STROHFÜÜR
24.04.2026 Wohlen, KolumneWenn ein Schauspieler in einem Solostück wie «Der Tribun» auftreten muss, dann gilt es meist ganz viel Text zu lernen. Im konkreten Fall ist das gar nicht so einfach, handelt es sich doch bloss um 500 politische Floskeln, die teilweise wahllos aneinandergereiht und wiederholt ...
Wenn ein Schauspieler in einem Solostück wie «Der Tribun» auftreten muss, dann gilt es meist ganz viel Text zu lernen. Im konkreten Fall ist das gar nicht so einfach, handelt es sich doch bloss um 500 politische Floskeln, die teilweise wahllos aneinandergereiht und wiederholt werden, um Klang und Wirkung zu testen. Und doch hat Werner Bodinek keine Angst vor der Textmenge. «Denn der Politiker im Stück übt und passt seine Rede an», erklärt er. Und darum könne Bodinek das Manuskript dazu die ganze Zeit über in den Händen halten. Ein ganz schön cleverer Schachzug in der Inszenierung.
Wenn das Stück am Samstag im Sternensaal Premiere feiert, dann kehrt sogar ein Stück internationaler Glanz auf der Bühne ein. Denn eine der Requisiten hat Jonas Arnet in einem Laden in Bern ergattert. Und dabei erfahren, dass dieses Stück einst Ursula Andress gehört hat. Die unvergessene Schweizer Schauspielerin, durch ihren Auftritt als Bond-Girl weltweit bekannt, hatte dieses einst für ihre Schwester gekauft. Nun also steht das Teil auf der Wohler Theaterbühne. Worum es sich handelt, wird auf Wunsch der Theatermacher nicht verraten.
Verraten werden kann aber, dass es im Stück ganz viel Musik gibt. Gespielt werden zehn Märsche, zu denen man nicht marschieren kann. Kürzlich war die ehemalige Sternensaal-Präsidentin Eva Keller bei einer Probe und zeigte sich begeistert. Sie ist überzeugt, dass dieses Stück ihren verstorbenen Mann Kurt Steimen begeistert hätte und er nun von oben herab mit Freude zusieht. «Es ist quasi ein posthumer Gruss von uns an ihn», sagt Bodinek, den mit Steimen eine grosse Freundschaft verbindet.
Der Gemeinderat präsentiert den Geschäftsbericht 2025. Da steht ganz viel Wissenswertes über die grösste Freiämter Gemeinde drin. Von der Jahresrechnung, die erfreulich ausfällt, über Wahlen und Abstimmungen bis hin zu politischen Vorstössen. Da gibt es unter den pendenten Vorstössen einen Dauerbrenner, der einfach nicht abgeschrieben werden kann. Die Motion mit der Nummer 13077. Sie stammt von der Finanzkommission und trägt das Kürzel AHA. Damit ist die Forderung nach einem ausgeglichenen Haushalt gemeint. Dieser Vorstoss stammt vom Oktober 2015 – und das 10-Jahr-Jubiläum ist somit bereits verstrichen. «Das mittelfristige Haushaltgleichgewicht wurde bis ins Jahr 2024 erreicht», schreibt der Gemeinderat. Und weiter: «Die Ausnahmen bilden die Budgets 2025 und
2026». Weil der Einwohnerrat den Verzicht auf eine Steuererhöhung beschlossen habe, dies als Begründung. Bleibt anzumerken, dass die Rechnung 2025 viel besser ausgefallen ist, als das Budget befürchtet hat. Der Bericht zur Motion befinde sich noch in Bearbeitung, so der Gemeinderat. Nach einer zehnjährigen Wartefrist wäre es angebracht, diesen Bericht endlich fertig zu erstellen.
Der Geschäftsbericht listet alle pendenten Vorstösse auf, die in der Zuständigkeit des Gemeinderates liegen. Dies sind gesamthaft 14. Es waren auch schon mehr. Diese 14 Vorstösse hat der ehemalige Gemeinderat der neuen Regierung hinterlassen oder übergeben. Aber es gibt auch Entwarnung: Fast die meisten dazugehörenden Berichte sind in Bearbeitung.
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