STROHFÜÜR
09.01.2026 Wohlen, KolumneGemeindeammann Roland Vogt legt seinen Fokus klar auf die Gemeinde Wohlen. Dies ist auch mit einem 70-Prozent-Pensum absolut machbar – dies hatte er auch im Interview in der Ausgabe vom vergangenen Dienstag unterstrichen. Eine grosse Bedeutung haben für ihn auch Familie, Freizeit, ...
Gemeindeammann Roland Vogt legt seinen Fokus klar auf die Gemeinde Wohlen. Dies ist auch mit einem 70-Prozent-Pensum absolut machbar – dies hatte er auch im Interview in der Ausgabe vom vergangenen Dienstag unterstrichen. Eine grosse Bedeutung haben für ihn auch Familie, Freizeit, Hobbys, Fussball. «Diesen Rückhalt brauche ich, das gibt mir auch Freiraum für die politischen Ämter», sagt Vogt. Einen grossen Teil seiner Freizeit bestimmt gegenwärtig sein Sohn Alessandro, der aufsteigende Stern beim FC St. Gallen und im Schweizer Fussball. «Die Familie besucht praktisch jedes Spiel von Alessandro», sagt Vater Roland Vogt. «Das ist für mich Erholung pur, wenn Alessandro gut spielt, und jedes Spiel ist wie ein Familienausflug.» Der Wohler Gemeindeammann möchte am liebsten kein Spiel des Stürmers verpassen. «Und in der Schweiz ist das gut möglich.» Spiele im Ausland wären dagegen ein anderes Thema. Wie man weiss, flattern jetzt schon Angebote von ausländischen Clubs zum FC St. Gallen. Aber sein Sohn werde ja weiterhin in der Schweiz kicken, sagt der Gemeindeammann. Zumindest bis im Sommer. Und dann? Lockt vielleicht das Ausland? Das würde wohl (zu) grossen Reisestress für den neuen Gemeindeammann bedeuten.
In einer der letzten Amsthandlungen des letzten Jahres hat der Gemeinderat die Baubewillligung für das umstrittene Bauprojekt der Firma Stach Investment AG am Freihofweg erteilt. Drei Gemeinderatsmitglieder, die ab diesem Jahr nicht mehr im Amt sind, fällten den Entscheid. Dass dieses Vorgehen für Aufsehen, Aufregung und auch Empörung sorgt, liegt praktisch auf der Hand. Denn rund um das Baubegehren gab es ganz viel Widerstand und auch emotionale Opposition. Und mehrere Ausnahmebaubewilligungen waren nötig, um die Baubewilligung zu erteilen und zu begründen. Warum also diese Eile kurz vor Ende der Amtsperiode? Logisch, der Gemeinderat in alter Besetzung wollte noch diverse Geschäfte beenden und dem neuen Gesamtgemeinderat diesbezüglich einen reinen Tisch überlassen. Eine solche Einstellung ist grundsätzlich zu begrüssen, ehrt sogar die abtretende Regierung. Ob dieses Vorgehen allerdings bei diesem «heissen Eisen» tatsächlich der beste Weg war, darf bezweifelt werden.
Denn die Brisanz wird mit diesem Vorgehen sicher nicht geringer. Ganz im Gegenteil. Der Vorwurf, dass die Entscheidungsträger nun im Gemeinderat nicht mehr Verantwortung übernehmen müssen, wird das umstrittene Bauprojekt weiter begleiten.
Es ist das grosse Geheimnis, das heute Freitagabend im Casino gelüftet wird. Wie heisst der neue Ehrenkammerer? Und wer wird Nachfolger von Markus Keller «Markus de Versorger»? Und tatsächlich ist bisher gar nichts durchgedrungen. Wie immer herrscht grosse Verschwiegenheit. Die Mitglieder der Kammergesellschaft spekulierten jedoch gleich selber. Ob denn ein ehemaliger Präsident im Rennen sei oder wird sogar ein ehemaliger Spitzensportler gekrönt? Das mit dem Spitzensportler wird wohl ein Ablenkungsmanöver sein. Alain Schultz, ehemaliger Spieler des FC Wohlen und heute Trainer in Muri, könnte gemeint sein, Aber Schultz ist wohl noch zu wenig lange in der Kammergesellschaft dabei. Und sowieso gibt es nur einen Topfavoriten: Peter Pedro Michel, ehemaliger Präsident der Kammergesellschaft, würde diese grosse Ehre schon längst verdienen.
Daniel Marti
