Kulturkommission Fischbach-Göslikon überraschend aufgelöst
Die Kulturkommission von Fischbach-Göslikon wurde per Ende 2025 eingestellt – überraschend für die verbliebenen Mitglieder. Noch vor wenigen Jahren mit viel Elan gegründet, ...
Kulturkommission Fischbach-Göslikon überraschend aufgelöst
Die Kulturkommission von Fischbach-Göslikon wurde per Ende 2025 eingestellt – überraschend für die verbliebenen Mitglieder. Noch vor wenigen Jahren mit viel Elan gegründet, organisierte sie zahlreiche Anlässe. Nun ist Schluss.
Sabrina Salm
Als der Gemeinderat von Fischbach-Göslikon im Frühjahr 2020 zur Mitarbeit in einer neu zu gründenden Kulturkommission aufrief, war die Vision klar: Der Ortsbürgersaal sollte stärker belebt, das kulturelle Angebot im Dorf ausgebaut werden. «Der Gemeinderat freut sich auf eine engagierte Kulturkommission», hiess es damals. Kultur wurde bewusst weit gefasst – von Musik, Literatur und Fotografie über Wissenschaft, Technik und Architektur bis hin zu Nahrung oder Sport. Veranstaltungen für Jung und Alt sollten entstehen.
Engagement mit wachsender Resonanz
In den folgenden Jahren organisierte die Kommission zahlreiche Veranstaltungen im Ortsbürgersaal und darüber hinaus. Dazu gehörten Lesungen, Vorträge, Konzerte, Führungen, Dorfwanderungen sowie der Clean-up-Day. Mit der «Lesebox» wurde ein niederschwelliges Angebot geschaffen, ebenso mit den «Kulinarischen Begegnungen der Kulturen im Dorf», die letzten Herbst erstmals durchgeführt wurden. Auch kleinere musikalische Abende und thematische Anlässe fanden statt.
Die Besucherzahlen entwickelten sich positiv. Aus Sicht der Kommission war das Projekt weiterhin im Aufbau, um «etwas Wertvolles für die Bevölkerung zu generieren», wie Kati Gyr von der Kulturkommission sagt. «Doch bereits jetzt war die Resonanz im Dorf und in den Nachbargemeinden spürbar und wurde als ermutigend wahrgenommen.» Umso überraschender traf die verbliebenen Mitglieder die Mitteilung, dass die Kulturkommission per Ende 2025 eingestellt wird. «Für uns kam dieser Entscheid unerwartet, und ich bedauere ihn sehr», sagt Gyr. Sie lebt seit 18 Jahren im Dorf, ist Gründungsmitglied des Gremiums und übernahm später das Präsidium.
Unterschiedliche Einschätzungen
Gemeindeammann Renate Ballmer betont, der Entscheid sei nicht gegen die Kultur gerichtet und auch keine Sparmassnahme des Gemeinderats. «Die Kulturkommission hatte am Ende nur noch aus zwei Personen bestanden», erklärt sie. Unter diesen Umständen sei eine Weiterführung zentraler Anlässe, etwa des Weihnachtsmarkts in der Schnüzischür, nicht mehr möglich gewesen. «Dieser Anlass lag dem Gemeinderat sehr am Herzen.» Die Kommission habe eine vollständige Übernahme der Organisation abgelehnt. «Jedoch haben wir angeboten, unterstützend mitzuwirken oder den Anlass zu einem späteren Zeitpunkt in kleinerem Rahmen zu übernehmen», erklärt Gyr.
Tatsächlich war das Gremium gegen Schluss stark geschrumpft. Ursprünglich als drei- bis fünfköpfige Kommission gedacht, bestand es zuletzt nur noch aus Kati Gyr und Ingrid Reines. Neue Mitglieder wurden gesucht. Eine dritte Person habe bereits Interesse signalisiert, so Gyr. Die Herausforderung habe aus ihrer Sicht jedoch nicht primär in der Teamgrösse gelegen.
Kulturförderung ist nicht begraben
Der Gemeinderat habe den verbliebenen Mitgliedern angeboten, von der Kommission zu einem Kulturverein zu wechseln. «Dies wurde bis dato nicht wahrgenommen», so Ballmer. Kati Gyr meint dazu: «Aus finanziellen Gründen hielten wir diesen Schritt zu diesem Zeitpunkt für unangemessen und verfrüht.»
Mit der Auflösung der Kulturkommission endet ein Kapitel. Die Situation habe sich letztlich anders entwickelt, als sie es sich gewünscht hätten. «Das ist bedauerlich, lässt sich jedoch nicht mehr ändern», sagt Gyr. «Mein Herz schlägt jedoch weiterhin für die Kulturförderung.» Sie hofft, dass sie eines Tages auch in Fischbach-Göslikon wieder einen festen Platz finden wird. Und diese Hoffnung ist garantiert nicht auf einem Holzweg, denn auch Renate Ballmer hält fest: «Der Gemeinderat ist nach wie vor bereit, kulturelle Anlässe zu unterstützen und zu fördern.»