STROHFÜÜR
13.02.2026 Wohlen, KolumneDas umstrittene Bauprojekt der Firma Stach Investment AG geht also in die nächste Runde. Die erteilte Baubewilligung durch den Gemeinderat Ende letztes Jahr wurde in diversen Kreisen sehr kritisiert. Nun ist eine Beschwerde gegen die Baubewilligung erfolgt. Die Beschwerdeführer ...
Das umstrittene Bauprojekt der Firma Stach Investment AG geht also in die nächste Runde. Die erteilte Baubewilligung durch den Gemeinderat Ende letztes Jahr wurde in diversen Kreisen sehr kritisiert. Nun ist eine Beschwerde gegen die Baubewilligung erfolgt. Die Beschwerdeführer wollen zwar nicht öffentlich auftreten, aber Philipp Simka, Präsident des Vereins Schöner Wohlen, ist in die Angelegenheit involviert und informiert (siehe Ausgabe vom vergangenen Dienstag). Er habe die Ausführungen in der Baubewilligung gelesen, sagt Simka. Das sei aber «ein absolutes Schauermärchen», lautet sein Urteil. Und seiner Meinung nach hat die Beschwerde eine «sehr grosse Erfolgschance». Sollte sich das jedoch bewahrheiten, so der Vereinspräsident weiter, «wirft das ein dramatisch schlechtes Licht auf die Wohler Verwaltung». Harte Worte in einer sehr umstrittenen Sache.
Das Wohler Strohmuseum wird am heutigen Freitag, 13. Februar, genau 50 Jahre alt. Dies ist mehr als ein Grund, um zurückzuschauen. Diese Zeitung würdigte die Eröffnung vor einem halben Jahrhundert ausführlich. Da wurde bei der Festrede eine Einschätzung von Donat Meyer eingestreut. Dieser stellte in seiner Chronik aus dem Jahr 1884 fest, dass die Strohindustrie so ziemlich alles in Wohlen veränderte. Und zwar so: «Wohlen wäre immer noch ein elendes Nest geblieben, hätte die Strohindustrie den Ort und seine nähere und fernere Umgebung nicht gerettet und gehoben. Ohne Wasserkraft und sumpfige Wiesen und lehmiges und sumpfiges Ackerland, wie hätte da die Landwirtschaft aufkommen können?» Seither und dank der Strohindustrie habe sich viel gewandelt. Und mit dem Strohmuseum sei das Kulturgut der Nachwelt wirkungsvoll gesichert worden.
Rund 200 geladene Gäste durften die Eröffnungsfeier besuchen. Einer fehlte jedoch. Regierungsrat L. Lang hätte erscheinen sollen, er kam jedoch nicht nach Wohlen. Und warum? «Die an Grippe erkrankte Sekretärin hatte vergessen, ihm den Termin zu melden», so lautete die offizielle Begründung (oder Ausrede). Der Regierungsrat versicherte, dass er den Besuch nachholen werde.
In der Strohmetropole Wohlen gehörte der Strohhut einfach zum Leben. Bei der Eröffnung des Strohmuseums im Februar 1976 wurde aber genau das vernachlässigt. «Vorbei die Zeit, wo ein modischer Damenhut aus Wohlen noch Aufsehen erregte», heisst es im Eröffnungsbericht. Die heutige Damenmode sei hutlos. «Kaum eine Vertreterin des zarten Geschlechts trug eine Kopfbedeckung.» Echt schade. Der Titel der Berichterstattung über die Eröffnung des Strohmuseums lautete übrigens «Hut ab …». Das war dann wieder passend.
Er war als Testlauf gedacht. Der Kinderfasnachtsumzug sollte aufzeigen, dass die gekürzte Variante des grossen Fasnachtsumzuges schon funktionieren wird. Und nun, gelungen? Na ja, vielleicht halbwegs. Verkehrstechnisch war es am Schmutzigen Donnerstag im Zentrum wahrlich kein Hit. Und das Ende des Umzugs beim «Rössli» war auch nicht so klar geregelt. Ob denn am Sonntag bei einem Grossaufmarsch alles gut wird? Fraglich. Immerhin ist der Wetterbericht für Sonntagnachmittag etwas besser.
Daniel Marti
