STROHFÜÜR
13.03.2026 Wohlen, KolumneJetzt ist es also doch noch offiziell. Der Sohn von Gemeindeammann Roland Vogt macht einen grossen Karriereschritt. Alessandro Vogt, der ehemalige Kicker des FC Wohlen und nun Top-Stürmer des FC St. Gallen, wechselt im Sommer in die deutsche Bundesliga nach Hoffenheim. Lange hielten sich ...
Jetzt ist es also doch noch offiziell. Der Sohn von Gemeindeammann Roland Vogt macht einen grossen Karriereschritt. Alessandro Vogt, der ehemalige Kicker des FC Wohlen und nun Top-Stürmer des FC St. Gallen, wechselt im Sommer in die deutsche Bundesliga nach Hoffenheim. Lange hielten sich die Ostschweizer bedeckt, nun machten die Deutschen den Transfer öffentlich. Wir gratulieren natürlich der ganzen Familie, für die sich im Sommer ganz viel ändern wird. Vor allem auch für Wohlens Gemeindeammann, der will nämlich vor allem die Heimspiele seines Sohnes nicht verpassen. Und die Zeit von Roland Vogt ist wegen der Dreifachbelastung – Gemeindeammann, Grossrat und Polizeibeamter der Stadtpolizei Zürich – ja knapp bemessen. Bisher benötigte er 90 Minuten für die 115 Kilometer nach St. Gallen. Von Wohlen nach Hoffenheim sind es 320 Kilometer, die Fahrtzeit beträgt dreieinhalb Stunden. Ein Ausflug (mit Hin- und Rückweg sowie Siegesfeier) an ein Heimspiel des Sohnes dauert ab August also locker zehn, zwölf Stunden. Aber wichtig ist, dass jedes dieser Fussballspiele im 30 000 Zuschauer fassenden Stadion in Sinsheim zum Genuss wird – für die gesamte Familie Vogt.
Ein anderer Sportler wollte auf einer anderen Ebene Karriere machen. Der ehemalige Fussballer des FC Wohlen Ruedi Stutz wollte Richter werden. Stutz, in Wohlen aufgewachsen und nun in Seengen wohnhaft, kandidierte als Bezirksrichter im Bezirk Lenzburg (siehe Ausgabe vom vergangenen Freitag). Stutz erhielt 6789 Stimmen. Eine schöne Zahl, diese reichte jedoch nur zum dritten Platz unter vier Kandidierenden. Gewählt wurden zwei Frauen, Kathrin Häusermann (SVP) und Josefina Grossenbacher (parteilos). Zu einer erfolgreichen Wahl fehlten dem ehemaligen Wohler über 2100 Stimmen. Aber immerhin reichte es zu einem Podestplatz.
Es kann mittlerweile verwirrend werden rund um die Baubegehren, die in Wohlen mit Widerstand zu kämpfen haben. Der umstrittene Neubau der Firma Stach Investment AG an der Bünz wird jetzt vor Verwaltungsgericht gezogen. Das ist kein schlechter Zug, denn so herrscht dann definitiv Klarheit, ob die erteilte Baubewilligung in Ordnung ist oder eben nicht. Liegt dieser Entscheid dann irgendwann vor, kann das Baubegehren definitiv als Dorfgespräch Nummer eins abgelöst werden. Auch gut.
Nun steht neuerdings noch der «Gotthard» im Fokus von «Schöner Wohlen», der Verein möchte den Abbruch verhindern (siehe Artikel in dieser Ausgabe). «Schöner Wohlen» wirkte auch beim Widerstand gegen das Neubauprojekt der Raiffeisenbank mit. Der neue Kulturtreffpunkt «Reach 17» hat jedoch letzte Woche grünes Licht erhalten. Da wurde zwar noch ein wenig die Nase gerümpft, aber weil die Einsprecher ihr Begehren zurückgezogen haben, können diese auch nicht mehr Beschwerde gegen die Baubewilligung einreichen. Der letzte Widerstand ist also dahin. Da nützt es auch nichts mehr, wenn «Schöner Wohlen» trotzig meint, dass die Sache noch nicht erledigt sei. Vor allem aus Anwaltskreisen wird bei solchen oder ähnlichen Angelegenheit oft ein Spruch zitiert: «Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.» Das Sprichwort stammt übrigens aus der Zeit der Indianer, mittlerweile wird es im Geschäftsleben häufig benützt.
Daniel Marti
