APROPOS
22.05.2026 Kolumne, Region UnterfreiamtEs hat Tradition. Zu Beginn der Mitgliederversammlung fragt Präsident Mike Lauper jeweils, wer von den Anwesenden denn erstmals dabei ist. Viele sind es nie, aber einige wenige Hände gingen diese Woche doch nach oben. «Es freut uns sehr, wenn Sie sich aktiv eingeben», so ...
Es hat Tradition. Zu Beginn der Mitgliederversammlung fragt Präsident Mike Lauper jeweils, wer von den Anwesenden denn erstmals dabei ist. Viele sind es nie, aber einige wenige Hände gingen diese Woche doch nach oben. «Es freut uns sehr, wenn Sie sich aktiv eingeben», so der Präsident. «Natürlich freuen wir uns auch über alle Mitglieder, die nur zahlen», fügte er schnell an. Und Geld benötigt der Verein angesichts der hohen Investitionen in den kommenden Jahren reichlich.
Wobei der Jahresbeitrag mit gerade mal 20 Franken sehr bescheiden ist. Und vermutlich mit dem grossen Apérobuffet nach der Versammlung bereits wieder kompensiert ist. Letztes Jahr hat der Verein noch überlegt, den Betrag zu erhöhen. In einer Umfrage war die Mehrheit der Mitglieder der Meinung, dass es gern ein wenig mehr sein darf. Trotzdem verzichtet der Vorstand vorerst auf diesen Schritt. «Wir haben heute schon ein wenig mehr bekommen. Genau gesagt 15 Millionen für einen neuen Anbau», erklärte der Präsident. Jetzt auch noch den Mitgliederbeitrag zu erhöhen, wäre seiner Meinung nach das falsche Zeichen.
Viele Teilnehmer der Versammlung sind Stammgäste. Und einer von ihnen hat immer eine besondere Aufgabe. Seit Jahren übernimmt der ehemalige Gemeindeschreiber Markus Meier das Amt des Stimmenzählers. «Für solche Anlässe kommt er jedes Mal gern von Bremgarten zurück nach Villmergen», weiss Lauper. Umgekehrt weiss Meier auch genau, dass es ihn wohl wieder trifft als Stimmenzähler. Darum setzt er sich bereits an den «strategisch besten Platz» hinten in der Mitte.
Einen strategisch guten Platz hält der Vorstand auch für die versammelte Presse, an diesem Abend einzig und allein verkörpert durch den Schreibenden, bereit. Und zwar ganz vorne rechts, mit wunderbarem Blick auf die Leinwand und den Redner. Leider auch mit einem gewaltigen Nachteil. Der Stuhl befindet sich unmittelbar neben der Glacetruhe – und das Werbeposter mit einer feinen «Rakete» lächelt ihn den ganzen Abend verführerisch an. Da bleibt nur die Vorfreude auf den Apéro.
Dominierendes Thema des Abends war der 15-Millionen-Kredit für den neuen Anbau. Interessanter Fakt: Schon der Bau und die erste Ausbauetappe kamen auf rund 15 Millionen Franken. Und die spätere Gesamtsanierung verschlang nochmals den gleichen Betrag. «Wobei die 15 Millionen von damals natürlich heute viel mehr wären», machte Lauper deutlich. Die vielen Zahlen aller früheren Investitionen verdankte er der Festschrift von Josef Kunz zum 40-Jahr-Jubiläum. Nächstes Jahr feiert die Obere Mühle übrigens das 50-Jahr-Jubiläum. Eine neue Festschrift ist aber nicht geplant, wie Lauper erklärte. «Angesichts des grossen Bauvorhabens verschieben wir die Jubiläumsfeier und legen sie mit der Einweihung des neuen Annex-Baus im Jahr 2029 zusammen.»
Spätestens zum Spatenstich will die Obere Mühle wieder die Presse einladen. Wobei Spatenstich der falsche Ausdruck ist. «Denn zuerst kommt der Abbruchhammer zum Zug», so Lauper. Grund für ein Foto und zum Anstossen ist aber auch das genug.
Chregi Hansen
