4. Liga: Der FC Merenschwand kehrt in die 3. Liga zurück
Der FC Merenschwand hat sein Ziel erreicht. Ein Jahr nach dem Abstieg aus der 3. Liga gelingt den Freiämtern der Wiederaufstieg. Kurios: Am letzten Spieltag musste das Team dafür nicht einmal ...
4. Liga: Der FC Merenschwand kehrt in die 3. Liga zurück
Der FC Merenschwand hat sein Ziel erreicht. Ein Jahr nach dem Abstieg aus der 3. Liga gelingt den Freiämtern der Wiederaufstieg. Kurios: Am letzten Spieltag musste das Team dafür nicht einmal antreten, weil der Gegner forfait gab. Stattdessen wurde der Aufstieg wegen der Resultate in der 2. Liga interregional zur Zitterpartie.
Josip Lasic
Es sollte ein «Finalspiel» um den Aufstieg werden. Am letzten Spieltag der 4. Liga sollte der FC Koblenz beim FC Merenschwand gastieren. Die Freiämter brauchten einen Sieg, um Rang 3 zu sichern und im Aufstiegsrennen zu bleiben. Den holten sie auch – ohne sich überhaupt umzuziehen. Koblenz gab kurzfristig forfait, wodurch das Spiel 3:0 für Merenschwand gewertet wurde. «Wir alle waren etwas enttäuscht, dass das Spiel nicht stattfand», sagt FCM-Präsidentin Brigitte Baur. Stattdessen sah sich die Mannschaft in der DorfArena, dem Public Viewing in Merenschwand, das WM-Spiel zwischen Kanada und Bosnien-Herzegowina an.
In der Nachspielzeit erlöst
Vor zwei Jahren gelang den Freiämtern zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Aufstieg in die 3. Liga. Das Team stieg direkt wieder ab. Nun sollte sich auf kuriose Art entscheiden, ob Merenschwand zurückkehrt. Nach dem Forfaitsieg war klar: Die Mannschaft beendet die Aufstiegsrunde mindestens auf Rang 3. Weil Baden III gegen Neuenhof II und Juventina Wettingen gegen Döttingen gewannen, blieb es auch dabei. Nun war entscheidend, ob Rang 3 für den Aufstieg reicht. Das hing von der 2. Liga interregional ab. Die Anzahl Aufsteiger aus der 4. in die 3. Liga richtet sich danach, wie viele Teams aus dem Aargauer Fussballverband aus der 2. Liga interregional absteigen. Für Merenschwand ging es deshalb um die Frage, ob es fünf oder sechs Aufsteiger gibt.
Bei sechs Aufsteigern hätte Rang 3 in beiden Aufstiegsrundengruppen gereicht. Bei nur fünf Aufsteigern hätte Merenschwand den Vergleich mit dem Drittplatzierten der anderen Gruppe verloren. Der FC Kölliken hatte dort mehr Punkte geholt. Bis in die Nachspielzeit sah es für die Freiämter schlecht aus. Härkingen führte gegen Klingnau mit 4:3. Bei diesem Zwischenstand wäre nicht nur Klingnau abgestiegen. Auch Rothrist hätte als schwächster Viertletzter aller Gruppen die 2. Liga interregional verlassen müssen. Damit hätte es nur fünf Aufsteiger aus der 4. Liga gegeben – zu wenig für Merenschwand. Doch in der 94. Minute glich Klingnau per Penalty zum 4:4 aus. Klingnau stieg zwar trotzdem ab, Rothrist blieb dank dieses Remis aber in der Liga. Dadurch gibt es im Aargauer Fussballverband sechs Aufsteiger in die 3. Liga. Einer davon ist der FC Merenschwand.
Am Samstag war das Team zunächst in Seon, um sich das Spiel der zweiten Mannschaft anzuschauen. Danach verfolgten die Merenschwander beim Public Viewing in Seengen das WM-Spiel der Schweiz. Dort erreichte sie die frohe Botschaft vom Aufstieg. «Zum Glück konnten sie feiern, bevor das Spiel der Schweizer endete. Danach gab es ja nicht mehr viel zu feiern als Schweizer», sagt Baur mit einem Augenzwinkern.
Nun will sich der Verein längerfristig in der 3. Liga halten. «Ich konnte das Ziel noch nicht mit Trainer, Sportchef und Spielern besprechen, aber wir wollen nicht gleich wieder absteigen», sagt Baur. «Schön wäre, wenn ich als Präsidentin eines 3.-Liga-Vereins im November 2027 abtreten könnte.»