Legislaturwechsel ist er aus dem Gemeinderat Hägglingen zurückgetreten. «Er hat viel mitgetragen», würdigt Perroud das Engagement seines Vorstandskollegen Peter Wyss. Als bereichernde Elemente nennt er dessen konstruktive Art, Verlässlichkeit, Weitsicht und regionale Perspektive. Die restlichen Vorstandsmitglieder wurden in globo wiedergewählt. Es sind dies: Roland Polentarutti aus Dottikon als Vizepräsident, Hans Rätzer, Othmarsingen, Meinrad Baur, Sarmenstorf, Ueli Lütolf, Villmergen, und Pascal Vontobel, Waltenschwil.
Als Gastgeber hat ziemlich genau eine Stunde vor der Erneuerungswahl Bernhard Wespi die 46 Abgeordneten – alle Gemeinden waren vertreten – im Gemeindesäli Dintikon begrüsst. Politisch zum Bezirk Lenzburg gehörend sei seine Gemeinde stark nach Wohlen und Villmergen orientiert, begründete Wespi die Beteiligung seiner Gemeinde an der Repla Unteres Bünztal: «Die regionale Zusammenarbeit wird immer bedeutender und die Herausforderungen enden nicht an der Gemeindegrenze», hielt der Dintiker Ammann fest. Entsprechend wertvoll seien der Austausch und die Suche nach gemeinsamen Lösungen.
In seinem Jahresbericht zeigte Arsène Perroud die Vielfalt der Themen auf, mit denen sich die Repla beschäftigt, so setzte sich der Vorstand unter anderem mit Trinkwasserversorgung, Verkehrsfragen, Sportanlagen und kommunaler Planung auseinander. Sehr aktiv sei die Kommission Öffentlicher Verkehr Freiamt gewesen. «Wir sind bei diversen Baustellen dran», hielt Kommissionspräsident Reto Widmer fest und liess tiefer blicken: So werde die zweite umsteigefreie Direktverbindung nach Aarau–Olten beziehungsweise Langenthal derzeit für 2028 erwartet. «Die Zusammenarbeit mit dem Kanton ist sehr gut», so Widmer. Man sei auch auf gutem Kurs, die S42 nach Zürich langfristig zu erhalten: «Der Kanton unterstützt das voll. Und auch die SBB hat den Bedarf erkannt.»
In der Vernehmlassung zum Fahrplan hat die Repla sieben Begehren beim Kanton deponiert. Ein zentrales Anliegen bleiben zudem Fernverkehrshalte in Wohlen und Muri. Zumindest einen Teilerfolg habe man da bereits erzielen dürfen mit dem ersten IC nach Lugano vor Ostern.
Neuer Fachbegleiter
Aus der Arbeitsgruppe Landschaft und Umwelt rapportierte Roland Polentarutti: «Ziel war immer, Sachen in den Boden und auf den Boden zu bringen», zeigte er sich pragmatisch. Das externe Mandat der Arbeitsgruppe Landschaft und Umwelt geht nach fast 40 Jahren vom schwer erkrankten Felix Naef an Philipp Schuppli über.
Nebst der Exkursion zum Thema Schwammstadt nach Mandach berichtete Polentarutti von diversen Baumund Heckenpflanzungen, von neuen Teichen und von Bachaufwertungen. Weitere Pflanzungen sind nun in Hendschiken, Dintikon, Sarmenstorf, Villmergen und Wohlen vorgesehen. Zudem sei geplant, die nicht erschlossen Quellen in der Region zu inventarisieren.
Das Thema Schwammstadt beschäftigt die Arbeitsgruppe als mehrjähriger Schwerpunkt. Weiter gilt es, das Landschaftsentwicklungsprogramm zu aktualisieren. Ein entsprechender Fragebogen geht demnächst an die Gemeinden. «Das ist ein rein informatives Organ», hielt Polentarutti fest. Der Auftrag komme vom Kanton, weshalb der auch 80 Prozent der Kosten trage.
Gesundheit und Wirtschaft
Informatives wusste auch Claudia Long, Präsidentin der Arbeitsgruppe Gesundheitsversorgung, welche die Repla Unteres Bünztal gemeinsam mit jener von Mutschellen-Reusstal-Kelleramt betreibt, zu erzählen. Ihr Dauerauftrag ist es, die Entwicklung in der Langzeitpflege im Auge zu behalten. «Der aktuelle Bettenbestand reicht mittelfristig», hielt sie fest. Als Hauptgründe nennt sie den Ausbau des ambulanten Angebots über die vergangenen Jahre, aber auch den guten Allgemeinzustand der Bevölkerung. Geplant ist eine Umfrage bei der Generation 65+, unter anderem soll es auch darum gehen, welchen Mehrwert eine Regionale Beratungs- und Informationsstelle liefern könnte.
Über den Stand bezüglich der neu lancierten Wirtschaftsförderung Bünztal orientierte Claudia Heger. Die Wirtschaftsförderin setzt sich an der Schnittstelle zwischen Gemeinden und Gewerbe ein für Wertschöpfung, Standortattraktivität und Vernetzung. «Es kommen viele Anfragen von Firmen, die Raum oder Flächen suchen», hat sie festgestellt. In dem Zusammenhang bewirbt sich die Repla gemeinsam mit jener des Oberen Freiamts für eine kantonale Förderung.
Günstig und gut
Mit einem Aufwandüberschuss von 42 000 Franken hat die Repla das budgetierte Minus von 18 000 Franken verpasst. Als Hauptgrund dafür nannte Perroud den verzögerten Start der Wirtschaftsförderung. So seien Kosten, die für 2024 vorgesehen waren, erst im Planungsjahr angefallen. Für das Laufende Jahr ist ein Minus von 22 000 Franken vorgesehen. Zusatzkosten von 20 000 Franken fallen bei der Wirtschaftsförderung an, im Sinne der Siedlungs- und Standortentwicklung. Dafür steigt der Beitrag des Kantons von derzeit 17 000 auf 40 000 Franken.
Der Jahresbeitrag der Gemeinden bleibt bei 2.50 Franken pro Einwohner – respektive die Hälfte bei Mitgliedern, die in zwei Replas dabei sind. «Damit sind wir meines Wissens die Günstigsten», so Perroud. «Und trotz des bescheidenen Beitrags sind wir bezüglich Output ganz vorne dabei.»
Regionales Konzept für Sportanlagen
Fachlicher Input an der Repla-Versammlung
Zur Abgeordnetenversammlung der Repla Unteres Bünztal gehört traditionell ein fachlicher Input. Diesmal referierten Salome Baumberger vom kantonalen Sportamt und Dimitri Murbach von der Metron Raumentwicklung AG über das neue Instrument «Regionales Sportanlagenkonzept» (Resak) zur koordinierten Entwicklung von Sportinfrastrukturanlagen. Konkret gehe es darum, finanzielle und räumliche Ressourcen effizient einzusetzen. «Wenn eine Gemeinde eine Doppelhalle braucht und die Nachbargemeinde eine einfache, kann es Sinn machen, zusammen eine Dreifachhalle zu bauen», erläutert Baumberger, die selbst aktive Lacrosse-Spielerin ist. Im grösseren Rahmen könne es aber auch um ein Hallenbad oder ein Eisfeld gehen, die von regionalem Nutzen seien.
«Im Vergleich zu vor 40 Jahren treiben viel mehr Leute Sport. Sport ist immer und überall», so Murbach. Zentral für das Konzept ist die Schnittstelle zwischen Sportverbänden und Gemeinden, aber auch die Koordination der Gemeinden untereinander. So geht es darum, den Bestand abzubilden und mit den Bedürfnissen abzugleichen. «Knackpunkt ist die Finanzierung», ist sich der Raumentwickler bewusst.
Ein regionales Konzept ist ab 2030 Voraussetzung, um Beiträge aus dem Swisslos-Sportfonds zu erhalten. Dazu müssen Konzepte bis zum 1. Juli 2029 eingereicht werden. Der Kanton bietet Hilfestellung mit einem Leitfaden und mit einer Anschubfinanzierung. Konkret gibt es 30 000 Franken sowie zusätzlich 50 Rappen pro Einwohner in der Region, die durch die Planung abgedeckt wird. --tst



