STROHFÜÜR
10.01.2025 WohlenAm Dreikönigsanlass der SVP gab es viele strahlende Gesichter. Einer aber strahlte an diesem Abend besonders: Fraktionspräsident Manfred Breitschmid. Zwar findet er es schade, gibt es in Wohlen keinen Neujahrsapéro mehr. Aber die kuriosen Umstände, die zur Absage ...
Am Dreikönigsanlass der SVP gab es viele strahlende Gesichter. Einer aber strahlte an diesem Abend besonders: Fraktionspräsident Manfred Breitschmid. Zwar findet er es schade, gibt es in Wohlen keinen Neujahrsapéro mehr. Aber die kuriosen Umstände, die zur Absage führten respektive die mangelhafte Kommunikation dazu sei Wasser auf die Mühlen der SVP. «Wir sind darum gerne in die Bresche gesprungen und haben unseren Anlass für alle Interessierten geöffnet. Eine solche Chance zum Auftakt des Wahljahres müssen wir doch nutzen», sagt er.
Umso mehr freute es die Verantwortlichen, dass sich gleich vier der fünf Gemeinderäte an diesem SVP-Anlass sehen liessen. Umgekehrt beweisen die Amtsinhaber damit auch Grösse, werden sie doch das Jahr durch immer wieder von der SVP kritisiert. Im ungezwungenen Rahmen und bei einem Glas Wein konnten die Differenzen für einmal beiseite geschoben werden. Und die kurze Schelte, welche der Gemeinderat in der Ansprache über sich ergehen lassen musste, war sicher auch auszuhalten.
Dass Marc Läuffer ein Bahnfan ist, das wissen viele. In seiner Ansprache outete sich der Präsident des Einwohnerrates zudem als Nostalgiker. Wenn es nach ihm ginge, würde er vermutlich noch immer im Kursbuch nach Verbindungen suchen und am liebsten am Bahnhof ein Kartonbillett kaufen. Zum Glück sei seine Frau moderner aufgestellt, sie organisiere die Reise online. Zudem habe man in Wohlen einen grossen Vorteil, wenn man den Zug nutzen will. «In der Tiefgarage des Bahnhofs findet man ganz sicher immer einen Platz», so Läuffer.
Noch mehr als die richtige Bahn mag Läuffer aber die Modelleisenbahn. Der SVP-Politiker ist Mitglied des Freiämter Eisenbahn-Amateur-Clubs. Das «Modell-Isebähnle» habe viele Vorteile, findet er. «Wir können uns eine eigene Welt aufbauen. Und bei uns kosten Schulhäuser keine Millionen», erklärte er in seiner Ansprache.
In seiner Funktion als Präsident des Einwohnerrates ist Läuffer stets neutral. In seiner Ansprache am SVP-Anlass aber konnte er sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Die Schweiz müsse ihre Traditionen pflegen, sagte er. Damit meine er nicht die Sennechutteli und Treicheln. «In der Schweiz wünscht man sich zu Weihnachten frohe Festtage», so Läuffer. Das habe seine Partei getan. Dass nun ausgerechnet ein Vertreter einer Partei, welche früher das «C» im Namen trug, dagegen Sturm laufe, das könne er nun wirklich nicht verstehen. In diesem Sinne wünschte er allen politischen Akteuren für die Zukunft «mehr Fingerspitzengefühl».
Heute Abend beginnt auch in Wohlen die fünfte Jahreszeit. Die Inthronisation des Ehrenkammerers 2025 markiert den Start in die Fasnachtszeit. Dann wird bekannt gegeben, wer Nachfolger wird von Kurt «de Retter» Neeser. Wie jedes Jahr ist der Name ein gut gehütetes Geheimnis. Dieses Jahr scheint es noch eine Spur schwieriger zu sein, den Richtigen zu erraten. Jedenfalls fehlte die übliche Zuschrift mit den Spekulationen des Kammeronkels. Und wenn der sich nicht traut zu tippen, tut die Redaktion es dieses Jahr auch nicht. Und lässt sich überraschen.
Chregi Hansen