Geschichten, die happy machen
06.12.2022 WohlenBuchvernissage: Dennis Andermatt stellte sein Werk «Märlimatt» vor
Am Anfang war Dennis Andermatt «nur» Geschichtenerzähler. Er begeisterte damit seine Kinder, dann seinen Kollegenkreis. Nun wagte er sich unter die Autoren. Im Buch ...
Buchvernissage: Dennis Andermatt stellte sein Werk «Märlimatt» vor
Am Anfang war Dennis Andermatt «nur» Geschichtenerzähler. Er begeisterte damit seine Kinder, dann seinen Kollegenkreis. Nun wagte er sich unter die Autoren. Im Buch «Märlimatt» präsentiert er 13 Gruselgeschichten aus dem Freiamt.
Daniel Marti
Grossaufmarsch rund um die Musikschule an der Steingasse. Dennis Andermatt und seine 13Gruselgeschichten aus dem Freiamt – das erzeugt Spannung. Diese Buchvorstellung muss speziell sein, und das war sie auch. Unten im historischen Keller des Hauses, eingepackt in ganz dicke Mauern, las der Autor aus seinem Werk. «De Schlösslignom», eine der 13 Geschichten. Gleich nebenan von der Musikschule handelt die Story, im Schlössli, einst das Haus der Edlen von Wohlen. Ja, diese Liegenschaft, heute perfekt umgebaut und saniert, erlebte auch manche Geschichte, vielleicht sogar Gruselgeschichten.
Jede Geschichte passend illustriert
Und oben in der Musikschule erklärte Bianca Litscher ihre Zeichnungen im Buch. Jede Gruselgeschichte ist passend illustriert. Aus der Dunkelheit ins Licht sollten die Zeichnungen führen, erklärte sie ihre erste Idee. Sie entschied sich dann für Kugelschreiberzeichnungen. Ein bis drei Tage investierte sie in eine Illustration. Die Sommer- und Herbstferien «opferte» sie für «Märlimatt». Andermatt wusste es zu schätzen. Beim dritten Posten der Vernissage wurde ein Video gezeigt. Die Entstehungsgeschichte und seine Gedanken umschrieb dabei der Autor gleich selber. Dennis Andermatt beantwortete dabei auch die wichtigsten Fragen.
Vor knapp zwölf Jahren war eigentlich die Geburtsstunde von «Märlimatt», damit meinte er die Geburt seines ersten Sohnes. Von da an dachte sich Andermatt Geschichten aus, mit der Zeit wurden es Gruselgeschichten. Auf Velotouren mit seinen beiden Söhnen kamen ihm auch die Ideen, von den Villmerger Kriegen über den Waltenschwiler Werwolf und «s Pilzfraueli vo de Hämbere» bis zum «Huerehübel» und zum Schlössli. Aber ohne seine Familie würde es jetzt kein «Märlimatt» geben, darum ging das erste Buch auch an Frau und Kinder.
Das knapp 80-seitige Werk hat Stil. Schwarze Einfassung, passend zu 13 Gruselgeschichten aus dem Freiamt, bronzefarbene Schrift, inklusive Angstbarometer, wirkungsstarke Zeichnungen. Und viele Gäste konnten es kaum erwarten, bis sie Andermatts Erstlingswerk in den Händen hielten. Einige Kinder blätterten postwendend darin. «Ein schöneres Kompliment gibt es nicht», freute sich der Autor.
Früher ein «richtiger Schisshas»
Dennis Andermatt fühlt sich mit seiner Heimat sehr verbunden. Hier sind seine Wurzeln. Das Schulhaus Bünzmatt ist sein Wirkungsort. Den Lehrerberuf übt er mit viel Hingabe und Leidenschaft aus. Die Kultur fasziniert ihn immer wieder und in der Politik engagiert er sich als Einwohnerrat. Samt Familie ist das Leben des Autors ausgefüllt. An der Vernissage hat er auch verraten, dass er die eine oder andere Figur aus dem normalen Leben, etwa einen ehemaligen Schulleiter, oder allfällige politische Geschehen in seine Geschichten eingebaut hat. Nicht vergessen: Es sind Gruselgeschichten.
Aber seine kleine «Hassliebe» zu Gruselgeschichten geht noch viel tiefer. Als Bub sei er ein «richtiger Schisshas» gewesen. Angst hatte er vor gruseligen Geschichten, aber er habe immer auch ans Gute geglaubt, dass sich die Guten letztlich eben doch durchsetzen, so Andermatt. Auch darum gehen alle seine 13Gruselgeschichten am Ende Richtung Happy End.
Noch etwas verrät er in seinem persönlichen Vernissage-Video. Oben beim Aussichtspunkt Jungenbahl, oberhalb von Anglikon, ist einer seiner Inspirationsorte. Dort könne er jeweils auf sein Wohlen, auf sein Unterfreiamt schauen. Hier kommen die Ideen. Und hier kommt er immer wieder zur Gewissheit: «Alles Gute ist so nahe. Hier in Wohlen finde ich alles, was ich brauche.» Auch gruselige Geschichten.
Etlich neue Ideen schlummern bereits
Auch deshalb sind wohl so viele Bekannte und Neugierige zur Buchvernissage geströmt. Er sei total beeindruckt von der Vernissage, sagte er noch. Es kamen alte Primaschulkollegen, sein ehemaliger Primarlehrer, alte Kantikollegen, viele Wegbegleiter. Und viele Menschen aus seinem Umfeld haben Dennis Andermatt bereits darauf angesprochen, was denn nach «Märlimatt» wird. «Eine zweite oder dritte Ausgabe?», sagt er in seinem Video. «Wer weiss, Ideen sind jedenfalls bereits vorhanden.» Dieses Versprechen nimmt man ihm gerne ab.
Aber zuerst will er sein Erstlingswerk geniessen. Und da war vor allem der Augenblick, als er sein Buch erstmals in den Händen hielt, unvergesslich. «Da war ich unglaublich stolz und happy», blickt er zurück. Der gesamte lange Weg bis hin zum Buch kam ihm in den Sinn. Als Belohnung gab es nicht nur das vielfältige «Märlimatt». Sondern Emotionen, Stolz und Zufriedenheit. Das alles klingt wohl doch nach einer Fortsetzung – irgendwann.



