Im Teamwork zum Thriller
18.01.2022 WohlenDie Klasse Bez 3a hat gemeinsam ein Buch geschrieben und jetzt vorgestellt
Wovon andere Menschen ein Leben lang träumen, das haben die Schülerinnen und Schüler der Bez 3a bereits geschafft: Sie haben als Klasse einen Roman veröffentlicht. Und dabei ...
Die Klasse Bez 3a hat gemeinsam ein Buch geschrieben und jetzt vorgestellt
Wovon andere Menschen ein Leben lang träumen, das haben die Schülerinnen und Schüler der Bez 3a bereits geschafft: Sie haben als Klasse einen Roman veröffentlicht. Und dabei gemerkt, wie wichtig die Kommunikation im Team ist.
Chregi Hansen
«Wir mussten im Laufe des Projekts ganz viele Ideen begraben. Und liessen dabei auch die eine oder andere Figur sterben», lacht Klassen- und Deutschlehrer Matthias Hehlen. Und das teilweise, bevor diese überhaupt einen Auftritt in der Geschichte hatten. «Sie starben manchmal schneller als die verschiedenen Schauplätze», so Hehlen weiter.
Das Schreiben in der Klasse erforderte eben immer wieder Kompromisse. In kleinen Gruppen wurde die Story entwickelt und dann einander vorgestellt. «Wir haben immer wieder über die verschiedenen Ideen diskutiert und dann entschieden, welche wir weiterverfolgen», macht der Lehrer deutlich. Inzwischen liegt das Resultat dieser Arbeit vor. «Lost in Alaska», ein Thriller über vier Jugendliche, die unfreiwillig in ihrem Urlaub in ein unheimliches Abenteuer verwickelt werden.
Am letzten Freitag hat die Klasse ihr Werk erstmals vorgestellt, am kommenden Freitag wird die Vernissage nochmals wiederholt. Dabei wurde an diesem Abend nicht nur aus dem Buch vorgelesen, sondern erhielten die Besucher auch Hintergrundinformationen zur Entstehungsweise. Und wurden anschliessend an die Lesung mit Glühmoscht und Guetsli verwöhnt.
Mehr als nur Schreiben
«Das Buchprojekt ist ein wunderbares Schreibprojekt», meint Lehrer Hehlen. Das Entwickeln der Story sei dabei natürlich der spannende Teil gewesen. Aber genauso wichtig war es, die verschiedenen Ideen anschliessend in einem gemeinsamen Text zu vereinen. «Wir haben einen ersten Entwurf geschrieben und danach in kleinen Gruppen an den einzelnen Kapiteln gearbeitet. Die haben wir einander immer wieder vorgestellt. Schliesslich mussten die anderen Bescheid wissen, wenn jemand irgendein Detail eingeführt oder verändert hat», erklärt Schülerin Kanhai Vaidya, die den Abend moderiert hat. Dabei habe man gemerkt, wie wichtig die Kommunikation in einem solchen Projekt sei. Und musste auch ertragen, wenn die ach so tolle eigene Idee nicht umgesetzt wurde.
Doch das Buchprojekt umfasste viel mehr als nur das Entwickeln einer spannenden Story. Auch das Korrekturlesen gehörte beispielsweise dazu. «Wir haben den Text so oft gelesen. Und doch nicht alle Fehler gefunden», müssen die Schüler zugeben. Doch das Lesen betraf nicht nur die Orthografie, sondern auch die Grammatik. Auch der Sprachstil sollte möglichst stimmig sein. Lehrer Hehlen ist sehr zufrieden. «Ein solches Projekt fördert die Kreativität und die Sprachkenntnisse», ist er überzeugt. Und es schweisst eine Klasse zusammen. «Nicht alle können gleich gut schreiben, aber jeder konnte einen Beitrag leisten», erklärt er.
Alle Exemplare werden von Hand gebunden
Dazu trug auch der zweite Teil des Projekts bei. Nicht nur im Deutschunterricht wurde am Buch gearbeitet, auch im Fach Bildnerisches Gestalten nahm es viel Raum ein. Zusammen mit Lehrer Felix Fassbind haben die Schülerinnen und Schüler sich um die Optik ihres Werkes gekümmert – vom Titelbild über die grafische Gestaltung bis hin zur Gestaltung eines Buchzeichens und der Werbung. Zudem erfuhr die Klasse viel über die Herstellung von Büchern, so werden alle Exemplare auf Bestellung von Hand gebunden. «Mir war es wichtig, zu demonstrieren, dass die Herstellung eines Buches früher Handarbeit war», erklärt Fassbind. Auch Hehlen ist begeistert davon. «Durch die Zusammenarbeit mit dem Fach BG hat das Projekt eine viel grössere Dimension erhalten», sagt der Klassenlehrer.
Arbeit hat allen Spass gemacht
Gut ein Dreivierteljahr hat es gedauert von den ersten Ideen bis zur Buchvernissage. Diese zu organisieren, war die letzte grosse Aufgabe für die Klasse. Und sie hat diese mit Bravour gemeistert. Zwei Schülerinnen und ein Schüler haben Ausschnitte vorgelesen – und dies auf packende und mitreissende Art. «Auch das Vorlesen war ein Teil des Unterrichts», erklärt Hehlen. Zwischen den Lesesequenzen berichteten zwei Schülerinnen über die verschiedenen Aspekte. Ihr Fazit: Das Projekt hat Spass gemacht, und die Klasse ist stolz auf das Resultat.
Und begeistert zeigt sich auch die Bibliothek, die Gastgeberin der Vernissage war. «Es ist toll, was ihr geleistet habt. Es macht einem wieder mal bewusst, was es braucht, um ein gutes Buch zu schreiben», erklärte Leiterin Christine Freudenthaler. Sie hoffe nun, dass die Bibliothek auch ein Exemplar erhalte für ihre Sammlung. «Gerne dürft ihr dann beim Katalogisieren helfen», so Freudenthaler zum Schluss.
2. Vernissage am Freitag, 21. Januar, 18.30 Uhr, Bibliothek. Es gilt die 2G-Regel. Instagram: lostinalaska.ch



