Unter grossen Wissenschaftlern
20.09.2019 VillmergenSébastien Garmier erhielt einen einzigartigen Einblick ins Paranal-Observatorium
Dank seiner Maturarbeit hatte Sébastien Garmier die Möglichkeit, die Laboratorien und die Teleskope der Südsternwarte in Chile zu besuchen. ...
Sébastien Garmier erhielt einen einzigartigen Einblick ins Paranal-Observatorium
Dank seiner Maturarbeit hatte Sébastien Garmier die Möglichkeit, die Laboratorien und die Teleskope der Südsternwarte in Chile zu besuchen.
Chantal Gisler
Es ist eine einzigartige Gelegenheit. Nur wenige Menschen bekommen das zu sehen, was der Villmerger Sébastien Garmier erkunden durfte. Im letzten Jahr hatte er einen Sonderpreis am European Union Contest for Young Scientists in Dublin gewonnen. Dieser führte ihn kürzlich zur Südsternwarte in Chile – mitten in die Atacama-Wüste. Das Observatorium ist für Astronomen und Astrophysiker in etwa das, was das CERN in Genf für Kernphysiker ist: ein einzigartiger Ort der Forschung.
Die Gegebenheiten rund um den Ort sind ideal für die Forschungen. Einige der stärksten Teleskope stehen in der Atacama-Wüste und geben den Wissenschaftlern einen einzigartigen Einblick in die Tiefen des Universums. Es ist eines der grössten astronomischen Observatorien der Welt. Betrieben wird es von einem europäischen Forschungsinstitut. Zwar gibt es am Observatorium Führungen für Besucher. «Ich hatte die Möglichkeit, mir die Laboratorien anzusehen», erzählt Garmier. Für den Besuch aus Villmergen nahm sich sogar der Director of Operations Pierre Bourget Zeit. «Ich hatte eine persönliche Führung und konnte ihm alle meine Fragen stellen», freut er sich.
Forschung in der Milchstrasse
Dabei kam auch seine Maturarbeit zur Sprache. Garmier hatte vor zwei Jahren ein Programm geschrieben, mit dem schwarze Löcher im Weltall sichtbar gemacht werden sollen. Er befasste sich mit der Frage, wie sich die Raumzeitkrümmung auf die Lichtstrahlen auswirkt. Ein Phänomen, das von der Erde aus fast nicht sichtbar ist, weil schwarze Löcher zu klein und zu weit entfernt sind, als dass sie direkt beobachtet werden können. «Es war spannend, sich mit solch grossen Wissenschaftlern unterhalten zu können», so Sébastien Garmier. Mit seiner Maturarbeit an der Kanti Wohlen hatte er den Sonderpreis am European Union Contest for Young Scientists in Dublin gewonnen (siehe Ausgabe vom 19. September 2018). Ein Juror sagte ihm sogar, dass Garmiers Arbeit dem Niveau einer Masterarbeit in Theoretischer Physik entspricht.
Für Garmier ist die Reise nach Chile eine einzigartige Chance. Denn dort wird an dem geforscht, was den Freiämter interessiert: Die Forschung an der Südsternwarte richtet sich aktuell ins Zentrum der Milchstrasse. «Dort gibt es ein schwarzes Loch. Die Wissenschaftler wollen erforschen, wie sich die Sterne rundherum verhalten. Aber sie suchen auch nach Exoplaneten, also Planeten, die um andere Sterne als die Sonne kreisen.»
Sein Ziel gefunden
Auf die Laboratorien folgte das eigentliche Highlight vom Ausflug: Garmier durfte auf die grosse Plattform mit den vier Teleskopen gehen. «Es sind nicht die grössten Teleskope der Welt», sagt er und erklärt, was die Geräte so besonders macht: «Man kann die vier Teleskope verbinden, sodass sie gemeinsam ein Bild erzeugen.» Dabei ist Teamwork gefragt: Mehrere Wissenschaftler müssen gemeinsam anpacken, damit alles reibungslos abläuft. «Ich bin beeindruckt, wie viel Zeit und Energie die Forscher in ihre Arbeit stecken.» Ihn selbst bestätigte die Reise in seinem Wunsch, in der Wissenschaft tätig zu sein.



