Es geht nur gemeinsam
10.01.2025 WohlenParteigrenzen überwinden
SVP Wohlen lud zum Dreikönigsanlass
In Wohlen gab es dieses Jahr keinen Neujahrsapéro. Dafür sprang die SVP in die Bresche.
Mit dem Wohler Neujahrsapéro ist es so eine Sache. Mal ...
Parteigrenzen überwinden
SVP Wohlen lud zum Dreikönigsanlass
In Wohlen gab es dieses Jahr keinen Neujahrsapéro. Dafür sprang die SVP in die Bresche.
Mit dem Wohler Neujahrsapéro ist es so eine Sache. Mal gab es ihn, dann wurde er weggespart, dann wieder eingeführt. Zuletzt haben die Ortsbürger die Finanzierung übernommen, ihr Engagement nun aber wieder eingestellt. Darauf hat die SVP reagiert. Sie hat den seit einigen Jahren durchgeführten Dreikönigsanlass kurzerhand für alle Interessierten geöffnet, die zusammen anstossen wollten. --chh
Dreikönigsanlass der SVP Wohlen-Anglikon im Schlössli
Weil es den Neujahrsapéro der Ortsbürger offenbar nicht mehr gibt, hat die SVP ihren Anlass für alle Interessierten geöffnet. Und siehe da, es kamen auch Personen zum Anstossen, die nicht der Partei angehören. Sogar vier der fünf Gemeinderäte nahmen die Einladung an.
Chregi Hansen
Bislang war der Dreikönigsanlass der SVP Wohlen ein mehrheitlich interner Anlass. Dieses Jahr traf man hingegen viele neue Gesichter im Schlössli. Zum einen hatte die Wohler Ortspartei auch SVP-Kollegen aus anderen Gemeinden eingeladen. Und einige von ihnen kamen gerne nach Wohlen. Zum anderen hat die SVP die Absage der Neujahrsapéros der Ortsbürger zum Anlass genommen, alle interessierten Wohler zum Besuch zu motivieren.
Es war zwar nicht die grosse Masse, welche an diesem Abend zum Anstossen vorbeikam. Aber es gab doch einige Personen, die nicht der SVP angehören. Positiv auch, dass gleich vier der fünf Gemeinderäte sich blicken liessen und sich auf Gespräche mit ihren meist schärfsten Kritikern einliessen. «Es freut uns sehr, dass unsere Einladung so gut angekommen ist», so Fraktionschef Manfred Breitschmid. Man finde es bedauerlich, dass Wohlen im Gegensatz zu fast allen anderen Gemeinden keinen Neujahrsapéro mehr durchführt. «Wir sind gern in die Lücke gesprungen», erklärte Breitschmid weiter. Gerade auch, weil es sich um ein Wahljahr handelt.
Schüler wollen gar keine Luxusbauten
Für Parteipräsident Roland Büchi ist der Dreikönigsanlass in erster Linie dafür gedacht, den Mitgliedern Danke zu sagen. «Wir haben euch im letzten Jahr sehr auf Trab gehalten», sagte er in Hinblick auf die beiden gewonnenen Referendumsabstimmungen. Doch gleichzeitig schaute Büchi auch nach vorn. Vor allem das Thema Schulraum werde die Wohler Politik in Zukunft weiter beschäftigen. Seine Partei setze sich ein für eine zweckmässige und bezahlbare Lösung, «das heisst nicht, dass wir Container wollen». Er ist zudem überzeugt, dass es den meisten Schülern und Schülerinnen egal ist, wie der Schulraum aussieht. «Es sind vor allem die Lehrpersonen und Schulleitungen, welche sich moderne Prunkbauten wünschen. Und die meisten von ihnen wohnen nicht hier und zahlen hier auch keine Steuern», so seine Kritik.
Man sei jedenfalls gespannt, was der runde Tisch bringen wird, fügte er an. Und natürlich schaue man bereits vorwärts auf die Gemeinderatswahlen im September und die Einwohnerratswahlen im November. «Wir sind selbst gespannt, wie die Ergebnisse aussehen werden», gab Büchi zu. Er jedenfalls erhofft sich in beiden Gremien eine bürgerliche Mehrheit. Und damit meine er wirklich bürgerlich. «Und nicht Leute, die sich im Wahlkampf bürgerlich geben und gleich nach der Wahl links abbiegen.»
Liebevoll Seitenhiebe verteilt
Die Festansprache hielt in diesem Jahr Einwohnerratspräsident Marc Läuffer. Dieser freute sich darüber. «Im Parlament muss ich stets neutral sein. Hier darf ich mich endlich mal frei äussern», sagte er zu Beginn mit einem Schmunzeln im Gesicht. Den einen oder anderen Seitenhieb konnte er sich in seiner Ansprache dann auch nicht verkneifen. Letztlich aber war es vor allem eine humorvolle Rede, die trotzdem eine wichtige Botschaft enthielt. Nämlich die, dass es nur gemeinsam vorwärtsgeht.
Als passendes Bild verwendete der bekennende Bahnfan die Dampfloks alter Tage, die schon nachts eingeheizt werden mussten, damit sie um sieben Uhr am Morgen pünktlich losfahren konnte. «Damit alles funktionierte, brauchte es die gute Zusammenarbeit ganz vieler Menschen. Vom Heizer über die Mechaniker, die Bremser, die Arbeiter in den Stellwerken, den Lokführer und den Kondukteur bis hin zum Bahnhofsvorstand», machte Läuffer deutlich. Zudem müsse man beim Bahnfahren darauf achten, dass die Weichen richtig gestellt seien. Etwas, was er in der Wohler Politik teilweise vermisse. «Da fährt man manchmal los, bevor das Signal auf Grün steht. Das kommt selten gut», so seine Kritik.
Es braucht engagierte Menschen
Sorgen bereitet dem Einwohnerratspräsidenten auch das geringe Interesse der Bevölkerung an der Politik. Die Wahlbeteiligung sei leider zu klein. Dabei braucht es im Hinblick auf den Wahlherbst viele engagierte Menschen, welche sich für ihre Gemeinde einsetzen wollen. Da seien alle Parteien gefordert. Und diese müssten nachher auch gut zusammenarbeiten. «Denn nur gemeinsam findet man auch gute Lösungen», ist Läuffer überzeugt. Gleichzeitig ist er der Meinung, dass bei wichtigen Fragen trotz Parlament das Volk das letzte Wort haben soll. So wie es im vergangenen Jahren mehrfach der Fall war.
Nicht zuletzt wünscht sich Läuffer etwas mehr Fingerspitzengefühl bei allen Beteiligten. Man müsse doch nicht aus jeder Kleinigkeit ein Polittheater machen. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, werden die nächsten Monate sicher zeigen.