STROHFÜÜR
27.03.2026 Wohlen, KolumneDas Sportzentrum Niedermatten stand kürzlich im Mittelpunkt des politischen Geschehens. Dabei wurde die vorbildliche Finanzierung in Erinnerung gerufen. Alle drei Sportvereine – Fussball, Leichtathletik und Tennis – mussten sich mit einer halben Million Franken daran ...
Das Sportzentrum Niedermatten stand kürzlich im Mittelpunkt des politischen Geschehens. Dabei wurde die vorbildliche Finanzierung in Erinnerung gerufen. Alle drei Sportvereine – Fussball, Leichtathletik und Tennis – mussten sich mit einer halben Million Franken daran beteiligen. Und der Erlös aus dem Landverkauf des Paul-Walser-Areals wurde ebenfalls an die Finanzierung angerechnet. Dies waren stolze 6,3 Millionen Franken. Hier geht der Name des grossen Spenders oft vergessen. Eben Paul Walser. Er war ein Strohindustrieller, der 1905 von Wohlen nach London gezogen ist. Er war grosser Gönner des FCW und Stifter des Sportplatzes, der nach ihm benannten Paul-Walser-Stiftung. Ein Fussballplatz, auch für Leichtathletik, später mit Tennissektion. Für jene, die es nicht mehr wissen: Die Paul-Walser-Stiftung war dort angesiedelt, wo heute an der Bullenberg-Kreuzung der Lidl-Discounter steht. Und Paul Walser? Dessen Name ist mit einer goldenen Tafel im Fussballstadion des Sportzentrums Niedermatten verewigt. Passend, er war Gold wert – für die Paul-Walser-Stiftung und das Sportzentrum.
Gemeinderat Thomas Geissmann betreut das Ressort Schule. Und bei seiner FDP referierte er über den Schulraumbedarf der Gemeinde. Die heutige Strategie wurde bekanntlich vom Volks-Nein zu zwei Projektierungskrediten stark beeinflusst. An der Urne gab es im November 2024 ein doppeltes Nein (62 Prozent) zu Erweiterungsbauten im Junkholz und Bünzmatt. Die SVP trat mit einem Referendum gegen alle anderen an. Die Volkspartei siegte – und wurde daraufhin oft kritisiert. Nun zeigte Geissmann wenigstens Verständnis. Leider habe es damals keinerlei verlässliche Angaben zu den Kosten gegeben, blickte er kritisch zurück. Mit der damaligen Strategie sei zu gross angerichtet worden, deshalb habe das Volk auch mit einer gewissen Angst entschieden, so Geissmann. «Die Vorlage hat das Volk überfordert.» Klare Worte – und eine neue Haltung im Gemeindehaus.
An der GV der FDP Wohlen wurde Präsident Sämi Keller verabschiedet. Ihm wurde gebührend gedankt für seine Arbeit als Einwohnerrat im Dorfparlament und für seine Leistungen als FDP-Präsident. Ein letztes Beispiel: Das Geld für die Verteilung des Flyers für die Einwohnerratswahlen wollte sich die Partei sparen – also übernahm das der Präsident persönlich. Mit dem Bike und zu Fuss klapperte er alle Strassen ab.
«Fünf Tage lang war ich unterwegs», blickte er zurück. Umso enttäuschter war Keller, als kein Sitzgewinn für die Freisinnigen herausschaute. Zum Abschied gab es von seiner Nachfolgerin Denise Strasser dafür nun ein kleines Geschenk. Und die Bitte, dass er doch ab und zu im Casino vorbeischauen möge. Also auf der Tribüne, wenn der Einwohnerrat tagt. Praktisch als guter Beistand.
Der neu besetzte Gemeinderat hat mit der Brunnen-Putzaktion vor dem Gemeindehaus eine gute Idee vorbildlich umgesetzt (siehe Ausgabe vom vergangenen Dienstag).
Toll gemacht. Dafür verdient er sich ein Kompliment. Schlaue Leser meldeten sich danach, der Gemeinderat solle doch an den diversen Entsorgungsstellen auch für Ordnung sorgen. Es gebe beim illegalen Abfall Handlungsbedarf. Wir haben natürlich Verständnis, wenn der Gemeinderat diese Sache nicht selbst an die Hand nimmt – dafür aber delegiert.
Daniel Marti
