Petrus ist Tennisfreund
09.07.2019 WohlenAargauische Tennismeisterschaften in Wohlen
Zwei Wochen lang dauerten die Aargauischen Tennismeisterschaften in Wohlen. Bis und mit dem Finaltag konnte durchgespielt werden.
Als hätte das Wetter ein «Okay» des TC Wohlen Niedermatten bekommen, ...
Aargauische Tennismeisterschaften in Wohlen
Zwei Wochen lang dauerten die Aargauischen Tennismeisterschaften in Wohlen. Bis und mit dem Finaltag konnte durchgespielt werden.
Als hätte das Wetter ein «Okay» des TC Wohlen Niedermatten bekommen, fing es nach dem Final der Männer an zu gewittern. Zuvor gab es einen kurzen Regen während dem Final der Frauen. Ansonsten wurde das Turnier zwei Wochen lang von gutem Wetter begleitet. Angepasst daran war auch die Stimmung auf der Niedermatten gut, ebenso wie die Leistungen der Teilnehmer. --jl
Finalkrimis und Regenwetter
Abschluss der Aargauischen Tennismeisterschaften auf den Niedermatten
Der Finaltag der Aargauischen Tennismeisterschaften auf den Niedermatten bot noch einmal Spannung und packende Duelle. Die Sieger bleiben dennoch die gleichen wie im Vorjahr.
Josip Lasic
Der dritte Satz im Final der Frauen N1/R4 läuft. Titelverteidigerin Sophie Lüscher führt mit 5:3 gegen Tamara Arnold und serviert. Gewinnt sie den Satz, gewinnt sie das Turnier. Doch Arnold gelingt das Break. Das rund drei Stunden dauernde Duell scheint sich weiter zu verlängern. Doch Lüscher gelingt das Re-Break. Sie verteidigt den Titel und ist den Tränen nah. Bevor sie etwas sagen kann, muss sie zuerst runterkommen. Die Wundertüte Tamara Arnold hat ihr das Leben schwergemacht. Arnold war früher in der Spielklasse N2 klassiert und trainiert seit Jahren an einer Universität in den USA. Die Frage war, wie stark man die Herausforderin einschätzen muss. Die Antwort war ein 6:0 von Arnold im ersten Satz.
Die Titelverteidigerin war sichtlich frustriert und kam dennoch zurück. Mit 6:3 und 6:4 gewann sie die folgenden Sätze. «Es war mental nicht leicht, in das Spiel zurückzukommen. Ich habe mir eine längere Pause genommen und konnte in Gedanken wieder bei null anfangen.» Der dritte Satz musste zusätzlich wegen starken Regenfällen unterbrochen werden. «Es war seltsam, nach diesem Unterbruch weiterzuspielen, hat mich aber nicht weiter beeinflusst.»
Final auf hohem Niveau
Die Titelverteidigerin kann sich über ihren Sieg an den Aargauer Meisterschaften freuen. «Es war eine sehr gute Vorbereitung für die Schweizer Meisterschaften der Junioren, an denen ich in einer Woche starte.»
Anders sieht es bei der unterlegenen Tamara Arnold aus. «Die Niederlage wurmt mich sehr. Ich kann mich noch nicht über meine Leistung freuen.» Die Finalistin wollte zeigen, dass sie nach wie vor eine gute Tennisspielerin ist. «Die Leute glauben, dass ich nicht mehr auf dem hohen Niveau spiele, weil ich nur noch im R1 klassiert bin. Aber ich war mal im N2 und habe mich mental und konditionell verbessert.» Sie war nach dem 6:0 im ersten Satz vorsichtig. «Ich habe im zweiten Satz oft einen Hänger. Im Frauentennis kann das Momentum ausserdem sehr schnell kippen», so die 20-Jährige. «Ich denke nicht, dass ich danach schwächer gespielt habe, oder der Regenunterbruch mich beeinflusst hat. Es war von beiden Seiten ein Final auf hohem Niveau. Am Ende war sie einen Tick besser.» Arnold hat das Turnier in Wohlen aber offensichtlich gefallen. Sie hat gesagt, dass sie nächstes Jahr wieder an den Aargauischen Tennismeisterschaften antreten will.
Der Spanier zum Vierten
Bei den Männern standen sich wie im Vorjahr Jonas Schär und Ignasi Villacampa-Rosés gegenüber. Der Spanier Villacampa-Rosés wurde zuvor dreimal in Folge Aargauischer Meister. Auch dieses Jahr konnte er sich gegen Schär durchsetzen und so den vierten Titel in Serie feiern. Er gewann mit 6:4 und 6:2. «Ich starte jedes Jahr bei null und muss mir den Titel verdienen. Jeder Gegner kann einen bezwingen», so Villacampa-Rosés. «Im Viertelfinal gegen Yanik Kälin musste ich über drei Sätze gehen. Ich hätte da genausogut verlieren können», erzählt der Sieger, der motiviert ist, im nächsten Jahr erneut um den Titel zu kämpfen. «Selbst wenn ich nicht fünfmal in Folge Aargauischer Meister werden würde, es ist ein gutes Ziel, einen fünften Titel anzustreben.»
Für seinen Finalgegner hat Villacampa-Rosés nur lobende Worte. «Er hat sich im Vergleich zum Vorjahr sehr verbessert. Jonas Schär ist noch jung und wird die Aargauischen Tennismeisterschaften mehr als einmal gewinnen.» Schär selbst ist auch zufrieden. «Nach einer Finalniederlage brauche ich einige Zeit, bis ich mich freuen kann. Ich hatte aber insgesamt ein gutes Turnier mit guten Spielen», so Schär. «Ich kann viel Positives mitnehmen.»
Fazit positiv
Das gute Wetter hielt – mit Ausnahme des Unterbruchs im Frauenfinal – bis zuletzt. Zum Ende des Finals der Männer ging ein kleiner Sturm über die Niedermatten. Einer strahlte trotzdem. Heinz Strebel, OK-Präsident der Aargauischen Tennismeisterschaften in Wohlen. «Ich bin sehr zufrieden. Am Finaltag gab es noch einmal spannende Spiele zu sehen.»
Die ATM wurden zum zweiten Mal in Folge vom Tennisclub Wohlen Niedermatten durchgeführt. Das hat man gemerkt. «Letztes Jahr bin ich mit einem Block herumgelaufen, um mir zu notieren, was wir alles verbessern müssen. Dieses Jahr hatte ich erneut einen Block. Aber er blieb leer.» Das OK hatte weniger und kürzere Sitzungen. «Aufwand und Ertrag waren dieses Jahr viel besser», so Strebel. «Wir hatten jeden Abend Programm. Das Restaurant war immer gut besucht und es gab viele spannende Tennisspiele zu sehen», erzählt der OK-Präsident. Für ihn war das Turnier kein Stress. Er konnte es geniessen. Die Organisation war offenbar so gut, dass zahlreiche Besucher gesagt haben, die ATM könnte gerne immer in Wohlen stattfinden. «Wir können sie gerne wieder einmal durchführen, aber nicht nächstes Jahr», so Strebel. «Es war schön, aber wir müssen es jetzt erst mal sacken lassen.»





