STROHFÜÜR
20.03.2026 Wohlen, KolumnePrächtige Premiere im Sternensaal. Sina fragt «Wiä geits…?» Und Eva Wannenmacher war bei keiner Frage verlegen. Die ehemalige Moderatorin der Nachrichtensendung «10 vor 10» und die Sängerin aus dem Wallis verstanden sind ausgezeichnet. Ganz zur Freude ...
Prächtige Premiere im Sternensaal. Sina fragt «Wiä geits…?» Und Eva Wannenmacher war bei keiner Frage verlegen. Die ehemalige Moderatorin der Nachrichtensendung «10 vor 10» und die Sängerin aus dem Wallis verstanden sind ausgezeichnet. Ganz zur Freude des Publikums. Sie brauche hier übrigens keine Untertitel, keinen Monitor, um das abzulesen, was sie denn fragte wolle, meinte Sina und zückte dafür ihren Laptop. Dort war der rote Faden ihrer Talkshow drauf. Und letztlich war alles dermassen spannend, dass die Zeit wie im Flug verstrichen ist und sie etwa ein Drittel ihres Drehbuches gar nicht umsetzen konnte. Das spricht doch für die beiden Frauen und für die Top-Unterhaltung, die geboten wurde.
Eva Wannenmacher ist ja nicht «nur» ehemalige und bekannte TV-Frau, sondern auch Business Coach. Dort will sie Lebensfreude vermitteln und die Kunst von professionellen Auftritten. «Du wirst mir am Ende dann sicher einen Zehn-Punkte-Plan auflisten und erklären, was ich alles verbessern muss», sagte Sina zu Eva Wannenmacher. Und diese hatte letztlich nur einen Tipp. «Bleib bei dir.» Sina glänzte als Moderatorin und braucht keine Zehn-Punkte-Anleitung. Auch das ist ein schönes Kompliment.
Am zweiten Abend war Radiomoderatorin Judith Wernli zu Gast, auch diesmal war der Sternensaal bumsvoll. Sie sei überzeugt, dass sie das Zeitmanagement diesmal besser im Griff hat, sagte die Gastgeberin zu Beginn. Da hatte sie sich aber getäuscht, auch dieser Abend dauert bis kurz vor 22 Uhr. Gestört hat dies aber niemanden im Saal.
Sina kommt übrigens wieder in den Sternensaal. Erneut mit spannenden Gäste. Am Freitag, 6. November, wird sie Heidy Happy ausfragen. Happy ist Popmusikerin und Filmmusikkomponistin Und einen Tag später wird Tinu Heiniger, Schweizer Liedermacher und Mundart-Sänger, im Sternensaal zu Gast sein. Beide Termine dieser Talkrunden bitte vormerken. Es wird bestimmt wieder spannend und unterhaltsam.
Vom Sternensaal ins Casino. Auch hier stand eine Frau im Mittelpunkt. Ganz viele waren gespannt, wie die neue Präsidentin Julia Frischknecht ihre erste richtige Sitzung leiten würde. Und ob ihre lockere und aufgestellte Art auch dann funktioniert, wenn es um den harten politischen Alltag geht. Nach diesem Abend kann man sagen, dass die GLP-Politikerin den Laden im Griff hat. Sie führt die Sitzung anders als ihre Vorgänger, spontan und ab und zu mit einem Spruch auf den Lippen. Macht dabei ab und zu einen Fehler, kann den aber auch gleich korrigieren. Und trotz aller Lockerheit bleibt die Seriosität gewahrt. Bravo.
Beispiel gefällig? Als die Diskussionen über die Zusatzanträge schon abgeschlossen war, meldete sich Patrick Stocker von den Grünen zu Wort, er möchte noch etwas sagen. «Okay, ich gebe dir eine Minute», entschied die Präsidentin. Schmid hielt sein Votum. Und als er ging, stellte Frischknecht fest: «1 Minute und 6 Sekunden, Vorgabe erfüllt.» Über die Einhaltung der Redezeit wachte sie auch aus Eigeninteresse. Schliesslich hatte die neue Präsidentin auf 21 Uhr zum Apéro im Kulturwerk eingeladen.
--dm/chh
