STROHFÜÜR
27.02.2026 Wohlen, Kolumne«Die Einfahrt nach Wohlen macht etwas mit einem. Das muss man wollen», sagt Nico Siempre. Sein Kumpel Marco Gurtner meint: «Wohlen ist wie Doris-Leuthard-Country und vergleichbar mit einer Kurzhaar-Frisur mit violetter Strähne.» Der Spoken-Word-Künstler Marco ...
«Die Einfahrt nach Wohlen macht etwas mit einem. Das muss man wollen», sagt Nico Siempre. Sein Kumpel Marco Gurtner meint: «Wohlen ist wie Doris-Leuthard-Country und vergleichbar mit einer Kurzhaar-Frisur mit violetter Strähne.» Der Spoken-Word-Künstler Marco «Güschä» Gurtner und der Medien-Tausendsassa Nico Siempre waren am letzten Samstag mit ihrer Podcast-Show «Übertribe mit Stiu» im Sternensaal zu Gast. «Wir waren in Wohlen und haben uns dort ins Dorfleben einführen lassen, was uns wahrscheinlich nachhaltig verstören wird», heisst es zu ihrem Podcast, den sie kurz nach ihrem Auftritt veröffentlichten (auf Spotify zu hören).
Aber es sei ein positiver und spannender Abend gewesen. Als die beiden Berner im Sternensaal ankamen, wurden sie «sehr herzlich» begrüsst. Auch wenn Siempre aus unerfindlichen Gründen während der Show zweimal das Publikum mit «Hallo Olten» begrüsste, war es für alle Anwesenden im sehr gut gefüllten Sternensaal ein richtig toller Abend. So zumindest sagen es die Künstler. Für das Duo bleibt Wohlen trotz verstörendem erstem Eindruck ein Highlight. Das Cordon bleu im «Rössli» vor ihrem Auftritt sei «solid» gewesen. Das Drumherum fuhr dann grob ein. Denn schon im Restaurant begegneten sie einem Piraten, «der sich selbst sehr lustig fand». Vor dem «Rössli» trafen sie Ägypter und Pharaonen an, «die rotzedicht waren». Der Technowagen mit lauter Musik wurde mitten auf der Strasse parkiert, und die Künstler dachten erst, dass die Streetparade losgeht. «Aber es war Fasnacht», merken sie doch noch.
Was die beiden nicht checkten: Diese Ägypter und Pharaonen gehören zur Wohler Fasnachtsgruppe Olympia und sind seit Jahren wohl etwas vom Besten, was die närrische Zeit in unserem Dorf zu bieten hat. Sie waren omnipräsent und immer gut drauf. Und an vielen Umzügen versprühten sie ihren ägyptischen Charme: Wohlen, Mellingen, Hägglingen, Brugg und Urdorf (dort gab es für ihr Sujet den 3. Rang). Übrigens: Die Nachricht, Olympia Wohlen hätte in Brugg mit ihrem Auftritt den 1. Preis gewonnen, war «Fake News» (die von ihnen selbst verbreitet wurden). Von der Redaktion erhält Olympia Wohlen ohne «Fake News» den 1. Preis für ihre unermüdliche Fasnachtseuphorie und weil sie meist die Letzten waren, die nach Hause gingen.
Das internationale Microcartreffen in Wohlen ist seit 50 Jahren mehr als ein Geheimtipp. Es sorgt immer wieder für ganz grosse Aufmerksamkeit – bis weit in die Welt hinaus. In Wohlen fühlten sich die Organisatoren und die Teilnehmenden aus etlichen Nationen pudelwohl. Eigentlich hätte man sich auch heuer am liebsten wieder rund um die Bleichi, die Hofmattenhalle und ums Merkur-Areal einquartiert. Geht aber nicht. Zu viele andere Belegungen, meldete die Gemeinde. So zieht halt ein toller Anlass weg von Wohlen. Am Hallwilersee freut man sich riesig über das internationale Stelldichein der kleinen Autos. Schade für Wohlen. Einmal mehr.
Apropos Microcartreffen. Die treibende Kraft ist Bernhard Taeschler. Schon vor 50 Jahren war er dabei. Nun ist er immer noch an vorderster Stelle im OK. Und morgen Samstag wird er 75. Wir gratulieren von ganzem Herzen schon heute. --spr/dm
