Vielversprechender Start
11.08.2026 Sport, FussballTorloser Auftakt
Der FC Wohlen holt in seinem ersten Saisonspiel auswärts ein 0:0-Unentschieden gegen den FC Courtételle. Die Jurassier, die am Ende der letzten Saison in den Aufstiegsspielen zur Promotion League standen, waren kein einfacher Gegner. Die ...
Torloser Auftakt
Der FC Wohlen holt in seinem ersten Saisonspiel auswärts ein 0:0-Unentschieden gegen den FC Courtételle. Die Jurassier, die am Ende der letzten Saison in den Aufstiegsspielen zur Promotion League standen, waren kein einfacher Gegner. Die Freiämter konnten sich aber behaupten.
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1. Liga classic: FC Courtételle – FC Wohlen 0:0
Neues Trainerduo, einige neue Spieler – und auf der Gegenseite eine Mannschaft, die zuletzt in den Aufstiegsspielen zur Promotion League stand. Die Ausgangslage war durchaus herausfordernd für den FC Wohlen. Die Freiämter haben ihre Aufgabe aber gut gelöst und einen Punkt aus dem Kanton Jura mitgenommen.
Josip Lasic
Was für eine Achterbahn der Gefühle. In der 94. Minute läuft Luca Nascimento allein auf Courtételle-Goalie Benjamin Roth zu. Bastien Hulmann reisst den Wohler um – Notbremse, rote Karte. Die Freiämter fordern Elfmeter, doch das Foul geschah knapp ausserhalb des Strafraums. Freistoss. Die Wohlen-Bank verzweifelt in der 96. Minute, als der Schuss von Luis Mestre nur knapp am Courtételle-Tor vorbeirollt. Das hätte der Siegtreffer sein können. Kurz darauf pfeift der Schiedsrichter ab. Die Stimmung bessert sich bei Wohlen. Spieler und Staff klatschen sich ab. Der Satz «Guter Start» fällt mehrmals. Spielmacher Bijan Dalvand ordnet ein: «Ein klassisches 0:0-Spiel. Wir hatten in der ersten Hälfte mehr vom Spiel, danach war der Gegner leicht überlegen. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung.» Anschliessend trommelt Trainer Jérôme Oswald sein Team zusammen und sagt deutlich, was er von dem Auftritt gehalten hat. «Das ist ein verdammt guter Gegner. Die waren nicht umsonst in den Aufstiegsspielen und sind nur knapp gegen YF Juventus gescheitert. Aber wir haben dagegengehalten. Vor allem in der ersten Halbzeit. Nach der Pause hatten sie mehr Ballbesitz, doch wir haben nichts zugelassen und selbst Nadelstiche gesetzt. Am Ende ist es ein gerechtes 0:0.»
Neuzugänge liefern ab
Neben Oswald ist auch sein Assistent Juri Scandella neu. In der Startformation standen mit Milos Grujicic, Alessio Caputo, Luis Mestre und Marlon Schwarz vier neue Leute. Trotzdem wirkte beim FC Wohlen vieles schon sehr eingespielt. Oswald bleibt etwas bescheiden, sagt, dass ja der Grossteil des Teams schon da war und sie nur punktuell verstärkt wurden. Und Grujicic und Caputo kennt er von seinem letzten Verein. «Sie hatte ich bei Red Star und sie wissen, was ich von ihnen erwarte.» Und bei Aussenverteidiger Luis Mestre – früher im Nachwuchs des FC Basel und VfB Stuttgart – erklärt sich der Trainer die gute Leistung damit, dass er einfach ein guter Fussballer ist und durch seine bisherigen Stationen auch schon viel Erfahrung gesammelt hat für seine erst 23 Jahre.
Tatsache ist, dass auf dem Platz viel funktioniert hat. Defensiv stand Wohlen stabil, liess wenig zu. Und mit einigen guten Kombinationen kommen sie gefährlich vor das Tor der Jurassier. Die beste Chance hatte vermutlich Djordje Komatovic bei seinem Schuss in der 37. Minute. Offensiv hat bei den Freiämtern noch etwas die Präzision gefehlt. Auf der Gegenseite können sie stolz sein, dass dem Heimteam kein Abschluss von der Qualität von Komatovic gelungen ist. Was den Trainer ebenfalls freut: Auch die Einwechselspieler konnten Impulse setzen und auch da gab es keinen Leistungsabfall. Das betrifft zwar einerseits bekannte Gesichter wie Michael Weber, Luca Nascimento oder Milot Sinani, aber auch die Neuzugänge Freddy M’Biye und Josuah Gerber. Besonders der junge Gerber hat viel Potenzial angedeutet. Dass schon am ersten Spieltag vieles gut funktioniert, führt der Trainer auch auf die Spielintelligenz der Mannschaft zurück. «Sie verinnerlichen Coachingpunkte sehr schnell. Es ist nicht notwendig ihnen das 7000-mal zu erklären. Sie nehmen die Inputs an und setzen sie um.»
Optimismus im Hinblick auf erstes Heimspiel
Auf all dem Gezeigten lässt sich aufbauen. Als Nächstes wartet Zug 94 zu Hause auf die Wohler (Samstag, 15. August, 16.30 Uhr, Niedermatten). «Die ersten paar Spiele sind dazu da, dass man sich findet. Diese werden alle etwas schwieriger. Da wir aber im Test Kosova mit 5:2 vor eigenem Publikum schlagen konnten, traue ich uns zu, auch jetzt zu Hause einen Dreier einzufahren. Ich glaube aber auch, dass Zug nicht ganz diese Schlagkraft hat wie Courtételle zu Hause.»
Schlagkraft ist dabei das richtige Wort. Mit mehreren physisch starken Spielern wussten die Jurassier den Wohlern in erster Linie körperlich Paroli zu bieten. Teilweise war es an der Grenze des Erlaubten. So beispielsweise bei einer Aktion, als Flügelspieler Alessio Caputo umgehauen wird. «Der Gegenspieler hat da null Interesse am Ball. Es geht ihm nur darum, dem Gegner Schmerzen zuzufügen und so ein Zeichen zu setzen. Und das wurde nicht geahndet. Aber wir haben uns behauptet.» Wohlen liess sich von solchen Spielchen nicht beeindrucken und zog sein Ding durch. Gelingt es dem Team, das so durch die ganze Saison zu ziehen, könnte das eine spannende Spielzeit geben. Der Start war trotz eines 0:0 jedenfalls sehr vielversprechend.
Kleinere Wermutstropfen
Sportchef Sergio Colacino zwischen Freude und Sorgenfalten
Den Auftritt und das Resultat nimmt auch Sportchef Sergio Colacino gern mit. Dennoch gibt es kleinere Gründe zur Sorge. Captain Alban Pnishi hat gefehlt. Er spürt wieder Schmerzen im Bein. Die Ursache ist unklar. Der Routinier soll als Vorsichtsmassnahme in medizinische Abklärung gehen. «Nicht, dass wir was übersehen, ihn spielen lassen und dann verletzt er sich stärker und fällt länger aus.»
Das zweite Sorgenkind ist Stefano Cirelli. Der 30-Jährige hat eine gute Vorbereitung gezeigt. In der letzten Woche war er weg, hat aber für sich trainiert. Dabei meldete sich sein lädiertes Knie wieder – das gleiche Problem, das ihn in der vergangenen Saison auf nur neun Pflichtspiele beschränkte. «Er ist ziemlich niedergeschlagen. Das ist verständlich, wenn man sieht, wie lange er sich damit rumquält. Wir hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist und die Schmerzen bald mal nachlassen.»
Das Kader sollte allerdings breit genug sein, um Ausfälle aufzufangen. Sandi Sulejmanagic fehlte, weil er im Militär ist. Sian Dzelili, Pren Gjini und Djellon Shahini haben es diesmal nicht ins Aufgebot geschafft. Gerade der Trainer ist optimistisch, dass auch erfahrene und wichtige Spieler wie ein Pnishi sich mit dem Kader kompensieren lassen. «Das hat das Team doch heute getan», sagt Oswald lächelnd.
In der Innenverteidigung überzeugte der 19-jährige Neuzugang Marlon Schwarz vom FC Zürich an der Seite von Santiago Brunner. Der Wermutstropfen, dass Pnishi und Cirelli aktuell nicht fit sind, ist vorhanden, aber beim FC Wohlen will man das anhand der Kadergrösse und Qualität nicht überbewerten.
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