STROHFÜÜR
17.04.2026 Wohlen, KolumneDie Gemeinde Wohlen respektive die Kulturkommission haben viel Lob verdient. Es ist immer wieder spannend und überraschend, wer jeweils den jährlichen Kulturpreis gewinnt. Und die Auswahl der bisherigen und des aktuellen Preisträgers beweist, wie weit die ...
Die Gemeinde Wohlen respektive die Kulturkommission haben viel Lob verdient. Es ist immer wieder spannend und überraschend, wer jeweils den jährlichen Kulturpreis gewinnt. Und die Auswahl der bisherigen und des aktuellen Preisträgers beweist, wie weit die Verantwortlichen den Kulturbegriff fassen. Das ist positiv. Denn Kultur ist weit mehr als Theater, Musik oder Bildende Kunst. Zu den Gewinnern gehörten darum auch schon eine Beizerin, ein Restaurant, der Circolo Acli, die Samichläuse oder die Fasnacht. Und nun also der Gemeinnützige Frauenverein. Dieser dürfte die Auszeichnung wohl mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Denn als Kulturveranstalter haben sich die engagierten Frauen wohl bisher nicht verstanden. Verdient haben sie den Preis allemal.
Auch das Timing ist in diesem Fall perfekt. Übergeben wird der Preis an der kommenden GV vom 4. Mai. Und diese Versammlung ist eh schon eine ganz besondere. Denn an dieser GV heisst es Abschied nehmen von Christine Bächer. Sie wirkte seit 2001 im Vorstand mit und präsidiert den Verein seit 19 Jahren. Sie ist, das darf man wohl so sagen, das Gesicht des Gemeinnützigen Frauenvereins. Um sie länger an der Spitze halten zu können, wurden extra die Statuten geändert und die Amtszeitbeschränkung aufgehoben. Nun aber ist trotzdem Schluss, gibt Chregi Bächer ihr Amt ab. Umso schöner, dass sie nun zum Abschluss ihrer Ära den Kulturpreis entgegennehmen kann. Wenn es jemand verdient hat, dann sie.
Schade ist in diesem Fall eigentlich nur eines. Immer mal wieder wird der Preis ohne Vorankündigung und als Überraschung für die Ausgezeichneten direkt vor Ort überreicht. So zuletzt der Fall bei Bühnenbildner Stefan Hegi, der bei seinem Besuch des Stücks «Sechs Beine» noch nichts von seinem Glück wusste. Diese Art der Überfall-Auszeichnung hat mehr Charme und Emotionen als eine simple Pressemeldung aus dem Gemeindehaus. Daher die Bitte an die Verantwortlichen: Macht die Vergabe doch wieder zu einem überraschenden Ereignis für die Ausgewählten. Das macht auch die Berichterstattung spannender.
Dass derzeit Schulferien sind, ist deutlich spürbar. Zum einen staut sich der Verkehr viel weniger im Dorf. Zum anderen trudeln viel weniger Mails ein auf der Redaktion. Und: Überall in Wohlen finden Camps für Kinder statt. Letzte Woche das Kindercamp der Kiwanis im Circus Monti, diese Woche das Kids-Camp im Bünzmatt und die Spieltage der Jugendarbeit im Wald. Schön, dass den Kindern und Jugendlichen heute so viel geboten wird. Andererseits stellt sich die Frage, wie wir Älteren damals die Ferien ohne solche Angebote verbracht haben. Wobei: Wenn man die Begeisterung aller Teilnehmer in diesen drei Camps sieht, dann muss man sich eingestehen, dass man als Kind da auch gern dabeigewesen wäre.
Pünktlich zum Ende der Frühlingsferien startet morgen Samstag der Wohler Wochenmarkt in die neue Saison. Und er bietet zum Auftakt gleich wieder einen Leckerbissen. Die Ehepaare Bachmann und Donat sind an diesem Morgen vor Ort und bieten ihre frisch gemachten Berliner an. Und bei gutem Wetter hat der Biohof Farngut Kleinpferde dabei, auf denen Kinder reiten können. Hingehen lohnt sich also.
Chregi Hansen
