Viel Genuss im Wald
01.07.2022 WohlenMeditationsweg ist saniert
Der ökumenisch gestaltete Meditationsweg der katholischen Pfarrei St. Leonhard Wohlen führt über sieben Stationen. Vom Cholmoos über den Bettlersein zum Torfmoos. Er ist mit sieben Stationen ausgestattet. Und an allen sieben Standorten ...
Meditationsweg ist saniert
Der ökumenisch gestaltete Meditationsweg der katholischen Pfarrei St. Leonhard Wohlen führt über sieben Stationen. Vom Cholmoos über den Bettlersein zum Torfmoos. Er ist mit sieben Stationen ausgestattet. Und an allen sieben Standorten werden an Tafeln Sprichwörter und Aphorismen präsentiert. Dort kann man innehalten, die Stille geniessen und anderen Menschen begegnen. Eröffnet wurde der Meditationsweg im Jahr 2008. Inzwischen wurde er in Mitleidenschaft gezogen. Nun wurde er saniert und strahlt in neuem Glanz. «Eine gute Sache», sagt Josef Brunner. --dm
Begegnen und innehalten
Der Meditationsweg der Pfarrei Wohlen ist saniert und weiterhin ein Geheimtipp
Ein Marsch ans Cholmoos, am Bettlerstein vorbei, hin zum Torfmoos. Das sind wunderschöne Plätze im Wohler Wald, an denen der frisch sanierte Meditationsweg vorbeiführt.
Daniel Marti
Der Meditationsweg besteht aus sieben Standorten. Aus sieben Tafeln. Mitten im Wohler Wald. Und er ist etwas Spezielles. Die Plätze ganz im Grünen dienen zum Innehalten, zum Besinnen, zum Begegnen. Aber auch zum Geniessen, denn ein Standort liegt am Ufer des wunderschönen Cholmoos oder ein weiterer leicht versetzt zum Bettlerstein, sie alle prägen den Meditationsweg.
Von Unruhe bis Umwege – und von den Sternen lernen …
Und ab sofort ist der Weg wieder sehr gut zu finden. Denn der Meditationsweg hat eine Auffrischung erfahren, er wurde fachmännisch saniert und alle Standorte wieder zugänglich gemacht. Die Wegweiser wurden neu erstellt. Sie weisen übersichtlich den Weg zum Meditationsweg.
Und jedem der sieben Standorte ist ein Thema gewidmet: Ungläubig (beim Bettlerstein), Lernen/Lehren (ebenfalls Bettlerstein), Leben/Sterben (beim Torfmoos), Vertrauen/Wagen, Unruhe, Begeisterung (beim Cholmoos), Umwege (in der Nähe des Erdmannlisteins).
Der Meditationsweg ist über die Parkplätze beim Tierpark in Waltenschwil und beim Wohler Forsthaus zu erreichen. Die reine Marschzeit beträgt mit gutem Schuhwerk von den Parkplätzen aus rund eineinhalb Stunden. Oder er ist über die Zughaltestelle Erdmannlistein zu erreichen.
Gewiss, der Meditationsweg ist geprägt von einem religiösen Hintergrund, aber er ist für alle Menschen zugänglich. «Ob Kirchengänger oder nicht», sagt Kirchenpflegepräsident Josef Brunner, «der Meditationsweg bietet für alle etwas.»
Jeder Standort ist mit einem philosophischen Thema versehen. Und mit Sprichwörtern, Zitaten, Aphorismen, Fragen und Erkenntnissen, die alle zum Studieren anregen. «Diese sieben Standorte sind gut zum Runterfahren», ist Josef Brunner überzeugt. Man könne sich mit den philosophischen Sprichwörtern auseinandersetzen und sich über die Bedeutung unterhalten oder im Klaren darüber werden.
Zwei Beispiele gefällig: «Von den Sternen lernen, einer von vielen zu sein.» – «Entweder Gott ist oder er ist nicht. Worauf wollen Sie setzen?» Beide haben Tiefgang.
Per Velo die besten Standorte ausgewählt
Der Meditationsweg wurde im Jahr 2008 erstellt. Und pünktlich zum 200-Jahr-Jubiläum der Wohler Pfarrkirche St. Leonhard eröffnet. Die Pfarrkirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. 1488 wurde sie neu erbaut, ebenfalls 1532 nach einer kurzen reformatorischen Phase. Das heute bestehende Gebäude entstand von 1804 bis 1807.
Die Idee des Meditationsweges stammt von Beat Vock. Vor 14, 15 Jahren sei ein solcher Weg im Pfarreirat zum Thema geworden. Vock hat die Umsetzung auch gleich mit Elisabeth Teufer, Edith Breitschmid und Martin Uhr angepackt. Mit viel Feingefühl wurde der Weg damals geplant. Denn der Kanton Aargau und der Forstbetrieb mussten ihren Segen dazu geben. «Darum durfte der Weg nicht zu riesig werden», blickt Vock zurück. Am Anfang fuhr er mit dem Velo durch den Wald, bis er die sieben geeigneten Standorte wohlüberlegt auswählte.
Und Beat Vock ist heute noch stolz auf diesen Meditationsweg. «Er führt an so schönen Plätzen vorbei. Und ich sehe immer wieder viele Leute, welche die sieben Tafeln genau studieren.» Und damit sei der Zweck bereits erfüllt.
Wieder fit für die nächsten 15 Jahre
Es sei ein wenig bedenklich, dass der Meditationsweg nach knapp fünfzehn Jahren eine Sanierung und Auffrischung erfahren musste, sagt Beat Vock. «Aber nun hoffen wir, dass er wieder fünfzehn Jahre hält.» Und so gesehen habe sich die Sanierung ja bestens gelohnt, fügt Kirchenpflegepräsident Josef Brunner an.
Und zu diesen Aussagen passen auch zwei Sprichwörter, die beim Mediationsweg zu finden sind: «Lernen ist wie rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.» – «Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts.» Darum vorwärts an den Meditationsweg – zum Besinnen, Innehalten und zum Begegnen.



