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06.02.2026 Villmergen, Region UnterfreiamtVillmergen: Das Baugesuch für die Umnutzung des Michel-Hauses als Jugendtreff liegt auf
Weil der Kindergarten Bündten mehr Platz benötigt, muss der Jugendtreff umziehen. An der Schulhausstrasse steht dafür ein kleines Einfamilienhaus zur ...
Villmergen: Das Baugesuch für die Umnutzung des Michel-Hauses als Jugendtreff liegt auf
Weil der Kindergarten Bündten mehr Platz benötigt, muss der Jugendtreff umziehen. An der Schulhausstrasse steht dafür ein kleines Einfamilienhaus zur Verfügung. Wobei es sich um eine «längerfristige Übergangslösung» handelt, wie die Verantwortlichen betonen.
Chregi Hansen
Es wird eine Umstellung. Sowohl für die Jugendlichen wie auch die Mitarbeitenden der Jugendarbeit. Vom sehr grossen Raum am jetzigen Standort geht es in ein Haus mit sehr kleinen Zimmern. Das sogenannte Michel-Haus an der Schulhausstrasse ist ein Einfamilienhaus alter Tage. Mit kleiner Küche, kleinem Bad und mehreren Zimmerchen. Mitten im Zentrum. Da stellt sich schnell die Frage: «Ist das Haus als Jugendtreff geeignet?»
In Sachen Gestaltung kaum Grenzen gesetzt
Davon ist der Gemeinderat überzeugt. «Das Gebäude ist grundsätzlich sehr gut geeignet und verfügt über ausreichend Flächen und Räume. Ein grosses Plus einer älteren Liegenschaft ist zudem, dass den Jugendlichen beim Gestalten der Räume fast keine Grenzen gesetzt sind, da sie vermutlich die letzten Nutzer sind», sagt Daniel Füglistaler. Die Infrastruktur sei grundsätzlich solide, jedoch entsprechen Küche, Elektroinstallationen sowie Fluchtwege, Geländer und Zugänge teilweise nicht den heutigen Anforderungen. Daher sind bauliche Anpassungen und kleinere Sanierungsarbeiten notwendig. Zudem werden einzelne Wände entfernt, damit wieder ein grosser Raum entsteht, der für verschiedene Funktionen genutzt werden kann. «Das Haus bietet eine heimelige Atmosphäre und kann als Jugendhaus einen besonderen Stellenwert erlangen», ist Füglistaler überzeugt.
Er macht zudem deutlich, dass dem Entscheid ein langer Prozess vorausging. Die heute von der Jugendarbeit genutzten Räume beim Kindergarten waren schon beim Bau vor gut zehn Jahren als Reserve für die Schule gedacht. «Sie bieten optimale Flächen und Strukturen, um als Klassenzimmer und Nebenräume genutzt zu werden», so Füglistaler. Nachdem sich abgezeichnet hat, dass der Kindergarten die Räume selber benötigt, habe man sich auf die Suche nach einem neuen Standort für den Jugendtreff gemacht. Pascal Rosa, Leiter Liegenschaften, und Olivier Hug, Leiter Hauswartung, wurden schon im Jahr 2024 beauftragt, in den gemeindeeigenen und anderen Liegenschaften auf dem Gemeindegebiet nach möglichen Alternativen zu suchen. «Nach dem Kauf der Liegenschaft an der Schulhausstrasse 16 kamen erste Gedanken und Ideen auf, diese zwischenzeitlich als Jugendtreff zu nutzen», erklärt der Gemeinderat.
Jugendliche in den Umzug einbeziehen
Das Team der Jugendarbeit war in den Prozess involviert. «Seit Beginn der Überlegungen rund um den Umzug haben wir uns von der Gemeinde sehr unterstützt gefühlt. Die Bedürfnisse der Jugendarbeit sowie ihrer Besuchenden wurden ernst genommen. In gemeinsamer Abstimmung wurde der neue Standort als aktuell bestmögliche verfügbare Option definiert», sagt Jugendarbeiterin Maria Valandro. Wie sich der neue Standort bewähren wird, werde sich erst in den kommenden Monaten zeigen. «Veränderungen bringen erfahrungsgemäss immer sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es jedoch noch zu früh, um diese Aspekte abschliessend zu beurteilen», so die Jugendarbeiterin.
Die Jugendlichen waren eng in den Umzugsprozess eingebunden. «Sie wissen bereits seit einiger Zeit, dass wir den jetzigen Standort verlassen werden. Wohin es gehen wird, wurde ihnen jedoch erst mitgeteilt, als diese Nachricht öffentlich kommuniziert wurde», erklärt Valandro. Die Jugendlichen sollen sich jetzt sowohl in die Gestaltung der neuen Räumlichkeiten als auch in Fragen des Zusammenlebens am neuen Standort einbringen können – und zwar von der Planung bis zur Umsetzung. «Veränderung geht verständlicherweise auch mit Unsicherheiten und Fragen einher», ist sich Valandro bewusst. «Unserer Einschätzung nach wurde der Prozess aber durch die transparente und frühzeitige Kommunikation gut aufgegleist und bisher insgesamt positiv aufgenommen.»
Klar ist schon jetzt, dass der Treff im Michel-Haus nur eine Übergangslösung ist. Denn mit dem in Planung befindlichen Bau eines neuen Schulhauses in den Mühlematten wird das gesamte Areal des Schulhauses Dorf frei für eine neue Nutzung. Das Nutzungskonzept für das «Areal Dorf», welches in diesem Jahr final erarbeitet wird, soll unter anderem aufzeigen, wo die Jugendarbeit künftig angesiedelt werden kann. «Derzeit ist vorgesehen, dass die Jugendarbeit für die nächsten fünf bis acht Jahre am Standort Schulhausstrasse 16 bleibt», so Füglistaler.
Wer will mithelfen?
Aber auch wenn es eine Übergangslösung ist, wird das Haus für viele Jugendliche der einzige Jugendtreff sein, den sie kennen werden. «Entsprechend arbeiten wir daran, das Potenzial des Hauses bestmöglich auszuschöpfen», sagt Jugendarbeiterin Maria Valandro. Dafür erhofft sie sich auch Unterstützung durch die Bevölkerung, sei es durch handwerkliches Engagement oder durch Möbelspenden. «Der Jugendtreff ist ein wichtiger Ort für Jugendliche aus Villmergen, dem wir gemeinsam bestmöglich gerecht werden möchten», so Valandro. Dass der Standard nicht der gleiche sei wie bislang, das nehme man in Kauf.
Bislang keine negativen Rückmeldungen
Mit dem Umzug an die Schulhausstrasse rückt der Jugendtreff mehr ins Zentrum. Befürchtet man nicht Probleme mit den Anwohnern? «Dass ein Jugendtreff an dieser Lage Herausforderungen mit sich bringen wird, dessen sind wir uns bewusst», sagt Daniel Füglistaler. Der Gemeinderat hat die Nachbarn bereits vor der öffentlichen Auflage des Bau- und Umnutzungsgesuchs über das Vorhaben informiert und dabei auf die verantwortlichen Personen verwiesen, sollten Fragen, Anregungen, Reklamationen oder Bedenken bestehen. «Bislang gingen keine Rückmeldungen ein», so der zuständige Gemeinderat. Er ist überzeugt, dass der neue Standort mit seiner Nähe zum Schulhaus Dorf und seinem Pausenplatz, welcher Platz und Möglichkeiten für Aktivitäten im Freien bietet, eine sehr gute und für alle Beteiligten sinnvolle Lösung ist. «Wir sind zudem der Überzeugung, dass mit gegenseitiger Offenheit und dem notwendigen Respekt bei allen Problemen eine Lösung gefunden werden kann.»
Platz auch für andere Angebote schaffen
Aktuell liegt das Bau- und Umnutzungsgesuch auf der Verwaltung auf. Die Kosten für den Umbau werden auf 60 000 Franken geschätzt. Neben dem Jugendtreff sollen auch andere Nutzer hier Platz finden. Konkret geht es um den Verein «Lernen im Freiamt». Dieser bot seine Kurse bis letzten Sommer im ehemaligen Schulhaus in Hilfikon an. Weil die dort eingemietete Privatschule mehr Platzbedarf angemeldet hat, musste «Lernen im Freiamt» anderweitig untergebracht werden. Vorerst konnte man sich mit der reformierten Kirchgemeinde einigen, sodass neu dort Kurse angeboten werden können. «Wir sind der Meinung, dass die Räumlichkeiten der Jugendarbeit mehrfach genutzt werden und solche Kurse ausserhalb der Treff-Öffnungszeiten stattfinden können. Hier bedarf es guter Abstimmungen bei der Planung der Nutzungen und gegenseitiger Rücksichtnahme, dafür ist die Auslastung der Räumlichkeiten besser und Synergien können genutzt werden», sagt Daniel Füglistaler.

