STROHFÜÜR
06.03.2026 Wohlen, KolumneManchmal müsse er schon runtersteigen in den Keller und einen feinen Tropfen Rotwein raufholen und diesen geniessen, sagte Martin Killias, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, bei seinem Referat beim Verein «Schöner Wohlen». Bei seiner Arbeit und insbesondere beim ...
Manchmal müsse er schon runtersteigen in den Keller und einen feinen Tropfen Rotwein raufholen und diesen geniessen, sagte Martin Killias, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, bei seinem Referat beim Verein «Schöner Wohlen». Bei seiner Arbeit und insbesondere beim Erhalt von historischen Häusern müsse er halt ab und zu auch Fehlentscheidungen verkraften. Beispiele nannte er nicht. Auch die Namen der Ortschaften, die bei diesem Thema brillieren oder sündigen, bezeichnete er nicht. Da bleibt es auch offen, wie er allenfalls die Angelegenheit in Wohlen einordnet.
Aber Killias kennt die Situation in Wohlen. Beispielsweise den Retter des Seckelmeisterhauses an der Steingasse, Simon Heusser, sprach Killias persönlich an. Oder beim Lüthi-Tschiemer-Haus riet er «Schöner Wohlen» zur Geduld. Solange keine fachmännische historische Abklärung vorliegt, gebe es immer Hoffnungen, so der Präsident des Schweizer Heimatschutzes. Allerdings sind hier die Chancen auf Erhalt des 1820 erbauten Hauses nun radikal gesunken. Die Anwohner, die von «Schöner Wohlen» zu einer Einsprache bewegt werden konnten, haben ihre Einwendung zurückgezogen. Nun ging es ganz schnell: Der Gemeinderat erteilte die Baubewilligung diese Woche: Das Projekt der Raiffeisenbank (Reach 17) kann realisiert werden – das Lüthi-Tschiemer-Haus muss weichen.
Sonst soll man jedoch Vertrauen in Einsprachen haben, sagte der oberste Heimatschützer. Denn die Erfolgsquote liege oft bei über 50 Prozent. Wenn man diese Entscheidungen rund um die Bauerei mit anderen Ergebnissen bei rechtlichen Schritten vergleicht, sei das eine bemerkenswerte Quote. «Stellen Sie sich vor, die Hälfte der Strafmasse wird wieder gekippt», erklärte er. Oder noch besser oder schlechter: «50 Prozent der Scheidungen werden von der nächsten Instanz für ungültig erklärt.»
Noch ein Müsterchen der Anekdoten von Martin Killias. Beim Heimatschutz begegnet man sich freundlich und respektvoll, erklärte der Präsident des Schweizer Heimatschutzes. «Geht es jedoch um die Verteilung von Fördergeldern, geht es wie beim Teppichhandel in Bagdad zu und her.»
Schafft es ein Wohler, zum neuen Bezirksrichter gewählt zu werden? Genauer ein ehemaliger Wohler. Ruedi Stutz kandidiert bei den Ersatzwahlen vom kommenden Sonntag als Bezirksrichter im Bezirk Lenzburg. «Mit Ruedi Stutz kandidiert ein Mann mit Bodenhaftung und grosser Erfahrung aus der Wirtschaft», lässt die GLP des Bezirks Lenzburg verlauten. Er möchte seine langjährige unternehmerische Erfahrung, seine fachliche und soziale Kompetenz einbringen und sich als Bezirksrichter für das Gemeinwohl einsetzen, heisst es weiter. Seit über 20 Jahren wohnt Ruedi Stutz mit seiner Familie in Seengen. Aufgewachsen ist der 60-Jährige in Wohlen. Hier lancierte er beim FCW auch seine Fussballkarriere. Er spielt seit seiner Jugend aktiv Fussball und Schach im Verein, betont seine Partei. Als eidgenössisch diplomierter Finanzanalytiker, als guter und fairer Sportler und als versierter Schachspieler bringt er wahrlich einiges mit, um als Bezirksrichter tätig zu sein. Dann drücken wir Wohler dem ehemaligen Wohler die Daumen, damit die Wahl auch gelingen mag.
Daniel Marti
