STROHFÜÜR
10.04.2026 Wohlen, KolumneGenau 100 Tage ist Gemeindeammann Roland Vogt im Amt. In dieser Zeit ist ganz viel passiert. In der Politik (siehe Interview Seite 5) und bei seiner Familie. Die Erfolgsgeschichte seines Sohnes Alessandro, der in der Super League für Furore sorgt, bewegt die Menschen. In die Zeitspanne ...
Genau 100 Tage ist Gemeindeammann Roland Vogt im Amt. In dieser Zeit ist ganz viel passiert. In der Politik (siehe Interview Seite 5) und bei seiner Familie. Die Erfolgsgeschichte seines Sohnes Alessandro, der in der Super League für Furore sorgt, bewegt die Menschen. In die Zeitspanne dieser 100 Tage fiel auch der Vertragsabschluss des jungen Fussballers. Der Sohn des Gemeindeammanns wird ab nächsten Sommer in der Deutschen Bundesliga Fussball spielen. Wie war denn die Reaktion in der Familie, als der Transfer von St. Gallen nach Hoffenheim offiziell war? «Wir haben als Familie tatsächlich riesig Freude, und wir spüren gleichzeitig eine riesige Genugtuung. Für mich als ehemaliger Fussballer, der seit 45 Jahren die Bundesliga verfolgt, ist das eine sensationelle Geschichte und ich bin mächtig stolz auf Alessandro, aber auch auf die ganze Familie, wie sie damit umgeht und sich für ihn freut.» Schöne Antwort, man spürt da ganz viel heraus.
War denn Gemeindeammann Vogt besonders gefordert, beispielsweise bei Vertragsverhandlungen? Da winkt er dann ab. Die Vertragsverhandlungen waren Sache des Beraters. «Wir wurden aber laufend informiert und haben uns abgesprochen. Die Betreuung von Alessandro hat immer Platz gehabt, auch neben meiner Tätigkeit als Gemeindeammann», erklärt er. Das Ganze sei nicht belastend gewesen, aber neu und herausfordernd. «Und es ist eindrücklich zu sehen, was man in diesem Business alles erlebt.» So ziemlich viel – wohl Kurioses und Spezielles.
Wenn es die Zeit zulässt, besucht der Gemeindeammann die Spiele seines Sohnes auch in Zukunft. Igendwer von der Familie werde immer dabei sein, sei es bei den Heimspielen oder sogar bei einigen Auswärtsspielen, so Roland Vogt. Kommt dann plötzlich die Bundesliga vor dem Gemeindeammann-Job? «Nein, bitte schon umgekehrt», antwortet er postwendend. Der Sport seines Sohnes sei für ihn reine Erholung. «Ihn bei den Spielen zu besuchen, ist für mich ein Geniessen, etwas Schönes und ein Erlebnis. Diese Zeit will ich mir nehmen, kommt aber hinter dem Job als Gemeindeammann.» Das übrigens sei ihm schon bei seiner Kandidatur bewusst gewesen.
Die Spitze der Gemeindeammänner-Vereinigung des Bezirks Bremgarten ist neu besetzt. Stephan Troxler, Bremgarter Stadtammann, ist neuer Präsident. Roland Vogt, Gemeindeammann von Wohlen, ist sein Vize. Etwas mehr Gewicht hat die kantonale Vereinigung der Gemeindeammänner, diese wird vom Regierungsrat regelmässig angehört. Die Vereinigung des Bezirks sei wichtig für die Verknüpfung. «Da geht es ums Netzwerk und den Austausch von Informationen», sagt Roland Vogt.
Troxler und Vogt schaffen noch etwas anderes. Mit diesen beiden sind zwei Polizisten an der Spitze der Gemeindeammänner-Vereinigung. Wir zählen Troxler immer noch als solchen, obwohl er seinen Beruf als Polizist aufgegeben hat nach der Wahl zum Stadtammann. Vogt steht weiterhin im Polizei-Einsatz. Er sieht diese Besetzung locker: «Wir kennen uns seit 25 Jahren. Wir hatten mit der Stadtpolizei Zürich den gleichen Arbeitgeber, aber wir arbeiteten nicht in der gleichen Abteilung. Nun sind wir beide als Politiker tätig. Auch das wird gut funktionieren.»
Daniel Marti
